Psychodiagnostik ⇢ ICD-10 / ICD-11 zur Psychodiagnostik der Ängste, Panik, Phobien und Zwänge

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme — ICD-10[ ICD-11 ¹ ]

der Weltgesundheitsorganisation — WHO [Auszug]
10. Revision, Version 2017 [ICD-10-GM]

¹ Mit ausgewählten Ergänzungen aus dem Entwurf des neuen Kapitels 6 "Mental, behavioural or neurodevelopmental disorders" der 11. Revision [ICD-11], Stand vom 31.01.2017. Bei der Psychodiagnostik ist zu beachten, dass die künftige Klassifikation in der 11. Revision nicht kongruent mit der Klassifikation in der 10. Revision ist.

Kapitel V
Psychische und Verhaltensstörungen
(F00-F99)

Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
(F40-F48)

Exkl.:
In Verbindung mit einer Störung des Sozialverhaltens (F91.-, F92.8)
Die nachfolgende Auswahl zur Psychodiagnostik aus ICD-10 und ICD-11 listet nur jene Störungen und Erkrankungen, für deren Behandlung die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten der ABARIS Angstambulanz selbst Psychotherapie durch­führen und hier über uns eine Beratung und Hilfe mit ihrem Coaching anbieten.

F40.- Phobische Störungen

Definition

Eine Gruppe von Störungen, bei der Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Die Befürchtungen des Patienten können sich auf Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor dem Sterben, Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden. Allein die Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Erwartungsangst. Phobische Angst tritt häufig gleichzeitig mit Depression auf. Ob zwei Diagnosen, phobische Störung und depressive Episode, erforderlich sind, richtet sich nach dem zeitlichen Verlauf beider Zustandsbilder und nach therapeutischen Erwägungen zum Zeitpunkt der Konsultation.

ICD-11
6  Anxiety and fear-related disorders  [Angst und angstbezogene Erkrankungen]

Description
Anxiety and fear-related disorders are characterized by excessive fear and anxiety and related behavioural disturbances, with symptoms that are severe enough to result in significant distress or significant impairment in personal, family, social, educational, occupational, or other important areas of functioning. A key differentiating feature among the Anxiety and fear-related disorders are disorder-specific foci of apprehension, that is, the stimulus or situation that triggers the fear or anxiety. The clinical presentation of Anxiety and fear-related disorders typically includes specific associated cognitions that can assist in differentiating among the disorders by clarifying the focus of apprehension.

Beschreibung
Angst und angstbedingte Störungen sind gekennzeichnet durch übermäßige Furcht und Angst und damit verbundene Verhaltensstörungen mit Symptomen, die schwerwiegend genug sind, um in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen zu erheblichen Belastungen oder erheblichen Beeinträchtigungen zu führen. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal bei Angst und Angststörungen sind krankheitsspezifische Befürchtungen, d.h. der Reiz oder die Situation, die Furcht oder Angst auslöst. Die klinische Darstellung von Angst- und angstbezogenen Störungen umfasst typischerweise spezifische assoziierte Kognitionen, die bei der Unterscheidung der Störungen helfen können, indem der Fokus der Befürchtung geklärt wird.


Exclusions
   Hypochondriasis (6B53)   Hypochondrie [Angst, ernsthaft krank zu sein]
Secondary anxiety syndrome (6F13) Organische Angststörung (F06.4 ICD-10) [Merkmale einer generalisierten Angststörung (F41.1), einer Panikstörung (F41.0) oder einer Kombination von beiden, jedoch als Folge einer organischen Störung]

F40.0- Agoraphobie

Definition

Eine relativ gut definierte Gruppe von Phobien, mit Befürchtungen, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein, alleine mit Bahn, Bus oder Flugzeug zu reisen. Eine Panikstörung kommt als häufiges Merkmal bei gegenwärtigen oder zurückliegenden Episoden vor. Depressive und zwanghafte Symptome sowie soziale Phobien sind als zusätzliche Merkmale gleichfalls häufig vorhanden. Die Vermeidung der phobischen Situation steht oft im Vordergrund, und einige Agoraphobiker erleben nur wenig Angst, da sie die phobischen Situationen meiden können.

F40.00  Ohne Angabe einer Panikstörung
F40.01  Mit Panikstörung
ICD-11
6B32  Agoraphobia  [Agoraphobie]

Description
Agoraphobia is characterized by marked and excessive fear or anxiety that occurs in response to multiple situations where escape might be difficult or help might not be available, such as using public transportation, being in crowds, being outside the home alone (e.g., in shops, theatres, standing in line). The individual is consistently anxious about these situations due to a fear of specific negative outcomes (e.g., panic attacks, other incapacitating or embarrassing physical symptoms). The situations are actively avoided, entered only under specific circumstances such as in the presence of a trusted companion, or endured with intense fear or anxiety. The symptoms persist for least several months, and are sufficiently severe to result in significant distress or significant impairment in personal, family, social, educational, occupational, or other important areas of functioning.

Beschreibung
Agoraphobie ist durch ausgeprägte und übermäßige Furcht oder Angst gekennzeichnet, die als Reaktion auf mehrere Situationen auftritt, in denen eine Flucht schwierig ist oder Hilfe möglicherweise nicht verfügbar ist, wie öffentliche Verkehrsmittel, in Massen, außerhalb des Hauses allein (z. B. in Geschäften, Theater, in der Schlange stehen). Das Individuum ist beständig besorgt über diese Situationen aufgrund der Angst vor spezifischen negativen Ergebnissen (z. B. Panikattacken, andere beeinträchtigende oder peinliche körperliche Symptome). Die Situationen werden aktiv vermieden, nur unter bestimmten Umständen betreten, beispielsweise in Gegenwart eines vertrauten Begleiters, oder die Betroffenen leiden unter starker Furcht oder Angst. Die Symptome bestehen für mindestens einige Monate fort und sind so schwerwiegend, dass sie in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderer wichtigen Funktionsbereichen zu erheblichen Belastungen oder erheblichen Beeinträchtigungen führen.


Inclusions
   Fear of open places   Angst vor weiten, offenen Plätzen [Platzangst]
Fear of open spaces Angst vor großen, freien Räumen
Phobia of going out Ausgeh-Phobie, Angst vor dem Verlassen der Wohnung
Fear of crowded places Angst vor überfüllten Plätzen
Fear of crowds Angst vor Menschenmassen und Menschengedränge
Ochlophobia Ochlophobie [Angst vor Menschenmengen]

F40.1 Soziale Phobien

Definition

Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt. Umfassendere soziale Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden. Sie können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen äußern. Dabei meint die betreffende Person manchmal, dass eine dieser sekundären Manifestationen der Angst das primäre Problem darstellt. Die Symptome können sich bis zu Panikattacken steigern.

Inkl.:
Anthropophobie
Soziale Neurose
ICD-11
6B34  Social anxiety disorder  [Soziale Angststörung, soziale Phobie, Sozialphobie, Sozialangst]

Description
Social anxiety disorder is characterized by marked and excessive fear or anxiety that consistently occurs in one or more social situations such as social interactions (e.g., having a conversation), being observed (e.g., eating or drinking), or performing in front of others (e.g., giving a speech). The individual is concerned that he or she will act in a way, or show anxiety symptoms, that will be negatively evaluated by others. The social situations are consistently avoided or else endured with intense fear or anxiety. The symptoms persist for at least several months and are sufficiently severe to result in significant distress or significant impairment in personal, family, social, educational, occupational, or other important areas of functioning.

Beschreibung
Soziale Angststörungen sind gekennzeichnet durch ausgeprägte und übermäßige Furcht oder Angst, die konsistent in einer oder mehreren sozialen Situationen auftritt: bei sozialen Interaktionen (z. B. beim Führen einer Konversation), wenn man beobachtet wird (z. B. beim Essen oder Trinken) oder bei dem Auftreten vor anderen (z. B. eine Rede halten). Der Einzelne ist besorgt, dass er oder sie sich in einer Weise verhalten oder Angstsymptome zeigen, die von anderen negativ bewertet werden. Die sozialen Situationen werden konsequent vermieden oder mit intensiver Furcht oder Angst ertragen. Die Symptome bestehen für mindestens mehrere Monate und sind so schwerwiegend, dass sie zu erheblichen Belastungen oder signifikanten Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen führen.


Inclusions
   Anthropophobia   Antropophobie [Extreme Form von Schüchternheit]
Social phobia Soziale Angst, Sozialangst, Sozialphobie
Fear of strangers Angst vor Fremden, vor unbekannten Personen
Fear of women Angst vor Frauen, Furcht vor dem Weib
Gynephobia Krankhafte, irrationale Angst vor dem Weiblichen
Social neurosis Sozialneurose [Angst vor Menschen]

F40.2 Spezifische (isolierte) Phobien

Definition

Phobien, die auf eng umschriebene Situationen wie Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit, Fliegen, geschlossene Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Genuss bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von Blut oder Verletzungen beschränkt sind. Obwohl die auslösende Situation streng begrenzt ist, kann sie Panikzustände wie bei Agoraphobie oder sozialer Phobie hervorrufen.

Inkl.:
Akrophobie
Einfache Phobie
Klaustrophobie
Tierphobien
Exkl.:
Dysmorphophobie (nicht wahnhaft) (F45.2)
Nosophobie (F45.2)
ICD-11
6B33  Specific phobia  [Spezifische Phobie, isolierte Phobie]

Description
Specific phobia is characterized by a marked and excessive fear or anxiety that consistently occurs when exposed to one or more specific objects or situations (e.g., proximity to certain animals, flying, heights, closed spaces, sight of blood or injury) and that is out of proportion to actual danger. The phobic objects or situations are avoided or else endured with intense fear or anxiety. Symptoms persist for at least several months and are sufficiently severe to result in significant distress or significant impairment in personal, family, social, educational, occupational, or other important areas of functioning.

Beschreibung
Die spezifische Phobie ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte und übermäßige Furcht oder Angst, die beständig auftritt, wenn sie einem oder mehreren spezifischen Objekten oder Situationen (z. B. Nähe zu bestimmten Tieren, im Flugzeug fliegen, Höhen, in geschlossenen Räumen, Anblick von Blut oder Verletzungen) ausgesetzt ist, und in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr steht. Die phobischen Objekte oder Situationen werden vermieden oder mit intensiver Furcht oder Angst ertragen. Die Symptome bestehen für mindestens mehrere Monate fort und sind so schwerwiegend, dass sie in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen zu erheblichen Belastungen oder erheblichen Beeinträchtigungen führen.


Inclusions
   Simple phobia   Einfache Phobie
Acrophobia Höhenangst
Claustrophobia Klaustrophobie [Angst vor engen oder abgeschlossenen Räumen]
Exclusions
   Body dysmorphic disorder (6B51)   Körperdysmorphe Störung [Missgestaltsfurcht]
Hypochondriasis (6B53) Hypochondrie [Angst, ernsthaft krank zu sein]

F40.8 Sonstige phobische Störungen

F40.9 Phobische Störung, nicht näher bezeichnet

Inkl.:
Phobie o.n.A.
Phobischer Zustand o.n.A.

F41.- Andere Angststörungen

Definition

Bei diesen Störungen stellen Manifestationen der Angst die Hauptsymptome dar, ohne auf eine bestimmte Umgebungssituation bezogen zu sein. Depressive und Zwangssymptome, sogar einige Elemente phobischer Angst können vorhanden sein, vorausgesetzt, sie sind eindeutig sekundär oder weniger ausgeprägt.

F41.0 Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst]

Definition

Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen zählen zu den wesentlichen Symptomen plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation). Oft entsteht sekundär auch die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder die Angst, wahnsinnig zu werden. Die Panikstörung soll nicht als Hauptdiagnose verwendet werden, wenn der Betroffene bei Beginn der Panikattacken an einer depressiven Störung leidet. Unter diesen Umständen sind die Panikattacken wahrscheinlich sekundäre Folge der Depression.

Inkl.:
Panikattacke
Panikzustand
Exkl.:
Panikstörung mit Agoraphobie (F40.01)
ICD-11
6B31  Panic disorder  [Panikstörung, Panikerkrankung]

Description
Panic disorder is characterized by recurrent unexpected panic attacks that are not restricted to particular stimuli or situations. Panic attacks are discrete episodes of intense fear or apprehension accompanied by the rapid and concurrent onset of several characteristic symptoms (e.g., palpitations or increased heart rate, sweating, trembling, shortness of breath, chest pain, dizziness or lightheadedness, chills, hot flushes, fear of imminent death). In addition, panic disorder is characterized by persistent concern about the recurrence or significance of panic attacks, or behaviors intended to avoid their recurrence, that results in significant impairment in personal, family, social, educational, occupational, or other important areas of functioning.

Beschreibung
Die Panikstörung ist durch wiederkehrende unerwartete Panikattacken gekennzeichnet, die nicht auf bestimmte Reize oder Situationen beschränkt sind. Panikattacken sind diskrete Episoden intensiver Angst oder Besorgnis, begleitet vom schnellen und gleichzeitigen Auftreten verschiedener charakteristischer Symptome (z. B. Herzklopfen oder erhöhter Herzschlag, Schwitzen, Zittern, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Schwindel oder Benommenheit, Schüttelfrost, Hitzewallungen, Angst vor dem bevorstehenden Tod). Darüber hinaus ist die Panikstörung durch anhaltende Besorgnis über das Wiederauftreten oder die Signifikanz von Panikattacken oder Verhaltensweisen, die ihr Wiederauftreten verhindern sollen, charakterisiert, was zu einer signifikanten Beeinträchtigung in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen führt.


Inclusion
   Episodic paroxysmal anxiety disorder   Episodische paroxysmale Angststörung
Exclusion
   Panic attack (MB5G)   Panikattacke (MB5G ICD-11) [Panikanfall]
ICD-11
MB5G  Panic attack  [Panikattacke, Panikanfall]

Description
A discrete episode of intense fear or apprehension accompanied by the rapid and concurrent onset of a number of characteristic symptoms. These symptoms may include, but are not limited to, palpitations or increased heart rate, sweating, trembling, sensations of shortness of breath, feelings of choking, chest pain, nausea or abdominal distress, feelings of dizziness or lightheadedness, chills or hot flushes, tingling or lack of sensation in extremities (i.e., paresthesias), depersonalization or derealization, fear of losing control or going mad, and fear of imminent death.

Beschreibung
Eine diskrete Episode intensiver Angst oder Besorgnis, begleitet vom schnellen und gleichzeitigen Auftreten einer Reihe von charakteristischen Symptomen. Zu diesen Symptomen gehören unter anderem Herzklopfen oder erhöhter Herzschlag, Schwitzen, Zittern, Kurzatmigkeit, Erstickungsgefühle, Brustschmerzen, Übelkeit oder Bauchschmerzen, Schwindelgefühle oder Benommenheit, Schüttelfrost oder Hitzewallungen. Kribbeln oder Mangel an Empfindungen bei Extremitäten (d.h. Parästhesien), Depersonalisation oder Derealisierung, Furcht, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden, und Angst vor dem bevorstehenden Tod.


Exclusion
   Panic disorder (6B31)   Panikstörung (6B31)

F41.1 Generalisierte Angststörung

Definition

Die Angst ist generalisiert und anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt, oder auch nur besonders betont in solchen Situationen, sie ist vielmehr "frei flottierend". Die wesentlichen Symptome sind variabel, Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild. Häufig wird die Befürchtung geäußert, der Patient selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben.

Inkl.:
Angstneurose
Angstreaktion
Angstzustand
Exkl.:
Neurasthenie (F48.0)
ICD-11
6B30  Generalised anxiety disorder  [Generalisierte Angststörung]

Description
Generalised anxiety disorder is characterized by marked symptoms of anxiety that persist for at least several months, for more days than not, manifested by either general apprehension (i.e. ‘free-floating anxiety’) or excessive worry focused on multiple everyday events, most often concerning family, health, finances, and school or work, together with additional symptoms such as muscular tension or motor restlessness, sympathetic autonomic over-activity, subjective experience of nervousness, difficulty maintaining concentration, irritability, or sleep disturbance. The symptoms result in significant distress or significant impairment in personal, family, social, educational, occupational, or other important areas of functioning.

Beschreibung
Die generalisierte Angststörung ist durch ausgeprägte Angstsymptome gekennzeichnet, die für mindestens mehrere Monate bestehen bleiben und sich entweder durch allgemeine Befürchtungen (d.h. frei schwingende Angstzustände) oder durch verschiedene Alltagsereignisse manifestieren, die Familie, Gesundheit, Finanzen und Schule oder Arbeit betreffen und zusammen einhergehen mit zusätzlichen Symptomen wie Muskelverspannungen oder motorische Unruhe, sympathische autonome Überaktivität, subjektive Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit oder Schlafstörungen. Die Symptome führen zu erheblichen Belastungen oder erheblichen Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, pädagogischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.


Inclusions
   GAD - [generalised anxiety disorder]   GAD - [Generalisierte Angststörung]
Psychoneurotic anxiety Psychoneurotische Angst
Neurotic anxiety Neurotische Angst
Anxiety generalised Generalisierte Angst
Anxiety neurosis Angstneurose [bei einem Angstneurotiker]

F41.2 Angst und depressive Störung, gemischt

Definition

Diese Kategorie soll bei gleichzeitigem Bestehen von Angst und Depression Verwendung finden, jedoch nur, wenn keine der beiden Störungen eindeutig vorherrscht und keine für sich genommen eine eigenständige Diagnose rechtfertigt. Treten ängstliche und depressive Symptome in so starker Ausprägung auf, dass sie einzelne Diagnosen rechtfertigen, sollen beide Diagnosen gestellt und auf diese Kategorie verzichtet werden.

Inkl.:
Ängstliche Depression (leicht oder nicht anhaltend)

F41.3 Andere gemischte Angststörungen

Definition

Angstsymptome gemischt mit Merkmalen anderer Störungen in F42-F48. Kein Symptom ist allein schwer genug um die Diagnose einer anderen Störung zu stellen.

F41.8 Sonstige spezifische Angststörungen

Inkl.:
Angsthysterie

F41.9 Angststörung, nicht näher bezeichnet

Inkl.:
Angst o.n.A.

F42.- Zwangsstörung

Definition

Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen oder -rituale sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden. Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er selbst Unheil anrichten könnte. Im Allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen. Angst ist meist ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich.

Inkl.:
Anankastische Neurose
Zwangsneurose
Exkl.:
Zwangspersönlichkeit(sstörung) (F60.5)
ICD-11
6  Obsessive-compulsive or related disorders  [Zwänge, Zwangsstörungen und verwandte Störungen]

Description
Obsessive-compulsive and related disorders is a group of disorders characterized by repetitive thoughts and behaviours that are believed to share similarities in etiology and key diagnostic validators. Cognitive phenomena such as obsessions, intrusive thoughts and preoccupations are central to a subset of these conditions (i.e., obsessive-compulsive disorder, body dysmorphic disorder, hypochondriasis, and olfactory reference disorder) and are accompanied by related repetitive behaviours. Hoarding Disorder is not associated with intrusive unwanted thoughts but rather is characterized by a compulsive need to accumulate possessions and distress related to discarding them. Also included in the grouping are body-focused repetitive behaviour disorders, which are primarily characterized by recurrent and habitual actions directed at the integument (e.g., hair-pulling, skin-picking) and lack a prominent cognitive aspect. The symptoms result in significant distress or significant impairment in personal, family, social, educational, occupational, or other important areas of functioning.

Beschreibung
Zwangsstörungen und verwandte Störungen sind eine Gruppe von Störungen, die durch sich wiederholende Gedanken und Verhaltensweisen gekennzeichnet sind, von denen angenommen wird, dass sie Ähnlichkeiten in der Ätiologie und bei diagnostischen Schlüsselvalidatoren aufweisen. Kognitive Phänomene wie Obsessionen, aufdringliche Gedanken und Beschäftigungen sind für eine Untergruppe dieser Zustände (d.h. Zwangsstörung, körperdysmorphe Störung, Hypochondrie und olfaktorische Referenzstörung) von zentraler Bedeutung und werden von ähnlichen repetitiven Verhaltensweisen begleitet. Der Sammelzwang ist nicht mit aufdringlichen unerwünschten Gedanken verbunden, sondern ist durch ein zwanghaftes Bedürfnis gekennzeichnet, Besitztümer zu sammeln und Schwierigkeiten zu haben, sich von diesen zu trennen. Ebenfalls in die Gruppierung einbezogen sind körperfokussierte repetitive Verhaltensstörungen, die in erster Linie durch wiederkehrende und gewohnheitsmäßige Handlungen charakterisiert sind, die auf das Integument
[die Außenhaut] gerichtet sind (z. B. Haareziehen, zwanghaftes Berühren, Quetschen und Kratzen der Haut [Dermatillomanie]) und denen ein prominenter kognitiver Aspekt fehlt. Die Symptome führen zu erheblichen Belastungen oder erheblichen Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, pädagogischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.

Exclusion
   Tourette syndrome (8A05.00)   Gilles-de-la-Tourette-Syndrom (8A05.00) [Tic-Störungen (F95.2 ICD-10)]
Secondary obsessive-compulsive or related syndrome (6F14) Organisches Zwangssyndrom (6F14) [Pathophysiologisch bedingte, organische Zwangsstörung]
ICD-11
6B50  Obsessive-compulsive disorder   [Zwangsstörung, Zwangserkrankung]

Description
Obsessive-Compulsive Disorder is characterized by the presence of persistent obsessions or compulsions, or most commonly both. Obsessions are repetitive and persistent thoughts, images, or impulses/urges that are intrusive, unwanted, and are commonly associated with anxiety. The individual attempts to ignore or suppress obsessions or to neutralize them by performing compulsions. Compulsions are repetitive behaviors including repetitive mental acts that the individual feels driven to perform in response to an obsession, according to rigid rules, or to achieve a sense of ‘completeness’. In order for obsessive-compulsive disorder to be diagnosed, obsessions and compulsions must be time consuming (e.g., taking more than an hour per day), and result in significant distress or significant impairment in personal, family, social, educational, occupational or other important areas of functioning.

Beschreibung
Die Zwangsstörung ist durch das Vorhandensein von hartnäckigen Obsessionen oder Zwängen gekennzeichnet, am häufigsten beides. Obsessionen sind sich wiederholende und anhaltende Gedanken, Bilder oder Impulse, die aufdringlich und unerwünscht sind und gewöhnlich mit Angst verbunden sind. Der Einzelne versucht, Obsessionen zu ignorieren oder zu unterdrücken oder sie durch Zwang zu neutralisieren. Zwangshandlungen sind sich wiederholende Verhaltensweisen, einschließlich sich wiederholender geistiger Handlungen, zu denen sich das Individuum als Reaktion auf eine Besessenheit nach strengen Regeln oder als ein Gefühl der "Vollständigkeit" getrieben fühlt. Damit Zwangsstörungen diagnostiziert werden können, müssen Besessenheiten und Zwänge zeitaufwendig sein (z. B. mehr als eine Stunde pro Tag) und zu erheblichen Belastungen oder erheblichen Beeinträchtigungen der persönlichen, familiären, sozialen, schulischen, beruflichen oder sonstigen wichtigen Lebensbereiche führen.


Inclusions
   Anankastic neurosis   Anankastische Neurose [Zwangsneurose]
Obsessive-compulsive neurosis Zwangsneurose
Obsessive-compulsive personality disorder Zwanghafte Persönlichkeitsstörung, anankastische Persönlichkeitsstörung [Zwangspersönlichkeit(sstörung), Zwangsneurotiker]
Exclusions
   Hoarding disorder (MB54)   Sammelzwang (MB54) [Pathologisches Horten, Messie-Syndrom]

F42.0 Vorwiegend Zwangsgedanken oder Grübelzwang

Definition

Diese können die Form von zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen, die fast immer für die betreffende Person quälend sind. Manchmal sind diese Ideen eine endlose Überlegung unwägbarer Alternativen, häufig verbunden mit der Unfähigkeit, einfache, aber notwendige Entscheidungen des täglichen Lebens zu treffen. Die Beziehung zwischen Grübelzwängen und Depression ist besonders eng. Eine Zwangsstörung ist nur dann zu diagnostizieren, wenn der Grübelzwang nicht während einer depressiven Episode auftritt und anhält.

F42.1 Vorwiegend Zwangshandlungen [Zwangsrituale]

Definition

Die meisten Zwangshandlungen beziehen sich auf Reinlichkeit (besonders Händewaschen), wiederholte Kontrollen, die garantieren, dass sich eine möglicherweise gefährliche Situation nicht entwickeln kann oder übertriebene Ordnung und Sauberkeit. Diesem Verhalten liegt die Furcht vor einer Gefahr zugrunde, die den Patienten bedroht oder von ihm ausgeht; das Ritual ist ein wirkungsloser oder symbolischer Versuch, diese Gefahr abzuwenden.

F42.2 Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt

F42.8 Sonstige Zwangsstörungen

F42.9 Zwangsstörung, nicht näher bezeichnet


F43.- Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen

Definition

Die Störungen dieses Abschnittes unterscheiden sich von den übrigen nicht nur aufgrund der Symptomatologie und des Verlaufs, sondern auch durch die Angabe von ein oder zwei ursächlichen Faktoren: ein außergewöhnlich belastendes Lebensereignis, das eine akute Belastungsreaktion hervorruft, oder eine besondere Veränderung im Leben, die zu einer anhaltend unangenehmen Situation geführt hat und eine Anpassungsstörung hervorruft. Obwohl weniger schwere psychosoziale Belastungen ("life events") den Beginn und das Erscheinungsbild auch zahlreicher anderer Störungen dieses Kapitels auslösen und beeinflussen können, ist ihre ätiologische Bedeutung doch nicht immer ganz klar. In jedem Fall hängt sie zusammen mit der individuellen, häufig idiosynkratischen Vulnerabilität, das heißt, die Lebensereignisse sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten und die Art der Krankheit zu erklären. Im Gegensatz dazu entstehen die hier aufgeführten Störungen immer als direkte Folge der akuten schweren Belastung oder des kontinuierlichen Traumas. Das belastende Ereignis oder die andauernden, unangenehmen Umstände sind primäre und ausschlaggebende Kausalfaktoren, und die Störung wäre ohne ihre Einwirkung nicht entstanden. Die Störungen dieses Abschnittes können insofern als Anpassungsstörungen bei schwerer oder kontinuierlicher Belastung angesehen werden, als sie erfolgreiche Bewältigungsstrategien behindern und aus diesem Grunde zu Problemen der sozialen Funktionsfähigkeit führen.

ICD-11
6  Disorders specifically associated with stress  [Erkrankungen spezifisch verknüpft mit Stress]

Description
Disorders specifically associated with stress are directly related to exposure to a stressful or traumatic event, or a series of such events or adverse experiences. For each of the disorders in this grouping, an identifiable stressor is a necessary, though not sufficient, causal factor. Although not all individuals exposed to an identified stressor will develop a disorder, the disorders in this grouping would not have occurred without experiencing the stressor. Stressful events for some disorders in this grouping are within the normal range of life experiences (e.g., divorce, socio-economic problems, bereavement). Other disorders require the experience of a stressor of an extremely threatening or horrific nature (i.e., potentially traumatic events). With all disorders in this grouping, it is the nature, pattern, and duration of the symptoms that arise in response to the stressful events—together with associated functional impairment—that distinguishes the disorders.

Beschreibung
Störungen, die spezifisch mit Stress verbunden sind, stehen in direktem Zusammenhang mit der Exposition gegenüber einem stressigen oder traumatischen Ereignis oder einer Reihe solcher Ereignisse oder negativer Erfahrungen. Für jede Störung in dieser Gruppierung ist ein identifizierbarer Stressor ein notwendiger, aber nicht ausreichender kausaler Faktor. Obwohl nicht alle Individuen, die einem identifizierten Stressor ausgesetzt sind, eine Störung entwickeln, wären die Störungen in dieser Gruppierung ohne den Stressor nicht aufgetreten. Stressereignisse für einige Störungen in dieser Gruppierung liegen innerhalb des normalen Bereichs von Lebenserfahrungen (z. B. Scheidung, sozioökonomische Probleme, Trauerfall). Andere Störungen erfordern die Erfahrung eines Stressors von extremer Bedrohung oder schrecklicher Natur (d.h. potentiell traumatische Ereignisse). Bei allen Störungen in dieser Gruppierung sind es die Art, das Muster und die Dauer der Symptome, die als Reaktion auf die belastenden Ereignisse auftreten - zusammen mit einer damit verbundenen funktionellen Beeinträchtigung, die die Störungen unterscheidet.


Exclusions
   Burn-out (QE65)   Burn-out (QE65) [Burnout, Ausgebranntsein, Erschöpfung durch Probleme bei der Lebensbewältigung (Z73 ICD-10)]
Acute stress reaction (QF64) Akute Stressreaktion (QF64) [Akute Belastungsreaktion (F43.0 ICD-10)]

F43.0 Akute Belastungsreaktion

Definition

Eine vorübergehende Störung, die sich bei einem psychisch nicht manifest gestörten Menschen als Reaktion auf eine außergewöhnliche physische oder psychische Belastung entwickelt, und die im Allgemeinen innerhalb von Stunden oder Tagen abklingt. Die individuelle Vulnerabilität und die zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen (Coping-Strategien) spielen bei Auftreten und Schweregrad der akuten Belastungsreaktionen eine Rolle. Die Symptomatik zeigt typischerweise ein gemischtes und wechselndes Bild, beginnend mit einer Art von "Betäubung", mit einer gewissen Bewusstseinseinengung und eingeschränkten Aufmerksamkeit, einer Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten und Desorientiertheit. Diesem Zustand kann ein weiteres Sichzurückziehen aus der Umweltsituation folgen (bis hin zu dissoziativem Stupor, siehe F44.2) oder aber ein Unruhezustand und Überaktivität (wie Fluchtreaktion oder Fugue). Vegetative Zeichen panischer Angst wie Tachykardie, Schwitzen und Erröten treten zumeist auf. Die Symptome erscheinen im Allgemeinen innerhalb von Minuten nach dem belastenden Ereignis und gehen innerhalb von zwei oder drei Tagen, oft innerhalb von Stunden zurück. Teilweise oder vollständige Amnesie (siehe F44.0) bezüglich dieser Episode kann vorkommen. Wenn die Symptome andauern, sollte eine Änderung der Diagnose in Erwägung gezogen werden.

Inkl.:
Akut:
Belastungsreaktion
Krisenreaktion
Kriegsneurose
Krisenzustand
Psychischer Schock

F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung

Definition

Diese entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren wie bestimmte, z.B. zwanghafte oder asthenische Persönlichkeitszüge oder neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können die Schwelle für die Entwicklung dieses Syndroms senken und seinen Verlauf erschweren, aber die letztgenannten Faktoren sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären. Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Albträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung (F62.0) über.

Inkl.:
Traumatische Neurose
ICD-11
6B70  Post traumatic stress disorder (PTSD)  [Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)]

Description
Post-traumatic stress disorder (PTSD) is a disorder that may develop following exposure to an extremely threatening or horrific event or series of events characterized by: 1) re-experiencing the traumatic event or events in the present in the form of vivid intrusive memories, flashbacks, or nightmares, which are typically accompanied by strong and overwhelming emotions such as fear or horror and strong physical sensations, or feelings of being overwhelmed or immersed in the same intense emotions that were experienced during the traumatic event; 2) avoidance of thoughts and memories of the event or events, or avoidance of activities, situations, or people reminiscent of the event or events; and 3) persistent perceptions of heightened current threat, for example as indicated by hypervigilance or an enhanced startle reaction to stimuli such as unexpected noises. The symptoms must persist for at least several weeks and cause significant impairment in personal, family, social, educational, occupational or other important areas of functioning.

Beschreibung
Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD/PTBS) ist eine Störung, die sich in der Folge entwickeln kann, wenn man einem extrem bedrohlichen oder schrecklichen Ereignis oder einer Reihe von Ereignissen ausgesetzt ist, die gekennzeichnet sind durch: 1) Wiedererleben des traumatischen Ereignisses oder Ereignisse in der Gegenwart in Form von eindringlichen Erinnerungen wie Flashbacks oder Albträume, die typischerweise von starken und überwältigenden Emotionen wie Furcht oder Schrecken und starken körperlichen Empfindungen begleitet werden, oder Gefühle der Überwältigung oder Eintauchen in dieselben intensiven Emotionen, die während des traumatischen Ereignisses erlebt wurden; 2) Vermeidung von Gedanken und Erinnerungen an das Ereignis oder die Ereignisse oder die Vermeidung von Aktivitäten, Situationen oder Personen, die an das Ereignis oder die Ereignisse erinnern; und 3) anhaltende Wahrnehmungen erhöhter aktueller Bedrohung, wie sie beispielsweise durch Hypervigilanz oder eine verstärkte Schreckreaktion auf Stimuli wie unerwartete Geräusche angezeigt werden. Die Symptome müssen mindestens einige Wochen andauern und eine signifikante Beeinträchtigung in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen verursachen.


Inclusion
   Traumatic neurosis   Traumatische Neurose [Unfallneurose, Kriegsneurose, Versicherungsneurose]
Battered person syndrome Misshandlungssyndrom
Combat neurosis Kriegsneurose
Rape trauma syndrome Vergewaltigungstrauma-Syndrom [Postraumatische Belastungsstörung nach Vergewaltigung]
Exclusion
   Acute stress reaction (QF64)   Akute Stressreaktion (QF64) [Akute Belastungsreaktion (F43.0 ICD-10)]
Complex post traumatic stress disorder (6B71) Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (6B71)

F43.2 Anpassungsstörungen

Definition

Hierbei handelt es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten. Die Belastung kann das soziale Netz des Betroffenen beschädigt haben (wie bei einem Trauerfall oder Trennungserlebnissen) oder das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale Werte (wie bei Emigration oder nach Flucht). Sie kann auch in einem größeren Entwicklungsschritt oder einer Krise bestehen (wie Schulbesuch, Elternschaft, Misserfolg, Erreichen eines ersehnten Zieles und Ruhestand). Die individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität spielt bei dem möglichen Auftreten und bei der Form der Anpassungsstörung eine bedeutsame Rolle; es ist aber dennoch davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Belastung nicht entstanden wäre. Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst oder Sorge (oder eine Mischung von diesen). Außerdem kann ein Gefühl bestehen, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können. Störungen des Sozialverhaltens können insbesondere bei Jugendlichen ein zusätzliches Symptom sein.

Hervorstechendes Merkmal kann eine kurze oder längere depressive Reaktion oder eine Störung anderer Gefühle und des Sozialverhaltens sein.

Inkl.:
Hospitalismus bei Kindern
Kulturschock
Trauerreaktion
Exkl.:
Trennungsangst in der Kindheit (F93.0)
ICD-11
6B73  Adjustment disorder  [Anpassungsstörung]

Description
Adjustment disorder is a maladaptive reaction to an identifiable psychosocial stressor or multiple stressors (e.g., divorce, illness or disability, socio-economic problems, conflicts at home or work) that usually emerges within a month of the stressor. The disorder is characterized by preoccupation with the stressor or its consequences, including excessive worry, recurrent and distressing thoughts about the stressor, or constant rumination about its implications, as well as by failure to adapt to the stressor that causes significant impairment in personal, family, social, educational, occupational or other important areas of functioning. The symptoms are not of sufficient specificity or severity to justify the diagnosis of another Mental and Behavioural Disorder and typically resolve within 6 months, unless the stressor persists for a longer duration.

Beschreibung
Die Anpassungsstörung ist eine maladaptive Reaktion auf einen identifizierbaren psychosozialen Stressor oder mehrere Stressfaktoren (z. B. Scheidung, Krankheit oder Behinderung, sozioökonomische Probleme, Konflikte zu Hause oder in der Arbeit), die normalerweise innerhalb eines Monats nach dem Stressor auftreten. Die Störung ist gekennzeichnet durch die Beschäftigung mit dem Stressor oder seinen Folgen einschließlich übermäßiger Besorgnis, wiederkehrender und beunruhigender Gedanken über den Stressor oder ständiges Grübeln über seine Auswirkungen sowie durch das Unvermögen, mit dem Stressor in angemessener Weise umzugehen, der eine signifikante Beeinträchtigung in der persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Lebensbereiche verursacht. Die Symptome sind nicht von ausreichender Spezifität oder Schwere, um die Diagnose einer anderen Geistes- und Verhaltensstörung zu rechtfertigen, und lösen sich typischerweise innerhalb von 6 Monaten auf, es sei denn, der Stressor bleibt länger bestehen.


Exclusions
   Separation anxiety disorder of childhood (6B35)   Störung durch Trennungsangst des Kindesalters (6B35) [Emotionale Störung mit Trennungsangst des Kindesalters (F93.0 ICD-10)]
Recurrent depressive disorder (6A91) Rezidivierende depressive Störung (6A91) [(F33 ICD-10)]
Single episode depressive disorder (6A90) [Einmalige] Depressive Episode (6A90) [(F32 ICD-10)]
Prolonged grief disorder (6B72) Anhaltende Trauerstörung (6B72)
Uncomplicated bereavement (QF42) Unkomplizierter Trauerfall (QF42)
Burn-out (QE65) Burn-out (QE65) [Burnout, Ausgebranntsein, Erschöpfung durch Probleme bei der Lebensbewältigung (Z73 ICD-10)]
Acute stress reaction (QF64) Akute Belastungsreaktion (QE65) [Krisenreaktion, Psychischer Schock (F43.0 ICD-10)]

F43.8 Sonstige Reaktionen auf schwere Belastung

F43.9 Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher bezeichnet


F45.- Somatoforme Störungen

Definition

Das Charakteristikum ist die wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind. Wenn somatische Störungen vorhanden sind, erklären sie nicht die Art und das Ausmaß der Symptome, das Leiden und die innerliche Beteiligung des Patienten.

Kodierhinweis

Für die Anwendung der Schlüsselnummer F45.41 sind die vorgenannten Kriterien nicht heranzuziehen. Für die Anwendung dieser Kategorie gelten die im Hinweistext der Schlüsselnummer aufgeführten Kriterien.

Exkl.:
Ausreißen der Haare (F98.4)
Daumenlutschen (F98.8)
Dissoziative Störungen (F44.-)
Lallen (F80.0)
Lispeln (F80.8)
Nägelkauen (F98.8)
Psychologische oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Störungen und Krankheiten (F54)
Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit (F52.-)
Ticstörungen (im Kindes- und Jugendalter) (F95.-)
Tourette-Syndrom (F95.2)
Trichotillomanie (F63.3)
ICD-11
6C  Bodily distress disorder  [Somatoforme Störungen F45.- ICD-10]

Description
Bodily distress disorder is characterized by the presence of bodily symptoms that are distressing to the individual and excessive attention directed toward the symptoms, which may be manifest by repeated contact with health care providers. If another health condition is causing or contributing to the symptoms, the degree of attention is clearly excessive in relation to its nature and progression. Excessive attention is not alleviated by appropriate clinical examination and investigations and appropriate reassurance. Bodily symptoms are persistent, being present on most days for at least several months. Typically, bodily distress disorder involves multiple bodily symptoms that may vary over time. Occasionally there is a single symptom—usually pain or fatigue—that is associated with the other features of the disorder.

Beschreibung
Eine körperliche Distress-Störung ist durch das Vorhandensein von körperlichen Symptomen gekennzeichnet, die für den Einzelnen belastend sind, und übermäßige Aufmerksamkeit, die auf die Symptome gerichtet ist, was sich durch wiederholten Kontakt mit Gesundheitsversorgern manifestieren kann. Wenn ein anderer Gesundheitszustand die Symptome verursacht oder dazu beiträgt, ist der Aufmerksamkeitsgrad in Bezug auf seine Art und Progression eindeutig übermäßig. Übermäßige Aufmerksamkeit wird nicht durch angemessene klinische Untersuchung und Untersuchungen und angemessene Beruhigung gemildert. Körpersymptome sind persistent und treten an den meisten Tagen für mindestens mehrere Monate auf. Typischerweise beinhaltet eine körperliche Distress-Störung mehrere körperliche Symptome, die sich mit der Zeit verändern können. Gelegentlich gibt es ein einzelnes Symptom - in der Regel Schmerz oder Müdigkeit -, das mit den anderen Merkmalen der Erkrankung verbunden ist.


Exclusions
   Tic disorders (8A05), Tourette syndrome (8A05.00)   Gilles-de-la-Tourette-Syndrom [Tic-Störungen (F95.2 ICD-10)]
Hair pulling disorder, Hair-plucking, Trichotillomania (ED00.00) Pathologisches Haareausreißen [Trichotillomanie (F63.3 ICD-10)]
Dissociative disorders (6B90-6B9Z) Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen (F44 ICD-10)]
Hypochondriasis (6B53) Hypochondrie [Hypochondrische Störung, Hypochonder (F45.2 ICD-10)]
Body dysmorphic disorder (6B51) Körperdysmorphe Störung [Missgestaltsfurcht]
Excoriation disorder (6B55.0) Neurotische Exkoriation [Dermatitis factitia (L98.1 ICD-10)]
Gender incongruence (HA40-HA41) Gender-Inkongruenz [Geschlechtsdysphorie, Störung der Geschlechtsidentität]
Sexual dysfunctions (HA00-HA0Z) Sexuelle Funktionsstörungen [Frigidität, sexuelle Hypoaktivität oder Aversion, Erektionsstörung, Psychogene Impotenz, Störung der sexuellen Erregung bei der Frau, Orgasmusstörung, psychogene Anorgasmie, Ejaculatio praecox, psychogener Vaginismus, Nymphomanie (F52 ICD-10)]
Feigning of symptoms (MB5B) Intentionales Simulieren oder Übertreiben physischer oder mentaler Symptome
Sexual pain-penetration disorder (HA20) Schmerzen beim Sexualverkehr [Nichtorganische Dyspareunie (F52.6 ICD-10)]

F45.0 Somatisierungsstörung

Definition

Charakteristisch sind multiple, wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome, die wenigstens zwei Jahre bestehen. Die meisten Patienten haben eine lange und komplizierte Patienten-Karriere hinter sich, sowohl in der Primärversorgung als auch in spezialisierten medizinischen Einrichtungen, wo viele negative Untersuchungen und ergebnislose explorative Operationen durchgeführt sein können. Die Symptome können sich auf jeden Körperteil oder jedes System des Körpers beziehen. Der Verlauf der Störung ist chronisch und fluktuierend und häufig mit einer langdauernden Störung des sozialen, interpersonalen und familiären Verhaltens verbunden. Eine kurzdauernde (weniger als zwei Jahre) und weniger auffallende Symptomatik wird besser unter F45.1 klassifiziert (undifferenzierte Somatisierungsstörung).

Inkl.:
Briquet-Syndrom
Multiple psychosomatische Störung
Exkl.:
Simulation [bewusste Simulation] (Z76.8)

F45.1 Undifferenzierte Somatisierungsstörung

Definition

Wenn die körperlichen Beschwerden zahlreich, unterschiedlich und hartnäckig sind, aber das vollständige und typische klinische Bild einer Somatisierungsstörung nicht erfüllt ist, ist die Diagnose undifferenzierte Somatisierungsstörung zu erwägen.

Inkl.:
Undifferenzierte psychosomatische Störung

F45.2 Hypochondrische Störung

Definition

Vorherrschendes Kennzeichen ist eine beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit, an einer oder mehreren schweren und fortschreitenden körperlichen Krankheiten zu leiden. Die Patienten manifestieren anhaltende körperliche Beschwerden oder anhaltende Beschäftigung mit ihren körperlichen Phänomenen. Normale oder allgemeine Körperwahrnehmungen und Symptome werden von dem betreffenden Patienten oft als abnorm und belastend interpretiert und die Aufmerksamkeit meist auf nur ein oder zwei Organe oder Organsysteme des Körpers fokussiert. Depression und Angst finden sich häufig und können dann zusätzliche Diagnosen rechtfertigen.

Inkl.:
Dysmorphophobie (nicht wahnhaft)
Hypochondrie
Hypochondrische Neurose
Körperdysmorphophobe Störung
Nosophobie
Exkl.:
Auf die körperlichen Funktionen oder die Körperform fixierte Wahnphänomene (F22.-)
Wahnhafte Dysmorphophobie (F22.8)
ICD-11
6B53  Hypochondriasis  [Hypochondrische Störung]

Description
Hypochondriasis is characterized by persistent preoccupation with or fear about the possibility of having one or more serious, progressive or life-threatening diseases. The preoccupation is associated with catastrophic misinterpretation of bodily signs or symptoms, including normal or commonplace sensations, and is manifest either in repetitive and excessive health-related behaviours or in maladaptive avoidance behaviours related to health. The preoccupation or fear is not simply a reasonable concern related to a specific context of the patient, and persists or reoccurs despite appropriate medical evaluation and reassurance. The symptoms result in significant distress or significant impairment in personal, family, social, educational, occupational or other important areas of functioning.

Beschreibung
Die Hypochondrie ist gekennzeichnet durch eine anhaltende Beschäftigung mit oder Angst vor der Möglichkeit, eine oder mehrere schwere, fortschreitende oder lebensbedrohliche Krankheiten zu haben. Die Beschäftigung mit katastrophalen Fehlinterpretationen von körperlichen Anzeichen oder Symptomen, einschließlich normaler oder alltäglicher Empfindungen, ist entweder in wiederholten und exzessiven gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen oder in krankheitsanfälligem, maladaptivem Vermeidungsverhalten manifestiert. Die Besorgnis oder Angst ist nicht einfach eine angemessene Besorgnis in Bezug auf einen bestimmten Kontext des Patienten und bleibt bestehen oder tritt trotz angemessener medizinischer Bewertung und Bestätigung auf. Die Symptome führen zu erheblichen Belastungen oder erheblichen Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Lebensbereichen.


Inclusion
   Hypochondriacal neurosis   Hypochondrische Neurose [Hypochonder (F45.2 ICD-10)]
Nosophobia Nosophobie [generalisierte Angst vor Krankheiten unabhängig von wahrgenommenen Symptomen]
Illness anxiety disorder Krankheitsstörung, Krankheitsneurose
Exclusion
   Body dysmorphic disorder (6B51)   Körperdysmorphe Störung [Missgestaltsfurcht]
Bodily distress disorder (6C50-6C5Z) Somatoforme Störungen [(F45 ICD-10)]
Fear of cancer (MK80) Krebsangst

F45.3- Somatoforme autonome Funktionsstörung

Definition

Die Symptome werden vom Patienten so geschildert, als beruhten sie auf der körperlichen Krankheit eines Systems oder eines Organs, das weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert wird, so etwa des kardiovaskulären, des gastrointestinalen, des respiratorischen oder des urogenitalen Systems. Es finden sich meist zwei Symptomgruppen, die beide nicht auf eine körperliche Krankheit des betreffenden Organs oder Systems hinweisen. Die erste Gruppe umfasst Beschwerden, die auf objektivierbaren Symptomen der vegetativen Stimulation beruhen wie etwa Herzklopfen, Schwitzen, Erröten, Zittern. Sie sind Ausdruck der Furcht vor und Beeinträchtigung durch eine(r) somatische(n) Störung. Die zweite Gruppe beinhaltet subjektive Beschwerden unspezifischer und wechselnder Natur, wie flüchtige Schmerzen, Brennen, Schwere, Enge und Gefühle, aufgebläht oder auseinander gezogen zu werden, die vom Patienten einem spezifischen Organ oder System zugeordnet werden.

Inkl.:
Da-Costa-Syndrom
Herzneurose
Magenneurose
Neurozirkulatorische Asthenie
Psychogene Formen:
Aerophagie
Colon irritabile
Diarrhoe
Dyspepsie
Dysurie
erhöhte Miktionshäufigkeit
Flatulenz
Husten
Hyperventilation
Pylorospasmen
Singultus
Exkl.:
Psychische und Verhaltenseinflüsse bei anderenorts klassifizierten Störungen oder Krankheiten (F54)
F45.30 Herz und Kreislaufsystem
F45.31 Oberes Verdauungssystem
F45.32 Unteres Verdauungssystem
F45.33 Atmungssystem
F45.34 Urogenitalsystem
F45.37 Mehrere Organe und Systeme
F45.38 Sonstige Organe und Systeme
F45.39 Nicht näher bezeichnetes Organ oder System

F45.4- Anhaltende Schmerzstörung

Definition

Schmerzzustände mit vermutlich psychogenem Ursprung, die im Verlauf depressiver Störungen oder einer Schizophrenie auftreten, sollten hier nicht berücksichtigt werden.

Exkl.:
Rückenschmerzen o.n.A. (M54.9-)
Schmerz:
akut (R52.0)
chronisch (R52.2)
therapieresistent (R52.1)
o.n.A. (R52.9)
F45.40 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
Definition
Die vorherrschende Beschwerde ist ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht hinreichend erklärt werden kann. Er tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf, denen die Hauptrolle für Beginn, Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen zukommt. Die Folge ist meist eine beträchtlich gesteigerte persönliche oder medizinische Hilfe und Unterstützung.
Inkl.:
Psychalgie
Psychogen:
Kopfschmerz
Rückenschmerz
Somatoforme Schmerzstörung
Exkl.:
Spannungskopfschmerz (G44.2)
F45.41 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Definition
Im Vordergrund des klinischen Bildes stehen seit mindestens 6 Monaten bestehende Schmerzen in einer oder mehreren anatomischen Regionen, die ihren Ausgangspunkt in einem physiologischen Prozess oder einer körperlichen Störung haben. Psychischen Faktoren wird eine wichtige Rolle für Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen beigemessen, jedoch nicht die ursächliche Rolle für deren Beginn. Der Schmerz verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden und Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen. Der Schmerz wird nicht absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht (wie bei der vorgetäuschten Störung oder Simulation). Schmerzstörungen insbesondere im Zusammenhang mit einer affektiven, Angst-, Somatisierungs- oder psychotischen Störung sollen hier nicht berücksichtigt werden.
Exkl.:
Andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (F62.80)
Psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten (F54)

F45.8 Sonstige somatoforme Störungen

Definition

Hier sollten alle anderen Störungen der Wahrnehmung, der Körperfunktion und des Krankheitsverhaltens klassifiziert werden, die nicht durch das vegetative Nervensystem vermittelt werden, die auf spezifische Teile oder Systeme des Körpers begrenzt sind und mit belastenden Ereignissen oder Problemen eng in Verbindung stehen.

Inkl.:
Psychogen:
Dysmenorrhoe
Dysphagie, einschließlich "Globus hystericus"
Pruritus
Tortikollis
Zähneknirschen

F45.9 Somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet

Inkl.:
Psychosomatische Störung o.n.A.

F48.- Andere neurotische Störungen

F48.0 Neurasthenie

Definition

Im Erscheinungsbild zeigen sich beträchtliche kulturelle Unterschiede. Zwei Hauptformen überschneiden sich beträchtlich. Bei einer Form ist das Hauptcharakteristikum die Klage über vermehrte Müdigkeit nach geistigen Anstrengungen, häufig verbunden mit abnehmender Arbeitsleistung oder Effektivität bei der Bewältigung täglicher Aufgaben. Die geistige Ermüdbarkeit wird typischerweise als unangenehmes Eindringen ablenkender Assoziationen oder Erinnerungen beschrieben, als Konzentrationsschwäche und allgemein ineffektives Denken. Bei der anderen Form liegt das Schwergewicht auf Gefühlen körperlicher Schwäche und Erschöpfung nach nur geringer Anstrengung, begleitet von muskulären und anderen Schmerzen und der Unfähigkeit, sich zu entspannen. Bei beiden Formen finden sich eine ganze Reihe von anderen unangenehmen körperlichen Empfindungen wie Schwindelgefühl, Spannungskopfschmerz und allgemeine Unsicherheit. Sorge über abnehmendes geistiges und körperliches Wohlbefinden, Reizbarkeit, Freudlosigkeit, Depression und Angst sind häufig. Der Schlaf ist oft in der ersten und mittleren Phase gestört, es kann aber auch Hypersomnie im Vordergrund stehen.

Inkl.:
Ermüdungssyndrom
Kodierhinweis
Soll eine vorausgegangene Krankheit angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen.
Exkl.:
Asthenie o.n.A. (R53)
Benigne myalgische Enzephalomyelitis [postvirales Müdigkeitssyndrom] (G93.3)
Burn-out-Syndrom (Z73)
Chronisches Müdigkeitssyndrom [Chronic fatigue syndrome] (G93.3)
Psychasthenie (F48.8)
Unwohlsein und Ermüdung (R53)

F48.1 Depersonalisations- und Derealisationssyndrom

Definition

Eine seltene Störung, bei der ein Patient spontan beklagt, das seine geistige Aktivität, sein Körper oder die Umgebung sich in ihrer Qualität verändert haben, und unwirklich, wie in weiter Ferne oder automatisiert erlebt werden. Neben vielen anderen Phänomenen und Symptomen klagen die Patienten am häufigsten über den Verlust von Emotionen, über Entfremdung und Loslösung vom eigenen Denken, vom Körper oder von der umgebenden realen Welt. Trotz der dramatischen Form dieser Erfahrungen ist sich der betreffende Patient der Unwirklichkeit dieser Veränderung bewusst. Das Sensorium ist normal, die Möglichkeiten des emotionalen Ausdrucks intakt. Depersonalisations- und Derealisationsphänomene können im Rahmen einer schizophrenen, depressiven, phobischen oder Zwangsstörung auftreten. In solchen Fällen sollte die Diagnose der im Vordergrund stehenden Störung gestellt werden.

F48.8 Sonstige neurotische Störungen

Inkl.:
Beschäftigungsneurose, einschließlich Schreibkrämpfen
Dhat-Syndrom
Psychasthenie
Psychasthenische Neurose
Psychogene Synkope

F48.9 Neurotische Störung, nicht näher bezeichnet

Inkl.:
Neurose o.n.A.

Z73 Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung

Inkl.:
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen
Ausgebranntsein [Burn-out, Burnout]
Einschränkung von Aktivitäten durch Behinderung
Körperliche oder psychische Belastung o.n.A.
Mangel an Entspannung oder Freizeit
Sozialer Rollenkonflikt, anderenorts nicht klassifiziert
Stress, anderenorts nicht klassifiziert
Unzulängliche soziale Fähigkeiten, anderenorts nicht klassifiziert
Zustand der totalen Erschöpfung
Exkl.:
Probleme mit Bezug auf Pflegebedürftigkeit (Z74.-)
Probleme mit Bezug auf sozioökonomische oder psychosoziale Umstände (Z55-Z65)
ICD-11
QE65  Burn-out  [Burnout]

Description
Burn-out is a syndrome conceptualized as resulting from chronic workplace stress that has not been successfully managed. It is characterized by three dimensions: 1) feelings of energy depletion or exhaustion; 2) increased mental distance from one’s job, or feelings of negativism or cynicism related to one's job; and 3) reduced professional efficacy. Burn-out refers specifically to phenomena in the occupational context and should not be applied to describe experiences in other areas of life.
Additional Information
Burn-out is a condition, characterized by mental and physical exhaustion. This condition is not a single event but a process in which everyday stresses and anxieties gradually undermine one's mental and physical health. It can cause diminished sense of personal accomplishment, and cynicsm.

Beschreibung
Burnout ist ein Syndrom, das aus chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich behandelt wurde, abgeleitet wurde. Es ist durch drei Dimensionen gekennzeichnet: 1) Gefühle von Energieverarmung oder Erschöpfung; 2) erhöhte mentale Distanz zur eigenen Arbeit oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus im Zusammenhang mit der eigenen Arbeit; und 3) verringerte professionelle Wirksamkeit. Burnout bezieht sich speziell auf Phänomene im beruflichen Kontext und sollte nicht angewendet werden, um Erfahrungen in anderen Lebensbereichen zu beschreiben.
Zusätzliche Information
Burnout ist eine Erkrankung, die durch geistige und körperliche Erschöpfung gekennzeichnet ist. Diese Bedingung ist kein einzelnes Ereignis, sondern ein Prozess, in dem alltägliche Belastungen und Ängste allmählich die geistige und körperliche Gesundheit untergraben. Burnout kann das Gespür für persönliche Leistung vermindern und Zynismus verursachen.


Inclusion
   State of burn-out   Zustand des Ausgebranntseins
State of vital exhaustion Zustand der vitalen Erschöpfung
Exclusion
   Adjustment disorder (6B73)   Anpassungsstörung [Kulturschock (F43.2 ICD-10)]
Disorders specifically associated with stress (6B70-6B7Z) Erkrankungen spezifisch verknüpft mit Stress [Reaktionen auf schwere Belastungen (F43 ICD-10)]
Anxiety and fear-related disorders (6B30-6B3Z) Angst- und Panikstörungen sowie phobische Erkrankungen (F40-F41 ICD-10)
Mood disorders (6A80-6B1Z) Affektive Störungen [Bipolare Störung, Depression, Manie (F30-F39 ICD-10)]

Zuletzt aktualisiert am 02.02.2017.
Die vorstehende, vom amtlichen Format als informationelles Mehrwertprodukt abgeleitete Zusammenstellung der psychischen und Verhaltensstörungen aus den Klassifikationssystemen ICD-10 und ICD-11 listet selektiv nur jene psychodiagnostisch unterschiedenen Störungen und Erkrankungen auf, für deren Behandlung die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten der ABARIS Angstambulanz dezidiert eine Beratung und Hilfestellung mit ihrem Coaching anbieten, und erfolgte unter der erlaubten Nutzung der "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems", Revision 10, ICD-10, und Revision 11 (Entwurf), ICD-11, wie sie hierfür von der World Health Organization (WHO) in Genf und vom Deutschen Institut für Medizische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln als WHO-Kooperations­zentrum für das System der internationalen Klassifikationen bereitgestellt wurde.

 
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