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Kaffeehaus ⇢ Angst und Angstambulanz ⇢ Reizkonfrontation als Angsttherapie

Reizkonfrontation und Flooding als Angst-Therapie — Ist das die kognitive Psychotherapie, die Sie anbieten?

Vorweg zusammengefasst: Die Frage ist mit einem doppelten Nein zu beantworten. Bei uns muss niemand die Situationen, vor denen eine Angst gelernt worden ist, mit Angstattacken oder Panikanfällen "beüben", wie dies bei Reizkonfrontation und Flooding üblich ist. Bei uns lernen Klientinnen und Klienten vielmehr, ihr fehlerhaftes Denken vorab so zu korrigieren, dass sie die bisher gefürchteten Situationen von vornherein ohne Angst angehen, durchstehen und absolvieren.

Die Reizkonfrontation in direkter Begleitung oder durch aktive Mithilfe eines Psychotherapeuten, die auch als Flooding, Expositionstherapie, Reizkonfrontations­therapie oder nur Konfrontationstherapie bezeichnet wird, ist kein Bestandteil der kognitiven Psychotherapie. Die therapeutisch begleitete Reizkonfrontations-Therapie ist ein Instrument der konventionellen behavioralen Verhaltenstherapie, in der Psychotherapeuten mit ihren Patienten noch praktische Übungen durchführten. Nach unserer Erfahrung ist sie jedoch nicht mehr ganz zeitgemäß. In der ABARIS Angstambulanz brauchten wir sie seit dem Jahr 2001 nicht mehr anzubieten, weil unsere ausgereifte kognitive Therapie unsere Klienten ausreichend befähigt, die angstbesetzten Situationen anhaltend erfolgreich allein zu bewältigen und zu meistern.

Reizkonfrontation als Konfrontationstherapie allein ist unsinnig

Die Konfrontationstherapie, die im deutschen Sprachraum auch mit dem englischen Begriff als Flooding (Reizüberflutung mit Angst und Panik) bezeichnet wird, wird bei konventionellen Verhaltenstherapeuten in der behavioralen Verhaltenstherapie zur Angsttherapie in der Weise benutzt, dass der Patient zur therapeutisch gewünschten Provokation von Angst und Panik der Angstquelle oder ihrem Kontext solange ausgesetzt wird, bis das durch Angst und Panik akut explodierte emotionale und physiologische Erregungsniveau aufgrund der körperlichen Erschöpfung abgeflaut ist. Bei dieser Konfrontation (Exposition) ist es die Aufgabe des begleitenden Psychotherapeuten, den Patienten an der Flucht aus der Situation und der Ablenkung zu hindern beziehungsweise, wie es fachsprachlich heißt, die motorische und kognitive Vermeidungsreaktion zu unterbinden.

Die theoretische Grundannahme, die hinter dieser sehr brutal wirkenden Therapiemethode steht, ist die Erwartung, dass der betroffene Phobiker, wenn er seine Panik und Angstattacke in der therapeutisch begleiteten Reizkonfrontation völlig erschöpft überstanden hat, daraus lernt, dass die Situation nicht wirklich so gefährlich sei, wie er zuvor meinte, und dass er sie entgegen seiner Befürchtung tatsächlich bewältigen könne. Nur leider erweist sich diese Erwartung nicht in allen Fällen als zutreffend, weil der als wahrlich "schrecklich" und "grausam" durchlebte Zustand von extremer Angst und Panik nicht von allen solchermaßen Behandelten mit der fragwürdigen therapeutischen Suggestion verknüpft werden kann, das Aushalten der Angst- und Panikattacken habe eine "erfolgreiche Bewältigung der zuvor gefürchteten Herausforderung ermöglicht", wie bei Wikipedia über die Konfrontationstherapie zu lesen ist. Tatsächlich ist das eine in großen Teilen unsinnige Argumentation.

Im Vergleich zu der inzwischen als unwirksam erkannten Psychoanalyse war die Konfrontationstherapie bei Angst- und Panikstörungen als Element der Verhaltenstherapie immerhin insofern ein Fortschritt, als dass die betroffenen Patienten sich mit ihren Angstsituationen tatsächlich praktisch auseinandersetzten. Allerdings: Ohne die zwingend erforderliche vorausgehende und begleitende psychotherapeutische Behebung der kognitiven Fehler (Denkfehler) im Umgang mit den angstauslösenden und phobischen Situationen bleiben die Ergebnisse einer nur auf die physische Konfrontation mit den angstauslösenden und phobischen Situationen beschränkten verhaltenstherapeutischen Intervention freilich bescheiden oder können, weil die tatsächlich erlebten extremen emotionalen und körperlichen Angstreaktionen sich fest im Gedächtnis einbrennen, sogar zur weiteren Verstärkung der Angst- und Panikstörung führen, wie die zitierten Praxisberichte in der Zeitschrift "PSYCHOTHERAPIE" weiter unten illustrieren.

Auch die ABARIS Angstambulanz hat nach ihrer Gründung im Jahr 1992 die kognitiv-behaviorale Verhaltenstherapie mit der Ergänzung durch die Reizkonfrontation (Flooding) in realen Lebenssituationen bis zum Jahr 2001 angeboten — immer jedoch in Verbindung mit der intensiven und vorausgehenden Bearbeitung der phobischen Kognitionen durch die kognitive Psychotherapie. Erst wenn der Patient oder Klient seine Denkfehler im Umgang mit den Ängsten vollständig kennt, die kognitiven, emotionalen und körperlichen Wirk­zusammen­hänge verstanden hat sowie über das Handwerkszeug verfügt, mit den angstauslösenden Situationen richtig umzugehen, macht es Sinn, ihn mit der von ihm gefürchteten Wirklichkeit zu konfrontieren.

Kognitive Therapie — Befreiende Konfrontation mit der Wahrheit

"Der Weg aus dem Dunkel der Angst in das Licht der Freiheit konfrontiert mit unbequemen Wahrheiten", haben wir auf unserer Startseite geschrieben. Auch die Konfrontation mit der Wahrheit kann man eine "Konfrontationstherapie" nennen. Auf unserer Seite  Statistik  haben wir indessen erläutert, dass es das herausragende Merkmal der kognitiven Therapie ist, ausschliesslich mit der Aufklärung, der Offenlegung und dem Bewußtmachen von Denkfehlern und Fehlverhalten zu arbeiten, also edukativ die psychofunktionale Wahrheit über die individuellen Störungen, Probleme und deren Wirkungsgefüge zu vermitteln und transparent zu machen.

Dabei ist im Besonderen mit der Herausforderung umzugehen, welche der deutsche Dramatiker August von Kotzebue in seinem Schauspiel "Lohn der Wahrheit" 1801 in die Worte kleidete: "Wahrheit ist eine widerliche Arznei; man bleibt lieber krank, ehe man sich entschließt, sie einzunehmen." Insofern ist es sicher zutreffend, dass die Konfrontation mit der Wahrheit zuweilen schmerzhaft sein kann. Dieser Konflikt der Hilfesuchenden zwischen ihrem aufrichtigen Hilfebegehren auf der einen Seite und ihrem Widerstand gegenüber der ungewohnten Wahrheit auf der anderen Seite überfordert psychotherapeutische Berufsanfänger leicht. In der akademischen Psychotherapie-Ausbildung kann man schwerlich praktisch lernen, wie die Widerstandsenergie des Kranken geschickt genutzt werden kann, um sie in die konstruktive Problemlösung und Heilung zu lenken. Weil ihnen die professionelle Erfahrung fehlt, wie sie die große Kraft der Worte, die das einzige Werkzeug der kognitiven Therapie sind, therapeutisch geschmeidig entfalten können, neigen junge Psychotherapeuten daher eher zu den "brutalen Holzhammer-Techniken aus der Vergangenheit der Verhaltenstherapie" wie die Zeitschrift "PSYCHOTHERAPIE" im Jahr 2001 über die Anwendung der Konfrontationstherapie ohne kognitive Therapie schrieb [siehe Teil 3].

In einem der dort berichteten Therapie-Beispiele antwortete der junge Psychologe einer Psychotherapie-Klinik seinem Patienten auf dessen Besorgnis, er könne bei der Konfrontations-Übung sterben, schlicht: "Dann hole ich den Leichenwagen." Solche Verhaltenstherapeuten haben es nicht besser gelernt und vermögen selbst nicht zu erkennen, dass es kein Merkmal einer intelligenten und vertrauensvollen Psychotherapie sein kann, den mitunter natürlichen Widerstand gegen die Wahrheit mit roher Gewalt zu brechen.

In den 25 Jahren mit kognitiver Therapie und kognitivem Coaching haben wir in der ABARIS Angstambulanz viel Erfahrung darin erworben, unseren Klienten die therapeutischen Wahrheiten in einer Art und Weise der aktiv geführten und unterstützten Selbsterkenntnis zu vermitteln, die nicht als schmerzhaft, sondern als beglückend und befreiend erlebt wird. Das ist der therapeutische Kern und die hohe Kunst der modernen kognitiven Therapie.

Das Beste bei Angst, Panik, Phobien — Kognitive Psychotherapie

Seit unserer Gründung im Jahr 1992 ist die Psychotherapieforschung weiter voran geschritten und das psychotherapeutische Wissen gewachsen. Am 19.12.2001 stellte der Gründer der ABARIS Angstambulanz, Psychotherapeut Dietmar Luchmann, in einem Interview mit  Focus TV  fest: "Die nach dem Stand der Wissenschaft nachweislich beste Therapie bei Angst- und Panikstörungen, Phobien und Depressionen ist eine kognitive Psychotherapie. Sehr gute Psychotherapeuten führen ihre Patienten inzwischen mit ausschließlich kognitiver Arbeit zum Therapieziel. Das heißt, die von den Psychotherapeuten begleiteten Übungsanteile, die in der Verhaltenstherapie bei Angst- und Panikstörungen sowie Zwängen früher typisch waren, können heute oft entfallen. Die Patienten werden mit kognitiver Therapie befähigt, den Übungsteil jeder Psychotherapie, das übende Umlernen in ihrem Denken und Verhalten im Alltag, in der Familie und im Beruf allein zu verwirklichen. Das senkt die Therapiekosten erheblich."

Tatsächlich benötigen die Klientinnen und Klienten der ABARIS Angstambulanz seit dem Jahr 2001 keinerlei therapeutisch begleitete Reizkonfrontation mehr und gelangen ausschließlich mit unserer kognitiven Therapie bzw. unserem kognitiven Coaching zu ihrem gewünschen Erfolg bei der Überwindung von Angst, Panik und Phobien sowie den damit verbundenen depressiven Störungen.

Aus der Zeitschrift "PSYCHOTHERAPIE" dürfen wir hier als er­gän­zen­de Lektüre unverändert einen dreiteiligen Artikel vom 31.12.2001 über die Angst-Therapie mit Reizkonfrontation und Konfrontationstherapie bereitstellen. Aus diesem Artikel wird gut erkennbar, wie die Konfrontationstherapie mit der Reizkonfrontation nicht praktiziert werden sollte und warum ihr zwingend eine kognitive Vorbereitung vorausgehen muss. Nach dem Stand der Psychotherapieforschung ist in der Psychotherapiepraxis heute die Konfrontationstherapie mit der Begleitung durch einen Psychotherapeuten unnötig geworden, weil die kognitive Psychotherapie — mitunter auch als kognitive Verhaltenstherapie bezeichnet — in der Regel allein therapeutisch zielführend und völlig ausreichend ist. Lesen Sie den Bericht über Reizkonfrontation, Exposition und Flooding als Angsttherapie, beginnend mit  Teil 1 .

Beispiele aus der Psychotherapie-Praxis:
Reizkonfrontation, Exposition und Flooding als Angsttherapie — Teil 1
Reizkonfrontation, Exposition und Flooding als Angsttherapie — Teil 2
Reizkonfrontation, Exposition und Flooding als Angsttherapie — Teil 3

 
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