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Risiken und Nebenwirkungen der Psychotherapie von Angst und Panik

Die gefährlichste Biowaffe ist der aufgeklärte, seine eigenen Interessen erkennende und sich seines eigenen unabhängigen Verstandes bedienende freie Mensch, der sein Denken selbst kontrolliert und seine Gedanken in die Welt trägt. "Ein Gedanke ist wie ein Virus, resistent, hochansteckend und die kleinste Saat eines Gedanken kann wachsen", spricht der Protagonist Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) in der Filmgeschichte "Inception",[1] in der professionelle Diebe Träume in den Köpfen von Menschen platzieren und steuern, um sie zu bestehlen — eine unterhaltsame Facette in der jahrhundertealten Geschichte wechselseitiger Manipulation von Menschen.

Wer sich nicht fremdsteuern und seine Lebenszeit nicht durch Illusionen rauben lassen will, kann der Empfehlung folgen, die Immanuel Kant 1784 für den "Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit" gab: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen".[2]

Allerdings: Selbstbestimmt zu denken, birgt beträchtliche Gefahren. Ein Mensch, der eigenständig zu denken beginnt, kann leicht auf Gedanken kommen, von denen die Regierung meint, dass diese unbotmäßig sind, um nur eine der harmlosesten staatlichen Bewertungen von unerwünschtem selbständigen Denken im Volk zu benennen. Der französische Staatstheoretiker der Aufklärung, Charles de Secondat, Baron de Montesquieu, schrieb 1748 in seinem Hauptwerk "Vom Geist der Gesetze", das von der Zensur auf den Index gesetzt wurde: "In einer Despotie ist es gleich gefährlich, wenn jemand gut oder schlecht denkt; es genügt, dass er denkt, um den Führer der Regierung zu beunruhigen."[3]

Ein freier und aufgeklärter, sich selbst entfaltender, eigenständig denkender und handelnder Mensch wird auch heute von den Regierenden für gewöhnlich als Bedrohung empfunden und entsprechend bekämpft. Zum Beispiel durch zielgerichtete Verunsicherung, dreiste Lüge, systematische Ausgrenzung, Diffamierung und Verleumdung, verdeckte oder offene Zensur, indirektes oder direktes Berufsverbot, Folterwerkzeuge ungerechter Abgabenerhebung und Besteuerung, wirtschaftlichen Ruin, despotische Gesetze und Willkür bei deren Auslegung, staatlich sanktionierte Zersetzung des Lebensumfeldes, organisierten Terror (terror, lat.: Schrecken erregendes Ereignis) — und so fort.

Selbstbestimmung — eine fast unerreichbare Utopie

In der Unfreiheit einer Diktatur verkommen Grundrechte wie das Recht auf Meinungsfreiheit zu einer Illusion. Wenn die gewöhnlichen Instrumente der Unterdrückung und Propaganda nicht mehr ausreichen, stellen totalitäre Herrschaftssysteme allen Bemühungen der Aufklärung derart massive Prallböcke in den Weg, die mit der gesamten negativen Energie der überbordenden Geheimdienste, der politischen Polizei, der Staatsanwaltschaften und aller systemzugehörigen Funktionsträger jeden Versuch, der Empfehlung von Immanuel Kant zu folgen, "von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen",[4] in der vollständigen Vernichtung der bürgerlichen Existenz enden lassen.

Die Regierenden "haben sich im Namen des Realismus eine ganz eigene paranoide Realität geschaffen",[5] stellte der amerikanische Soziologe Charles Wright Mills 1956 fest. In den Echokammern ihres Wahngebäudes haben sie "die verantwortungs­bewusste Interpretation der Ereignisse mit der Verschleierung von Ereignissen durch einen Irrgarten der Öffentlichkeitsarbeit ersetzt; den Respekt vor öffentlichen Debatten mit skrupellosen Konzepten der psychologischen Kriegsführung; die intellektuelle Fähigkeit mit der Gefälligkeit des Scheins und mittelmäßigem Urteilsvermögen; die Fähigkeit, Alternativen auszuarbeiten und ihre Folgen abzuschätzen, mit der bloßen Durchsetzungsmacht der Exekutive."[6] Inzwischen hat dieser Politikstil auf dem Anspruchsniveau staatlicher Käfighaltung auch die Deutschen heimgesucht.

Echte Aufklärung im Sinne von Kant ist bei solcher "alternativlosen" Politik potentiell regierungsfeindlich, denn für die Regierung geht es "letztlich um eine psychologische Kriegsführung gegen die Bevölkerung, die für die Bürger möglichst unsichtbar sein soll, indem sie natürliche 'Schwachstellen' des menschlichen Geistes ausnutzt",[7] erklärte Rainer Mausfeld, von 1993 bis zu seinem Ruhestand Professor für Allgemeine Psychologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. "Die Techniken dieser psychologischen Kriegsführung gegen die Bevölkerung sind in den seither vergangenen 50 Jahren in einer für den einzelnen kaum noch überschaubaren Weise weiterentwickelt und verfeinert worden. Dadurch verfügen die Eliten über ein profundes und umfassendes Wissen über die Eigenschaften unserer Psyche und unseres Geistes, die sich für Manipulationen eignen, während das Manipulationsobjekt, das Volk, nicht einmal eine auch nur halbwegs angemessene Vorstellung davon hat, welche 'Schwachstellen' des menschlichen Geistes in welcher Weise von den Eliten für eine Manipulationen von Meinungen und Gefühlen genutzt werden."[8]

Psychotherapeuten — Heiler oder Scharlatane?

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die sich in einem solchen totalitären System nicht bedingungslos als Systemknechte betätigen, bekämpft und diszipliniert das System ebenso. Das spüren sogar Hilfesuchende. Ein Kommentar in einer großen deutschen Tageszeitung zu einem Artikel über Psychotherapie lautete unlängst: "Mir könnte kein Psychotherapeut der Welt die gegenwärtige Gesellschaftspolitik schönreden, an der ich zunehmend verzweifle."[9]

Das "Schönreden", das Einlullen, das Ablenken vom Wesentlichen — genau das jedoch ist die Aufgabe der Satrapen des Systems, der "Schützer der Herrschaft". Diese Rolle, die früher die Kirche spielte, haben heute, wo immer weniger Menschen in die Kirche gehen, die Psychotherapeuten übernommen. Unter dem Titel "Sei wachsam" sang vor Jahren der deutsche Liedermacher Reinhard Mey: "Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!"[10]

Zudem "ist ganz offensichtlich: Die Therapeuten sind nicht gesünder als ihre Patienten."[11] Dies konstatierte Eva Jaeggi, die erst im sicheren Ruhestand, ein Jahr nach ihrer Emeritierung vom Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Technischen Universität Berlin, an der sie von 1978 bis 2000 lehrte und forschte, ein Buch veröffentlichte, mit dem sie fragte: "Und wer therapiert die Therapeuten?" Eva Jaeggi stellte bei ihrer Untersuchung des Psychotherapeuten-Berufes fest: "Psychische Krankheiten bei Therapeuten sind zahlreich. Die Zahlen variieren, sind aber insgesamt recht deprimierend: 73% Angsterkrankungen, 58% Depressionen, 82% schwere persönliche Probleme, 11% Süchtige, die Suizidrate wird höher geschätzt als beim Durchschnitt".[12] Das heißt, wohlwollend formuliert, 73 Prozent der Psychotherapeuten können mit ihren Patienten kompetent über ihre eigenen Angsterkrankungen fachsimpeln. Diese Ängste und Phobien effektiv zu beseitigen, sind sie zugegebenermaßen außerstande, aber sie vermögen ihren Therapieopfern im gemeinsamen Leiden wenigstens empathisch zu begegnen. Das ist zwar "recht deprimierend", aber so halten jene Psychotherapeuten obrigkeitsgefällig und opportunistisch ihre Opfer weiter "dumm" im krank­machenden System gefangen.

Die Psychotherapeuten, die den hohen Ansprüchen der ABARIS Angstambulanz genügen und unsere Klientinnen und Klienten behandeln, haben ihre eigene Lebenstüchtigkeit und geistige Unabhängigkeit bewiesen, sind garantiert keine Phobiker und beschönigen nichts, insbesondere nicht "die gegenwärtige Gesellschaftspolitik", die in zunehmenden Maße zu psychischen Erkrankungen führt. Für das von ABARIS vorgegebene Honorar arbeiten unsere Psychotherapeuten als professionelle Augenöffner und Aufklärer, die ehrlich die Probleme, Zusammenhänge und Lösungen aufzeigen — im ganz persönlichen und intimen Bereich ebenso wie im sozialen und gesellschaftlichen Kontext.

Leider ist immer noch gültig, was Kurt Tucholsky vor 95 Jahren für Deutschland notierte: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht."[13] Und da wir seit Voltaire, dem prominentesten Vertreter der französischen Aufklärung, dessen hier zitiertes Werk im Jahr 1753 übrigens in Dresden gedruckt wurde, zudem wissen, wie "gefährlich es ist, Recht zu haben, wenn die Regierung Unrecht hat",[14] ist nicht nur der absolute Klientenschutz unser Ziel, sondern aus diesem Grund werden zum Schutz aller Beteiligten auf diesen Seiten bewusst auch die Namen der aktiven Psychotherapeuten nicht genannt, die für die ABARIS Angstambulanz als Coach tätig werden. "Anonymität ist ein Schild vor der Tyrannei", befand der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika in einem Urteil im Jahr 1995 für rechtens.[15]

Ängste und Illusionen — die Herrschaftsinstrumente der "Eliten"

Das Wirkprinzip, das alle Instrumente für die Ausübung von Herrschaft verbindet, ist die Erzeugung von Angst. Die Erzeugung von Angst und Unsicherheit ist ein sehr wirkmächtiges und gleichzeitig besonders widerstandsarmes Mittel zur Begrenzung von freiem Denken und Handeln. Denn je stärker ein Mensch Angst empfindet, umso mehr wird sein Denkvermögen beeinträchtigt. Mit zunehmender Angst wechselt die dominierende Hirnaktivität vom vorderen Teil des Großhirns, dem präfrontalen Kortex, mit dem die höheren kognitiven Prozesse der Erkenntnis organisiert und bewusste Entscheidungen und Handlungen geplant und gesteuert werden, zu den älteren Hirnarealen, durch die das Verhalten stärker emotional beeinflusst wird. Und im Zustand der Panik bestimmen nur noch automatisierte Handlungsmuster und die archaischen Hirnteile mit ihren oft nicht mehr zeitgemäßen Instinkten das Verhalten — dann kann die Regierung in ihrem regierungsamtlichen Verblödungszirkus das Staatsvolk wie einen Tanzbär am Nasenring durch die Manege führen.

Angst zu erzeugen, ist somit der zuverlässigste Zugang zur menschlichen Wahrnehmung, der regelmäßig den klaren Verstand ausschaltet und direkt auf der Gefühlsebene Handlungen auslöst, die häufig nicht mehr rational erklärbar sind. "Aufklärung, Fortschritt und Demokratie sollten sie lindern: die Angst. Doch jetzt herrscht allenthalben Finsternis. [...] Wenn ich heute am helllichten Tag die Zeitung aufschlage, das Radio anknipse, den Browser anwerfe, springt mir Angst wieder überall entgegen",[16] berichtete Tom Schimmeck am 22.03.2015 in der Frankfurter Rundschau: "Zu viel Angst aber lähmt, macht fatalistisch und dumm. [...] Fast überall kann man studieren, wie wirkungsvoll die Angst und die Hysterie, ihre zeternde Schwester, Gesellschaften ins Dunkel treiben."[17] So wird von den Herrschenden planmäßig "eine umfassende Entpolitisierung und politische Lethargie des Staatsvolkes"[18] herbeigeführt und aufrecht erhalten.

Eine Angstbehandlung, die tatsächlich die Angst zu besiegen hilft, wird in einer Zeit der allgegenwärtigen Täuschung, Lüge und Einschüchterung, in der das Aussprechen der Wahrheit mit Existenzvernichtung bestraft wird, zu einem revolutionären Akt. Diesen therapeutischen Konflikt hatte Dietmar Luchmann bereits zwei Monate nach 9/11 pointiert beschrieben. Auf die Frage in einem Interview von FOCUS TV am 12.10.2001, ob eine durch Terror erzeugte Angst behandelt werden müsse, antwortete er: "Man muss das realistisch sehen: Wenn es der Regierung von Nutzen ist, Angst bei ihren Bürgern zu erzeugen, dann wird sie kaum wirklich wollen, dass diese Angstzustände erfolgreich behandelt werden."[19]

Wer die vielgestaltigen Ängste ablegen will, die die Mächtigen als bewährtes Instrument ihrer Herrschaft zur unmerklichen und zielgerichteten Manipulation von Meinungen und Verhalten erzeugen, sollte sich der Gefahr bewusst sein, als angstfreier und freidenkender Mensch möglicherweise zum Ziel politischer Verfolgung zu werden, und ihr aktiv zu begegnen wissen.

Gefangen in der "Matrix" — Selbst der Boden ist Illusion

Das Grundgesetz[20] für die Bundesrepublik Deutschland bestimmt in seinem Artikel 5 Absatz 1: "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten." Und Artikel 20 ergänzt hierzu, "alle Staatsgewalt geht vom Volke aus" und "die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden". Wer diese Grundrechte bedroht sieht, könnte versucht sein, sich auf Absatz 4 dieses Artikels berufen: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."

Entgegen der offiziellen Verbildungslehre beschreibt dieses Grundgesetz, das der Verfassungskonvent von Herrenchiemsee mit Zustimmung der allierten Siegermächte nach dem zweiten Weltkrieg geschaffen hat, nur eine Fiktion, die Scheinwirklichkeit einer deutschen Staats-Illusion. "Was [...] das Gebilde von echter demokratisch legitimierter Staatlichkeit unterscheidet, ist, daß es im Grunde nichts anderes ist als die Organisationsform einer Modalität der Fremdherrschaft", sagte am 08.09.1948 der Staatsrechtler Carlo Schmid als Mitglied des Parlamentarischen Rates.[21]

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur die politischen Manipulations- und Illusionstechniken sind weiter vervollkommnet worden. Deshalb ist diese Wahrheit über die — auf dem Boden des heute rechtlich noch immer fortbestehenden Deutschen Reiches[22] — geschaffene Staatssimulation der BRD[23] nur ganz selten im Klartext zu hören: Auf dem European Banking Congress (EBC) in Frankfurt am Main am 18.11.2011 erklärte der deutsche Bundes­finanz­minister Wolfgang Schäuble, "wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen."[24] Ohne volle Souveränität sind eigene politische Ziele und die Idee der freien Selbstbestimmung des deutschen Volkes nichts anderes als eine Illusion, eine Selbsttäuschung. Die Deutsche Politik war und ist seit dem zweiten Weltkrieg immer abhängig von den Interessen der Siegermächte des Weltkrieges und in vielerlei Facetten deren verlängerter Arm.

Scheindemokratie und Komfortsklaverei — statt Kampf für die Freiheit

Auf dem Verfassungskonvent in Herrenchiemsee 1948 hielt der Staatsrechtsprofessor Schmid es für "praktisch notwendig, einen Katalog jener Grundrechte aufzustellen, die bindendes Recht für die Gerichte sind und auf die sich der einzelne Bürger berufen kann, um einen konkreten Rechtsanspruch einzuklagen oder umgekehrt einen Eingriff des Staates in seine Freiheitssphäre abzuwehren."[25] Unmißverständlich sagte Schmid: "Ohne einen gewissen Mindeststandard   von Grundrechten können wir nicht leben und dürfen wir nicht leben wollen. Wenn die Fremdherrschaft uns daran hindert, diesen Standard zu verwirklichen, dann müssen wir es ablehnen, ein Grundgesetz zu schaffen, dann mögen die Besatzungsmächte durch ein Fait de prince die Ordnung, in der wir zu leben haben, schaffen und die Folgen auf ihr eigenes Risiko nehmen."[26]

Die Vertreter Deutschlands haben sich indes stillschweigend unterworfen. Sie haben es sich in der Unterwerfung gemütlich eingerichtet und akzeptiert, gut besoldete Statthalter eines Vasallenstaates zu sein. Und als brave Söldner bekämpfen sie jeden, der an diesem Zustand rüttelt, insbesondere das eigene Volk. Somit erweist sich dieses scheinbar grundgesetzliche "Recht zum Widerstand" unter Anschauung der brutalen Lebenswirklichkeit als leere Worthülse, als bloße Rechtsillusion. Sobald man es in Anspruch nimmt und meint, die politischen Söldner und Marionetten als Feindagenten entlarven zu müssen, wird man in Deutschland mundtot gemacht. Deutschland ist noch immer ein besetztes Land. Und wirkliche Meinungsfreiheit in einem besetzten Land zu verlangen, ist so unpassend aufreizend, wie eine Freiheitsgöttin in den Gefängnishof zu stellen — eine Vergewaltigung der Meinung gilt an solchen Orten als natürliche Folge, wenn sie nicht willig ist.

Die öffentliche Propaganda suggeriert, im Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12.09.1990 seien von den Alliierten alle jene Rechte an die Bundesrepublik Deutschland übertragen worden, die sie sich 1948 noch vorbehalten hatten. Dies ist eine weitere von vielen Illusionen, der sogar die Abgeordneten des Deutschen Bundestages "naiverweise" auf den Leim gegangen sind, wie Gregor Gysi im dortigen Plenum am 18.11.2013 eingestand.[27] Der Mann ist Rechtsanwalt und seit 1990 Mitglied im Deutschen Bundestag; ist ihm dort in den 20 Jahren nicht aufgefallen, dass Deutschland nicht souverän ist? Immerhin hatte Egon Bahr 2009 öffentlich gemacht, dass jeder deutsche Bundeskanzler vor seinem Amtsantritt einen jeweils "an die Botschafter der drei Mächte – der Vereinigten Staaten, Frankreichs und Großbritanniens – in ihrer Eigenschaft als Hohe Kommissare" gerichteten "Unterwerfungsbrief" zu unterschreiben hatte.[28]

Man kann diese Illusionen große Lügen nennen, die von vielen Feiglingen begierig aufgesogen werden, um sich der Mühe eigenen Denkens und der Gefahr eigenen Handelns zu entziehen. Tatsache ist: Dem britischen Empire ist es im letzten Jahrhundert gelungen, das tüchtige Deutsche Reich als seinen größten Konkurrenten "in allen Bereichen der Technik, der Wissenschaft, der Industrie und des Handels"[29] der Welt gleich zweimal als einen grandiosen kriegerischen Tölpel vorzuführen, den man in Ketten legen muss, um ihn unschädlich zu machen.

Deutsche Geschichte — ab 1914 entwaffnend dumm und dämlich

Der russische Historiker Nikolay Starikov ist der Frage nachgegangen, wer den ersten Weltkrieg initiiert und den zweiten Weltkrieg herbeigeführt hat, indem Hitler gezwungen wurde, Stalin zu überfallen. In seinem im Jahr 2008 erschienenen Buch wies er nach, beide Weltkriege wurden maßgeblich von Großbritannien "so geschickt eingefädelt, dass das ganze deutsche Volk wie ein einfältiger Tropf bei einem Hütchenspiel betrogen wurde".[30] "Nicht Deutschland", so betonte Starikov, "sondern Polen und Großbritannien haben die abgeschlossenen Verträge verletzt!"[31] Fakt sei: "Großbritannien hat planmäßig Hitler-Deutschland auf Russland gehetzt."[32]

Die Wahl zum 4. Deutschen Reichstag am 20.05.1928 endete mit der Schwächung der bürgerlichen Parteien und Gewinnen für SPD und KPD. Die von Adolf Hitler geführte Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) erhielt nur noch 2,6 Prozent der Wählerstimmen (07.12.1924: 3,0 Prozent) und landete damit auf dem neunten Platz innerhalb aller Parteien; von 491 Sitzen im Deutschen Reichstag entfielen nur lächerliche 12 Sitze auf die "Führer"-Partei. "Hitler hatte kein Geld mehr. Alles, was er besaß, hatte er in den laufenden Wahlkampf gesteckt. Er hatte alles investiert und verloren," legte Starikov dar und fragte: "Wer will einen derartigen politischen Außenseiter noch finanzieren? Nur diejenigen, die ihn sehr brauchen."[33]

Es waren "die Geheimdienste von Großbritannien, der USA und Frankreich"[34], die Hitler und seinen Aufstieg finanziert und gefördert haben. "Fast die gesamte 'Antihitlerkoalition', die später beginnt, das von ihr gefütterte Raubtier ins Grab zu treiben."[35] Starikov schrieb: "Es ist höchste Zeit die Wahrheit zu sagen: Nicht Stalin hat Hitler geschaffen, nicht die deutschen Industriellen, sondern die ewigen geopolitischen Gegner Russlands. Sie haben den Zweiten Weltkrieg für die Korrektur der Fehler, die 1917 zugelassen wurden, vorbereitet. Für die Lösung dieser Aufgabe brauchten sie Adolf Hitler. Deshalb konnte ihn niemand stoppen."[36]

Zu demselben Ergebnis kam der US-amerikanische Publizist und Politiker Patrick J. Buchanan, der den US-Präsidenten Richard Nixon, Gerald Ford and Ronald Reagan als Berater diente, und in Bezug auf die britischen Kriegstreiber in seinem ebenfalls 2008 erschienen Buch feststellte: "Die britische Garantie für Polen, die die polnische Entschlossenheit festigte, Deutschland in selbstmörderischem Trotz in der Erwartung einer britischen Militärhilfe zu bekämpfen, von der Neville Chamberlain wusste, dass sie nie kommen würde, war die zynischste Handlung in der britischen Geschichte."[37]

Die britische Wochenzeitung "The Saturday Review", ein Medium für "Politics, Literature, Science, and Art", das von dem konservativen britischen Politiker Alexander Beresford Hope im Jahr 1855 gegründet wurde, der von 1868 bis zu seinem Tod einer der beiden Repräsentanten der "University of Cambridge" im Unterhaus, der politisch entscheidenden Kammer des britischen Parlaments war, schrieb unter dem Titel "Unsere wahre Aussenpolitik" am 24.08.1895: "Vor allem gilt, dass wir Engländer bisher stets gegen unsere Mitbewerber in Handel und Industrie Krieg geführt haben; und unser Hauptrivale in Handel und Industrie ist heute nicht Frankreich, sondern Deutschland. Bei einem Krieg mit Deutschland kämen wir in die Lage, viel zu gewinnen und nichts zu verlieren."[38] In "The Saturday Review" am 01.02.1896 wurde die "biologische Sicht auf die Aussenpolitik" der "angelsächsischen Rasse" unmißverständlich dargelegt: "Wäre morgen jeder Deutsche beseitigt, gäbe es kein englisches Geschäft, kein englisches Unternehmen, das nicht sofort wüchse. [...] Macht Euch fertig zum Kampf gegen Deutschland, denn Deutschland muss vernichtet werden."[39]

Als die Deutschen 20 Jahre nach dem ersten Weltkrieg ein weiteres Mal in die von den Briten ausgelegte Kriegsfalle getappt waren, versuchte der britische Premierminister Winston S. Churchill 1940 sein Regierungs­kabinett mit den Worten zu begeistern, die Menschen in "Deutschland [...] würden für immer auf den Status von Vasallen und Sklaven reduziert werden".[40] Dieses strategische Ziel war in Großbritannien schon 1897 klar benannt worden: "Wenn unser Werk vollendet ist, [...] können wir Frankreich und Russland zurufen: '[...] Nehmt Euch von Deutschland was immer Ihr haben wollt'."[41]

Das ist ganz große Geschichte. Und die bitteren Folgen bestimmen als politische, militärische und wirtschaftliche Wirklichkeit heute das Leben in Deutschland. Die "angelsächsische Rasse"[42] schwelgt in ihrer Weltkriegs-Glorie, und die versklavte deutsche "Köterrasse"[43] ist erfolgreich dressiert worden, jeden hingeworfenen Schuldknochen zu apportieren.

Deutschland auf dem Weg ins Grab — rasend vor Selbsthaß

Der fortgeschrittene Stand der Verdummung und Verblödung, der heute im einst geistes- und naturwissenschaftlich führenden Deutschland erreicht ist, lässt 100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg befürchten, dass die Deutschen wiederum nicht bemerken, wie ein drittes Mal versucht wird, sie "ins Grab zu treiben".[44]

Wie das geschieht?

Nun, die Konkurrenten Deutschlands haben gelernt, dass die mentale Stärke und der Überlebenswille der Deutschen nicht zu bezwingen sind, indem Deutschland materiell zerstört wird. Die Brand- und Phosphorbomben, die von über 750 britischen Lancaster-Bombern der Royal Air Force in zwei Angriffswellen auf die militärisch unverteidigte Lazarett- und Altstadt von Dresden in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 in großer Zahl abgeworfen wurden und über 250000 Zivilisten, hauptsächlich geflüchtete Frauen mit ihren Kindern, vielfach zu Staub verbrannten, so dass nur die steinernen Ruinen von der barocken Kunst- und Kulturstadt ["Elbflorenz" – siehe Foto unten] übrig blieben, haben die Deutschen nicht gebrochen.
Ruinen der Kulturstadt Dresden nach der Bombennacht vom 13. Februar 1945
Denn das Deutsche Reich — als es unter seinem ersten Reichskanzler Otto von Bismarck ab 1871 aufblühte — ist erfolgreich geworden durch deutsche Tüchtigkeit und deutschen Fleiß: Zwischen 1871 und 1914 betrug die durchschnittliche deutsche Arbeitslosenquote mit 1-2 % lediglich ein Fünftel derjenigen von Großbritannien (5-10 %). Das Deutsche Reich blühte auf durch die deutsche Seele und durch den deutschen Geist, durch seine Schulen und Universitäten: Die deutsche Analphabetenquote betrug um die Jahrhundertwende mit weniger als 1 % lediglich ein Zehntel derjenigen von Großbritannien (9,6 %). Die deutsche Sprache war Wissenschaftssprache, die Genialität deutscher Forschung und die Perfektion deutscher Ingenieurs- und Handwerkskunst setzte Standards. Quelle und Inspiration dieses Erfolges im Deutschen Reich waren deutsche Wesenzüge wie Beharrlichkeit und Zuverlässigkeit ebenso wie deutsche Treue, Heimatliebe und Familiensinn. Professoren und Offiziere waren der Stolz des deutschen Kaiserreiches. In seinem Streben nach Vervollkommnung maß sich das Deutschtum an dem Bogen, den Goethe und Bismarck gespannt hatten: Goethe als der Heros des Geistes, der mit der Überlegenheit des Dichters und Denkers die Beschränktheit des professoralen Gelehrten überwand und zu einem universalen Weltverständnis führte, und Bismark als der Heros der Tat, der die Tugenden des preussischen Offiziers mit der Weisheit und Tatkraft des Staatsmannes zum Wohle seines Volkes verband.

Folglich haben die Besatzer seit dem letzten Weltkrieg mit den Instrumenten ihrer Besatzungsmacht den Krieg psychologisch fortgeführt und den Deutschen zwangsweise eine subtile anti-deutsche Gehirnwäsche verabreicht, die ab dem Jahr 1968 zunehmend zu der gewünschten Ablehnung der deutschen Identität und Geschichte sowie zur Negierung der deutschen Tugenden und Werte führte, die dem Deutschen Reich seine innere Stärke gaben.

Viele Menschen aus dieser sogenannten 68er-Bewegung und ihre Kinder, die von dieser perfiden Indoktrination als erste Nachkriegsgeneration seit dem Beginn ihres Lebens infiziert wurden, haben heute wichtige Positionen in Parteien und staatlichen Strukturen erlangt, in denen sie ihre induzierten anti-deutschen Wahnideen ausleben, die wahre Geschichte der Deutschen verteufeln und Deutschland und sein Kulturerbe nachhaltiger zerstören als die äußeren Feinde ihres Vaterlandes dies jemals vermochten. Diese Verrückten und Verräter sind durchaus gebildet, jedoch unfähig zu erkennen, dass ihr anti-deutscher Wahn, Deutschland habe Schuld an beiden Weltkriegen, geradewegs von den geheimen Diensten jener Feinde gespeist wird, die Deutschland zweimal planmäßig und bösartig in den Krieg getrieben haben.

Es ist nicht leicht, dieser über 70 Jahre subtil gesteuerten systematischen Auslese an deutschem Führungspersonal gerecht zu werden, das ihr Vaterland heute auf allen gesellschaftlichen Ebenen weitgehend widerstandslos in den Untergang führt. Diesen Prozess als Negativauslese zu bezeichnen, wäre eine Verkürzung, denn die er­schüt­tern­de Wahrheit ist wohl, dass diese bindungs- und häufig kinderlosen Deutschen nach lebenslanger Indoktrination mit einem perfiden Schuld- und Opfer-Kult, der jedes Gefühl für nationale Verbundenheit und jeden gesunden patriotischen Instinkt schon im Keim erstickt hat, die heute als "transatlantisches Bündnis" verkleidete "biologische Sicht auf die Aussenpolitik" der "angelsächsischen Rasse" aus dem Jahre 1896 [45] so weit als ihre eigene Weltsicht verinnerlicht haben, dass sie Deutschland schlicht nicht als ihr Vaterland und ihre Heimat ansehen, sondern als einen entwicklungs­geschicht­lichen Irrtum be­trach­ten, der ausgelöscht zu werden verdient und wie eine Eiterbeule ausgebrannt werden muß.

So begann die 68er-Revolte "der Studentenschaft unter ihrer Spruchband-Devise 'Schlagt die Germanistik tot, macht die blaue Blume rot' mit Brachialgewalt[46] die deutsche Kulturlandschaft zu zerstören. In diesem psychologischen Krieg der Feinde Deutschlands gegen das Deutschtum wurde nicht nur die blaue Blume der Romantik als des Deutschen Symbol für Sehnsucht, Liebe und das spirituelle Streben nach der Erkenntnis des Selbst in der Verbindung von Natur, Mensch und Geist totgetreten und die deutsche Sprache schlimm verunreinigt und schwer beschädigt; der 50-jährige anti-deutsche Kulturvandalismus der 68er hat Deutschland inzwischen in existenz­bedrohender Weise geistig zersetzt und sittlich verwüstet.

Vernunft und klares Denken als vormals deutsche Tugenden sind vielerorts ersetzt worden durch eine straff geführte Bewegung der irrationalen politischen Hexenjagd, die ihren emotionalen Abschaum heute wie den kochenden Teer im Mittelalter über jeden ausschüttet, der seinen Verstand ge­braucht. Diesen Wahnsinnigen, die sich an der für ihren Verrat an Deutschland ver­liehenen Macht berauschen und rasend in ihrem national-suizidalen Selbsthaß alles originär Deutsche um sich herum verwahrlosen lassen oder zielstrebig vernichten, mit Vernunft oder gar angstfrei ent­ge­gen­zu­treten, ist gefährlich. In der Wahnwelt ihrer Verblendung und politischen Psychose sind sie verstandesmäßig unerreichbar, in der korrumpierten Verkommenheit ihres deformierten ethisch-moralischen Wertesystems menschlich nicht resozialisierbar und am Ende wohl der Untergang der Deutschen — sie schieben schon die Grabplatte über Deutschland.

Angstfreiheit — staatspolitisch unerwünscht

In diesem Sinne ist festzustellen: Eine erfolgreiche Angsttherapie ist unvermeidbar auch eine politische Therapie. Freilich ist dies nicht unser primäres Ziel, sondern eher eine zwangsläufige Nebenwirkung einer guten und erfolgreichen kognitiven Psychotherapie, die die Interessen des Klienten verwirklicht: Sie befreit den Verstand und sie zerstört die Illusionen. Jede erfolgreiche Angsttherapie wird den Menschen, den die Angst in der Entfaltung seiner Persönlichkeit und seiner Fähigkeiten bislang hemmte, von den erlernten Fesseln der Angst befreien und positiv verändern. Unsere Klienten erleben diese Befreiung regelmäßig als ein großes Glück, wie in den  Berichten  zum Ausdruck gebracht wird.

Die Freiheit ist ein unvergleichliches Gewächs: "Die Freiheit ist, hat sie erst einmal Wurzeln geschlagen, eine Pflanze, die sehr schnell wächst",[47] schrieb 1788 George Washington, der erste Präsident der Vereinigten Staaten. Gleichwohl muss "der Baum der Freiheit [...] von Zeit zu Zeit mit dem Blut der Patrioten und der Tyrannen erfrischt werden. Dies ist der Freiheit natürlicher Dünger",[48] bemerkte Thomas Jefferson, der dritte Präsident der Vereinigten Staaten. Diese politische Gartenpflege ist indessen nicht die Aufgabe der Psychotherapie. Unser Beitrag zur Freiheitspflege ist ein höchst persönlicher und beschränkt sich auf das individuelle psychische Wohlergehen, das herbeizuführen oder wieder herzustellen wir helfen können.

Am deutlichsten wird dieser Konflikt zwischen dem natürlichen Freiheitswunsch auf der einen Seite und der krankhaften Anpassungssucht auf der anderen Seite bei der sozialen Phobie, einem vielgestaltigen Störungsbild, das von spürbarer Schüchternheit bis zum handfesten sozialen Handikap reicht. Die zehnte Revision der "Internationalen Klassifikation der Krankheiten"[49] (ICD-10), die die soziale Phobie unter dem Diagnoseschlüssel F40.1 nennt, listet als typische Merkmale dieser Störung die "Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt". Weiter heißt es dort: "Umfassendere soziale Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden." Menschen mit einer sozialen Phobie leiden an einer verzerrten Wahrnehmung, die sie glauben lässt, sie seien nicht gut genug, sie müssten jeden Tag aufs Neue beweisen, dass sie ein Recht haben, da zu sein, wo sie sind.

In Bezug auf die Widerstandsunfähigkeit gegenüber der von den Herrschenden seit Jahrzehnten verabreichten Indoktrination mit dem, was als deutscher Schuldkult und politische Korrektheit (political correctness) bezeichnet wird, hat der psychologisch Kundige die Mehrheit der Deutschen als phobisch zu bezeichnen. Sie haben gedankenlos gelernt, Angst zu haben, wenn die Feinde Deutschlands sie für ihre Liebe zur deutschen Heimat und Kultur als Rassisten bezeichnen. Sie haben widerstandslos gelernt, Angst zu haben, dass sie für die Erinnerung an die Leistungen ihrer Vorfahren und die Pflege guter deutscher Traditionen als Nazis beschimpft werden. Sie haben feige gelernt, ihre Muttersprache zu verunstalten, um von den politisch korrekten Rattenfängern und Denunzianten nicht angegriffen zu werden. Und sie haben schließlich ihr Vaterland verraten, weil sie im Ergebnis der täglich mit der Feindpropaganda konsumierten Angst gelernt haben, nichts so sehr zu fürchten, wie den gesunden und natürlichen Patriotismus, aufrechte und stolze Deutsche zu sein, die sich nicht mit Hitler, sondern mit Lessing, Goethe, Schiller oder Heine verbunden sehen. Nur eine Minderheit hat sich die Fähigkeit erhalten, den eigenen Verstand zu benutzen, und den Mut bewahrt, die Wirklichkeit mit den eigenen Augen anzusehen.

Solche Menschen, die echten Sozialphobiker und die politisch dressierten Pfötchenheber, lassen sich leicht missbrauchen — auf allen Ebenen der Gesellschaft. Eine Angsttherapie ändert das, denn ein motivierter Mensch kann seine Irrtümer und Fehler erkennen und umlernen. Die ABARIS Angstambulanz ist keine Schule für Revolutionäre. Aber der unterwürfig Angepaßte, der gewohnheitsmäßige Vermeider, der routiniert jedem Konflikt auswich und beflissen jedes Problem im vorauseilenden Gehorsam aus dem Weg räumte, in dem er sich bis zur Selbstverleugnung und Selbstaufgabe verbog, wird nach einer erfolgreichen Therapie seiner Ängste und Phobien von seinem bisherigen Umfeld bestenfalls als aufmüpfig empfunden werden und schlimmstenfalls — als Revolutionär.

Die sozialen und politischen Konsequenzen einer erfolgreichen Angst-Reduktion sollten deshalb vor der Inanspruchnahme der ABARIS Angstambulanz bedacht und abgewogen werden. Sklave seiner Angst zu sein, mag als unerträglich empfunden werden, aber in einer täglich verrückter und despotischer werdenden Welt kann die Befreiung des eigenen Denkens aus dem Gefängnis von Angst, Anpassung und Abhängigkeit leicht als von Dritten missverstandene "Radikalisierung" neue und gravierendere Probleme schaffen.

Deutschland — Volk im Würgegriff von Angst und Depression

Die ABARIS Angstambulanz bietet mit ihrer Angsttherapie eine individuelle Aufklärung im besten Sinne. Doch diese Aufklärung und Psychotherapie stört notwendigerweise den Grabesfrieden, in den die zu großen Teilen zielgerichtet verblödete deutsche Gesellschaft inzwischen versunken ist. Dummheit und Denkfaulheit haben sich flächendeckend wie Mehltau, wie ein alles bedeckendes Leichentuch über Deutschland gelegt. Der große Philosoph Baruch Spinoza, der vor rund 350 Jahren das unverbrüchliche Recht auf Gedankenfreiheit postulierte, schrieb: "Ein Staat, dessen Friede nur von der Trägheit der Untertanen abhängt, welche sich wie das Vieh führen lassen und nur das knechtische Gehorchen lernen, hieße richtiger Stall als Staat."[50]

Die Situation, in einem solchen "Stall" gefangen zu sein, hat für die Klienten, die aus Deutschland zu uns kommen, wie wir beobachten, einen immer größeren ursächlichen Anteil an ihren psychischen Problemen. Insofern ist tatsächlich festzustellen, dass das Leben in Deutschland zunehmend krank macht. Vor einem Ausbruch aus diesem "Stall" auf dem Weg der kognitiven Psychotherapie ist es gleichwohl sinnvoll, sehr genau zu überlegen, wie man nach dem Ausbruch mit der erlangten geistigen und mentalen Freiheit zurecht kommen wird. Denn die ABARIS Angstambulanz betreibt keinen Relocation-Service und unter dem großen Leichentuch ist der "Stall" nach wie vor da, mit seiner unerträglichen Einöde, mit seinem Grabesfrieden, der jeden lebendigen Gedanken erstickt — und man selbst mitten drin, umgeben von Menschen, von denen Johann Wolfgang von Goethe sagte: "Niemand ist mehr Sklave als der, der sich für frei hält, ohne es zu sein."[51]

Die erfolgreiche Therapie der Angst bedeutet über den individuellen Freiheitsgewinn hinaus, den der Einzelne für sich zu erlangen vermag, letzlich auch, dass hierdurch den Verbrechern, die sich des Staates bemächtigt haben, gegenüber diesem Individuum das Herrschaftsinstrument der Angst genommen wird. Und dies wird in aller Regel vom herrschenden System und seinen Profiteuren mit allen Mitteln und auf jede Weise rücksichtslos bekämpft. Aber für das einzelne Individuum ist es möglicherweise der Unterschied zwischen Leben und Tod, dass es sich von dieser Angst befreit, wenn es im absehbaren Bürgerkrieg zwischen den Resten der deutschen Kulturnation auf der einen Seite und den eingewanderten archaischen Stammes­gesellschaften auf der anderen Seite überleben will, wie das Beispiel des Terroranschlages der Dschihadisten­organisation "Islamischer Staat" [IS] auf das Pariser Theater "Bataclan" während des Konzerts der kalifornischen Rockband "Eagles of Death Metal" am 13.11.2015 illustriert.

Bataclan — "eine Metapher für die westliche Zivilisation"

Während des Auftritts der "Eagles of Death Metal" im Konzertsaal des "Bataclan" stürmten drei schwer bewaffnete islamistische Terroristen die Veranstaltung, feuerten mit Sturmgewehren in das Publikum und warfen Handgranaten in die Menge. Insgesamt wurden hier 90 Menschen ermordet und viele schwer verletzt und traumatisiert.

Im 1417 Seiten umfassenden Bericht Nummer 3922 der Untersuchungskommission der französischen Nationalversammlung vom 05.07.2016 wird erläutert, wie die drei Islamisten im Theater wüteten. In einer Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit am 21.03.2016 berichteten Einsatzleiter der Polizei von den Geschehnissen.

Brigadier-chef M. T. P. von der Brigade anti-criminalité (BAC), der mit seinen Männern zum Ort des Anschlags kam, geriet dort unter Beschuss durch einen der Terroristen. Er berichtete: "Die Kollegen ließen sich hinter dem Feuerwehrwagen nieder, und ich positionierte mich zur Feuerunterstützung am Achsmotorblock des Polizeibusses - dem einzigen Bereich, der Schutz bietet. Ich hatte eine gute Stütze für die Schrotflinte. Dann bekamen wir eine dritte Feuersalve. Der alleinstehende Terrorist schoss an der Ecke des Boulevard Voltaire und dann, als er bemerkte, dass wir nicht mehr dort waren, zielte er auf das Polizeifahrzeug und das Feuerwehrauto. Eine Kugel ging durch das Feuerwehrfahrzeug hindurch und kam nicht weit vom Kopf von A. D. wieder heraus. Ich konnte nicht zurückschießen, weil ein Zivilist aufgestanden war."[52]

Weiter M. T. P.: "Dann stießen die Soldaten von Vigipirate zu uns [Der Plan 'Vigipirate' ist ein französisches Maßnahmenpaket zum Schutz gegen Terrorismus, in das auch militärische Kräfte einbezogen sind]. Sie waren mit Kriegswaffen ausgerüstet, so dass sie besser als wir in der Lage waren, das Feuer zu erwidern. Ich bat über Funk um die Erlaubnis, sie einzubeziehen, aber man sagte mir: 'Negativ, Sie beziehen das Militär nicht ein, wir sind nicht in einem Kriegsgebiet.'"[53]

Der zum Vorsitzenden der parlamentarischen Untersuchungskommission über die Anschläge in Paris ernannte Abgeordnete der Nationalversammlung und ehemalige Richter Georges Fenech, der die Anhörung leitete, sagte: "Ich glaube, dass einige Dinge nie gesagt wurden. Ich denke, wir könnten vielleicht an dieser Stelle die Dinge klären." Brigadier-chef M. T. P. antwortete hierauf: "Die Leichen [der Opfer] wurden den Familien nicht gezeigt, weil es enthauptete Menschen, Menschen, denen die Kehle durchgeschnitten war, Menschen, die ausgeweidet waren, gab. Einigen Frauen waren mit Messern die Genitalien verstümmelt worden."[54]

Auf eine Nachfrage ergänzt Brigadier-chef M. T. P.: "Menschen wurden enthauptet, es wurde ihnen die Kehle durchgeschnitten und sie wurden ausgeweidet. Es gab Nachahmungen von sexuellen Handlungen an Frauen und Stichwunden an den Genitalien. Wenn ich mich nicht irre, wurden die Augen bei einigen der Opfer herausgerissen."[55]

Jesse Hughes, der Frontmann und Sänger der kalifornischen Rockband "Eagles of Death Metal", deren Mitglieder sich alle über den Bühnenausgang retten konnten, berichtete in "Taki's Magazine" am 14.05.2016, wie er die IS-Attacke auf das "Bataclan" wahrgenommen und erlebt hatte. Nachfolgend ein paar Ausschnitte aus diesem Interview,[56] das mit seinem Titel das Problem benennt:

"Unterwerfung in den Tod" — "Surrendering to Death"

"Takimag: Es ist schwer, über den Angriff zu sprechen, ohne so zu klingen, als würdest du den Opfern die Schuld geben, aber es ist unmöglich zu bestreiten, dass die Furcht vor Islamophobie und die Angst vor Waffen in dieser Nacht zu vielen Toten führten.
Jesse Hughes: Ich sah die Furcht wie eine Decke auf die ganze Menge fallen, und sie beugten sich wie Weizen im Wind — so, wie du es vor einem Gott tun würdest. Ich war von Anfang an total wachsam. Das erste, was ich tun musste, war meine Freundin zu finden. Die Angst trat in den Hintergrund und der Gedanke 'Wo ist mein Mädchen?' übernahm die Führung. Ich konnte Schießpulver hinter den Kulissen riechen und ich wusste, dass jemand dort hinten eine Salve abgefeuert hatte. Ich sah einen Kerl mit einem automatischen Gewehr, und als er mir sein Gesicht zuwandte, sahen seine Augen wie Murmeln aus. Er war total bekifft, und wir wissen jetzt, dass sie Xanax und Kokain genommen haben. Ich erkannte ihn wieder. Ich hatte ihn früher am Tag gesehen und bemerkt, wie er uns anstarrte.
[...]
Glauben Sie, dass die politische Korrektheit unsere natürlichen Instinkte tötet und uns damit verwundbar macht?
Jesse Hughes: Auf jeden Fall. Zwei Mädchen waren beteiligt. Sie waren am Schauplatz und verschwanden vor der Schießerei, und diese Frauen waren in traditionellem muslimischem Gewand. Sie wussten, dass die Leute sie nicht überprüfen würden, weil sie so gekleidet waren. Sie wurden ein paar Tage später geschnappt.
Die Angst, Muslime zu beleidigen, ist die größte Waffe des Terroristen.
Jesse Hughes: Schau dir die Typen an, die in Brüssel gebombt haben. Sie trugen auf einer Hand schwarze Handschuhe. Ihr Gepäck war zu schwer zum Heben, aber niemand sollte ihnen dabei helfen. Niemand hat das angesprochen, bis die Bomben hochgegangen sind.
Wir würden lieber sterben, als bigott genannt zu werden.
Jesse Hughes: Wie wird ein Glaube mit Rassismus in Verbindung gebracht? Nimm einfach das Wort 'Islam' raus und ersetze es durch 'Kommunismus'. Es ist eine Ideologie. In der gleichen Weise, wie die Rosenbergs nukleare Geheimnisse von Amerika aus verkaufen konnten, können uns muslimische Terroristen von innen angreifen. Es gilt einfach alles als in Ordnung, wenn es um Muslime in der heutigen Zeit geht.
[...]
Ich habe gehört, dass du gesagt hast, du würdest dein Überleben deiner Kindheit verdanken. Du hattest einen richtigen Vater, der sich um dich kümmerte und dir etwas über Waffen beigebracht hat.
Jesse Hughes: Ich wusste, was Gewehrfeuer war. Ich konnte klar denken. Ich konnte auch die praktischen Lektionen aus meinem Leben erinnern, weil ich schon als Kind kämpfen mußte. Meine Mutter hat niemanden jemals verklagt. Ich hatte keine Spielverabredungen. Ich hatte eine praktische Erziehung in der Wüste, wo du dich aus deinen Problemen selbst befreien musstest. Auch ein Grund, warum ich mit diesem Heilungsprozess gut umgehen konnte, ist, dass alles, was mir zu glauben gelehrt wurde, sich in dieser Nacht bestätigte. In gewisser Weise ist das ein Segen Gottes. Als die ersten Kugeln abgefeuert wurden, sahen mich die Leute an. Daran erinnere ich mich. Es hat mich wütend gemacht, weil ich sofort wusste, dass das schlimm ausgehen wird. Ich wusste, dass diese Kinder keine Ahnung hatten, was auf sie zukommt. Keine. Sie hatten noch nie einen Schuss im wirklichen Leben gehört und es hat sie voll erwischt.
Politische Korrektheit tötet.
Jesse Hughes: Davey [Bassist Dave Catching] war mitten auf der Bühne, und als die Lichter angingen, sah er Scheiße, die er noch nie zuvor in seinem Leben gesehen hatte, schreckliche Dinge. Es gibt keine Parallele. Es ist nicht nur der Tod. Es sind die ahnungslosesten, unschuldigsten Opfer, die man sich vorstellen kann — Menschen, die vom Terror erstarrt sind und sich dadurch nicht bewegen können.
Es ist wie eine Metapher für die gesamte westliche Zivilisation.
Jesse Hughes: Ich sah sieben Menschen sterben. Ein paar von ihnen waren nur einen Schritt von der Barriere entfernt. Sie hätten sich rückwärts fallen lassen und am Leben bleiben können, aber sie hatten zu viel Angst, um sich überhaupt umzudrehen. Ich erinnere mich an eine Frau, die einfach mit erhobenen Händen ihre Unterwerfung anbot. Der Terrorist sah sie schließlich, und alles, was sie tat, war, 'Nein, nein, nein' zu sagen. Sie unterwarf sich dem Tod vor meinen eigenen Augen. Ich schrie sie an, 'HEY!', aber ich glaube nicht, dass sie mich hören konnte. Sie war so erschrocken, ich glaube, sie hatte schon aufgegeben.
Kann man sagen, dass die liberale Denkweise diesen Zwang zur Unterwerfung geschaffen hat?
Jesse Hughes: Ich gebe dieser Denkweise die alleinige Schuld. Wenn man den Leuten sagt, dass sie sich nicht selbst helfen können und dass sie Kinder sind, schwächt man sie bis zu einem Punkt, an dem einen Schritt entfernt das Leben ist und sie es nicht sehen können, weil sie zu viel Angst haben.
In gewisser Weise sind wir zweifach unbewaffnet. Wir sind im Wortsinne unbewaffnet und wir sind auch geistig unbewaffnet.
Jesse Hughes: Es ist wie das blökende Schaf in dem Roman 'Die Farm der Tiere'. Du schlägst etwas vor, was von den Gepflogenheiten abweicht, und dann kommt dieser blökende Chor, um dich zu übertönen. Dieser Angriff geschah nicht zufällig.
[...]
Die Pariser denken, alle sind unschuldig, aber die Polizisten denken nicht so. [...]
Jesse Hughes: [...] Wir hatten acht Polizeibeamte an diesem Abend im Publikum. Alle hatten das gleiche Gespräch mit ihren Frauen: 'Soll ich meine Waffe mitnehmen oder nicht?' Alle sagten Nein. Als wir nach Paris zurückgingen und wieder in Paris spielten, standen sie an den gleichen Plätzen wie bei der Original-Show, und sie öffneten ihre Jacken und zeigten mir ihre Waffen, als wollten sie sagen, 'Nicht heute Abend, Ihr Dreckskerle'. Das war schön.
Der Islam weint wie ein Wolf wegen der Islamophobie, um uns zu betäuben und zur leichteren Beute zu machen.
Jesse Hughes: Sie wissen, dass da draußen eine große Zahl weißer Kinder ist, die dumm und blind sind. Ihr habt diese wohlhabenden weißen Kinder, die von ihrer Zeit im Kindergarten an mit einem liberalen Lehrplan aufgewachsen sind, überflutet mit diesen erhabenen Vorstellungen, die nur heiße Luft sind. Seht euch an, wohin das führt."[56]

Aufklärung — zeitlose Worte von Immanuel Kant

Es hat den Anschein, die Entwicklung ist in großen Teilen der westlichen Welt so weit zurückgefallen und die Benutzung des eigenen Verstandes ist so sehr außer Gebrauch geraten, dass ein neues Zeitalter der Aufklärung notwendig ist. Über 200 Jahre nach seiner Beantwortung der Frage, was Aufklärung ist, sind die Worte von Immanuel Kant in der "Berlinischen Monatsschrift" des Jahres 1784 noch immer von unerreichter Klarheit und hochaktuell:

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."[57]

"Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen [...], dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Dass der bei weitem größte Teil der Menschen [...] den Schritt zur Mündigkeit, außer dem dass er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, dass diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeinhin von allen ferneren Versuchen ab."[58]

"Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist vor der Hand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Missbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalsten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur Wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun."[59]

Propaganda — Dauerfeuer gegen den Verstand

Sich seines "eigenen Verstandes zu bedienen" und bewusst die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, mag beschwerlich erscheinen. Denn die gelebte Eigenverantwortung kollidiert regelmäßig mit der Bequemlichkeit, die aus der Konfliktvermeidung resultiert. Eigenverantwortung stört die vermeintliche Komfortzone, die eine Problemverdrängung kurzzeitig schafft. Eigenständiges Denken ist zudem nicht nur äußerst anstrengend, sondern auch noch zwingend geboten, wenn man in der Wirklichkeit einigermaßen selbstbestimmt zurechtkommen und der täglichen Propaganda und Indoktrination entrinnen möchte.

"Ob es uns gefällt oder nicht", so schrieb der Meister der öffentlichen Manipulation, Edward Bernays, bereits im Jahr 1928, "Tatsache ist, dass wir in fast allen Aspekten des täglichen Lebens, ob in Wirtschaft oder Politik, unserem Sozialverhalten oder unseren ethischen Einstellungen, von einer [...] relativ kleinen Gruppe Menschen abhängig sind, die die mentalen Abläufe und gesellschaftlichen Dynamiken von Massen verstehen. Sie ziehen die Fäden, die das öffentliche Bewusstsein steuern [...]."[60] Die vermeintliche Wirklichkeit ist auf diese Weise oft nur Lug und Trug, eine Scheinwelt, die uns von der Kindheit an vorgespiegelt, eingeimpft und vermittelt wird, denn "es gibt kein Gesetz der Natur, dass das, was in der Schule gelehrt wird, wahr sein muss",[61] stellte der Mathematiker, Philosoph und Literatur-Nobelpreisträger Bertrand Russell 1925 in seinem kleinen Büchlein "ABC der Relativität" fest.

Ebenso wenig gibt es ein Naturgesetz, dass die von der Regierung gemachten Gesetze, die das Zusammenleben der Menschen regeln, irgendeine verläßliche Gültigkeit haben müssen. Für einen kurzen Moment lichtete der Präsident des deutschen Bundesverfassungsgerichtes, Andreas Voßkuhle, den Theatervorhang, der die Rechtsillusion des Grundgesetzes verdeckt, als er in einem vom "Deutschlandfunk" am 20.01.2016 ausgestrahlten Gespräch zur "Krise Europas" erklärte, in den vergangenen fünf Jahren sei "eine Sensibilität eingetreten dafür, dass man rechtliche Regelungen nicht immer durchsetzen kann" und "Verträge weit ausgelegt" werden. Dies habe das Vertrauen in rechtsstaatliche Vereinbarungen relativiert.[62] Im Klartext bedeutet dies wohl: Deutschland ist höchstrichterlich sehr "weit ausgelegt" — rechtlos.

Deutsche Angst — das Nationalgefühl des Obrigkeitsstaates

"So werden wir in manchen Bereichen des täglichen Lebens, in denen wir scheinbar aus freiem Willen handeln, unbemerkt von mächtigen Kräften gesteuert", so noch einmal Bernays.[63] In Deutschland ist dies besonders leicht, weil traditionell "eine der Besonderheiten der 'deutschen Mentalität', die am häufigsten wahrgenommen wird, [...] der sogenannte 'Geist der Unterwerfung' oder Untertanengeist" ist.[64]

Auf die hässlichen Folgen weist Bertrand Russell hin: "Der unterwürfige Mensch büßt im Denken wie im Handeln die Kraft zur Initiative ein; außerdem sucht sich sein Ärger über die eigene Gehemmtheit meist ein Ventil im Unterdrücken der Schwächeren."[65]

Als erster Schritt zur geistigen Freiheit und Selbstbestimmung ist folglich das Aufbrechen der fremdbestimmten politischen und medialen Umklammerung erforderlich. Dies beinhaltet die mühevolle Identifikation und Entsorgung der im eigenen Ich abgelegten Inhalte der unbewußten Programmierung der Propaganda, des staatlichen Illusionstheaters, des amtlichen Verbildungsmülls und des seelischen Unrats einer Scheinwelt, den die selbsternannten Eliten über Schulen, Universitäten und Medien als Indoktrinations­anstalten ihren Funktionsträgern und Arbeitssklaven einflößen, um sie leichter beherrschbar zu machen und unter Kontrolle zu halten.

Sklavenperspektive — von innen sieht das Hamsterrad aus wie eine Karriereleiter

Je länger ein Mensch dieser Indoktrination ausgesetzt war, umso schwerer fällt es ihm in der Regel, seinen mentalen Müll zu erkennen und zu entsorgen — er ahnt und fürchtet die Leere, die dann entstünde. Das ist eine große Herausforderung, an der viele Menschen scheitern, für die es unvorstellbar ist, aus dem Millionenheer der "betreuten" Lohnsklaven auszuscheren, die gedankenlos ihre tägliche Dosis Propaganda schlucken und ihre gesamte Lebensenergie im Hamsterrad einer "Karriere" verbrennen, die, von ihnen unbemerkt, ihre Versklavung perfektioniert. Der erhaltene "Lohn" für diese schleichende Selbstzerstörung wird ihnen dann mit dem Konsumterror wieder genommen, indem die Lohnsklaven verführt werden, gedankenlos sinnlosen Modetrends, technischen Spielereien oder anderem Unsinn zu folgen, mit dem sie törichterweise glauben, sich definieren oder mit anderen gleichermaßen geistig armen (Propaganda-) Schluckern wetteifern zu müssen.

Ihre Lebensenergie, die die Lohnsklaven hierbei massenhaft verbrennen, wärmt nur die "relativ kleine Gruppe Menschen", die, wie Edward Bernays erklärte, die Fäden ziehen, "die das öffentliche Bewusstsein steuern" und sich als Spielmacher vergnügt die Taschen füllen.

Der zweite Schritt zur geistigen Freiheit und Selbstbestimmung beinhaltet darum die nicht weniger mühevolle und immerwährende Suche nach den echten Wahrheiten des eigenen Daseins, dem Sinn des Lebens und dem Wissen und Verstehen, wie die Welt wirklich ist. Dazu gehören die Ehrlichkeit und der Respekt vor sich selbst, eine vorurteilsfreie, unbedingte und aufrichtige Neugier sowie das Freilegen und Annehmen der eigenen Wurzeln in ihrer ganzen Breite und Tiefe, denn ein Mensch ohne Vergangenheit ist ein Mensch ohne Zukunft. Die Worte, die den sozialen Zusammenhalt, die Bindung und Verbundenheit innerhalb des eigenen Volkes beschreiben, werden heute zwar noch erinnert, aber man kennt und versteht vielfach nicht mehr deren tiefere Bedeutung.

In dem Maße, wie mit der Achtung vor der Gemeinschaft auch der Begriff der existenzsichernden Volksgemeinschaft als Schutzzone und völkisches Ideal [↷1] einer weitgehend konfliktfrei und harmonisch in der gemeinsamen ethnokulturellen Identität verbundenen nationalstaatlichen Gesellschaft inzwischen als persönliche Erfahrung verloren gegangen ist und nur noch mit den Lügeninhalten propagandistischer Verhetzung assoziiert wird, zeigt sich, wie weit die soziale Vereinzelung und Gleichschaltung der Menschen — beschleunigt durch "asocial media" — bereits um sich gegriffen hat. So werden mit der sozialen Atomisierung planvoll die Menschen eliminiert, die überhaupt noch fähig sind, wirklich und bewußt Verantwortung für sich, ihr Umfeld und ihre Gemeinschaft zu übernehmen.

Viele Menschen, die zu denken meinen, sortieren dabei nur die Puzzlestücke ihrer alten Vorurteile und der jüngsten Propaganda zu einem neuen Trugbild. Der einstige Dekan des College of Business Administration der Boston University, Everett W. Lord, appellierte daher an die Jugend: "Es liegt an den jungen Männern und Frauen, sich bewusst zu machen, dass sie eine große Verantwortung tragen. Ein Mensch über 50 hat keine neuen Ideen. Manchmal glaubt man, dass er denkt und seine Meinung ändert, aber in Wahrheit ordnet er nur seine Vorurteile neu."[66] Dieser Appell aus dem Jahre 1923 mag inzwischen unpassend sein, weil ein großer Teil der jungen Menschen heute in einem damals unvorstellbaren Ausmaß lebensuntüchtig geworden, mit Hollywood-Gülle abgefüllt sowie medial und digital im Gleichschritt verblödet ist, dass schon das Erkennen und Ordnen des Propagandamülls und das Sortieren der eigenen Vorurteile ihn überfordert. Es entsteht der Eindruck, eigene kritische Gedanken werden heute wie Ungeziefer abgetötet, weil sie die Harmonie im politisch-korrekten Gleichklang der Leere und des Nichts stören.

Gleichheit — die verkannte Gefahr für Freiheit und Fortschritt

Die technischen Spielereien und die medialen Inhalte, mit denen diese gleich­ge­schal­tete Gleichheit heute herbeigeführt und aufrechterhalten wird, mögen neu sein. Das Phänomen selbst ist es nicht. Der französische Jurist und spätere Politiker Alexis de Tocqueville wurde von seiner Regierung beauftragt, das Rechtssystem in den Vereinigten Staaten von Amerika zu studieren. Seine Amerika-Reise vom Mai 1831 bis zum Februar 1832 schenkte der Welt eine brilliante und weitsichtige Analyse über die Gefahren der Demokratie. Tocqueville warnte in seinem mehrbändigen Werk über "Die Demokratie in Amerika" vor einer "Tyrannei der Mehrheit",[67] in der eine allmächtige Regierung die Bürger der Eigeninitiative beraubt, sie schrittweise des selbständigen Denkens und Handelns entwöhnt und sie zu unmündigen Untertanen erzieht, die sich nur noch mit sich selbst beschäftigen.

"Die Vorliebe, welche die Menschen für die Freiheit hegen, und die, welche sie für die Gleichheit empfinden, sind in der Tat zwei verschiedene Dinge, und ich scheue mich nicht hinzuzufügen," so Alexis de Tocqueville, "dass sie bei den demokratischen Völkern zwei ungleiche Dinge sind."[68]

Tatsächlich lesen sich seine vor 180 Jahren verfassten Betrachtungen über den geistigen Despotismus in der Demokratie als wären sie frisch über die Probleme unserer Tage geschrieben: "Ich denke," skizzierte Tocqueville seine Beobachtungen, "dass die demokratischen Völker einen natürlichen Sinn für die Freiheit haben; sie suchen sie, sie lieben sie, sobald sie sich selbst überlassen sind, und sie sehen es nur mit Schmerz, wenn man sie von ihr entfernt. Für die Gleichheit aber nähren sie eine feurige, unersättliche, ewige, unbesiegbare Leidenschaft; sie wollen die Gleichheit in der Freiheit, und können sie diese nicht erlangen, so wollen sie sie noch in der Knechtschaft. Die Armut, die Knechtung, die Barbarei werden sie ertragen, die Aristokratie aber werden sie nicht dulden."[69]

"Es gibt keine Menschen", schrieb Tocqueville, "die so beschränkt und so leichtsinnig wären, um nicht herauszufinden, dass die politische Freiheit in ihren Ausartungen die Ruhe, das Erbe, das Leben der einzelnen Bürger gefährden kann. Dagegen bemerken nur aufmerksame und klarblickende Leute die Gefahren, die uns durch die Gleichheit drohen [...]. Die Übel, die die Freiheit manchmal herbeiführt, treten sofort ein; sie sind allen sichtbar, und alle spüren sie mehr oder weniger. Die Übel, die das Übermass an Gleichheit verursachen kann, zeigen sich nur nach und nach; sie dringen allmählich in den Gesellschaftskörper ein; man sieht sie nur hin und wieder, und im Zeitpunkt, da sie am heftigsten werden, fühlt man sie aus Gewöhnung nicht mehr."[70] Dann kann den Menschen in der teils feurig begehrten und teils aufgezwungenen Gleichheit, mit der sie gleichgeschaltet im Gleichschritt in die Knechtschaft und in den Stall marschieren, die Grabesstille der Sprachlosigkeit als gesellschaftliche Harmonie und die Käfighaltung im Stall als soziale Geborgenheit verkauft werden. Den im Ergebnis der allgemeinen Nivellierung zwingend folgenden geistigen Niedergang der Gesellschaft wird die intellektuell weniger begnadete Hälfte des demokratischen Stimmviehs mit unabweisbarer Logik als eine wunderbare Erhöhung der eigenen Verstandeskraft empfinden und fehldeuten.

Tocqueville — Despotismus der Demokratie führt in Knechtschaft

Tocqueville erwartete, "dass die Art der Unterdrückung, die die demokratischen Völker bedroht, in nichts der früheren in der Welt gleichen wird", und schrieb: "Ich will mir vorstellen, unter welchen neuen Merkmalen der Despotismus in der Welt auftreten könnte: ich erblicke eine Menge einander ähnlicher und gleichgestellter Menschen, die sich rastlos im Kreise drehen, um sich kleine und gewöhnliche Vergnügungen zu verschaffen, die ihr Gemüt ausfüllen. Jeder steht in seiner Vereinzelung dem Schicksal aller andern fremd gegenüber: seine Kinder und seine Freunde verkörpern für ihn das ganze Menschengeschlecht; was die übrigen Mitbürger angeht, so steht er neben ihnen, aber er sieht sie nicht; er berührt sie, und er fühlt sie nicht; er ist nur in sich und für sich allein vorhanden, und bleibt ihm noch eine Familie, so kann man zumindest sagen, daß er kein Vaterland mehr hat."[71]

"Über diesen erhebt sich eine gewaltige, bevormundende Macht, die allein dafür sorgt, ihre Genüsse zu sichern und ihr Schicksal zu überwachen. Sie ist unumschränkt, ins einzelne gehend, regelmäßig, vorsorglich, mild. Sie wäre der väterlichen Gewalt gleich, wenn sie wie diese das Ziel verfolgte, die Menschen auf das reife Alter vorzubereiten; statt dessen aber sucht sie bloß, sie unwiderruflich im Zustand der Kindheit festzuhalten; es ist ihr recht, daß die Bürger sich vergnügen, vorausgesetzt, daß sie nichts anderes im Sinne haben, als sich zu belustigen. Sie arbeitet gerne für deren Wohl, sie will aber dessen alleiniger Betreuer und einziger Richter sein; sie sorgt für ihre Sicherheit, ermißt und sichert ihren Bedarf, erleichtert ihre Vergnügungen, führt ihre wichtigsten Geschäfte, lenkt ihre Industrie, ordnet ihre Erbschaften, teilt ihren Nachlaß, könnte sie ihnen nicht auch die Sorge des Nachdenkens und die Mühe des Lebens ganz abnehmen!"[72]

"Auf diese Weise macht sie den Gebrauch des freien Willens mit jedem Tag wertloser und seltener; sie beschränkt die Betätigung des Willens auf einen kleinen Raum, und schließlich entzieht sie jedem Bürger sogar die Verfügung über sich selbst. Die Gleichheit hat die Menschen auf dies alles vorbereitet: sie macht sie geneigt, es zu ertragen und oft sogar als Wohltat anzusehen."[73]

"Nachdem der Despot auf diese Weise den einen nach dem anderen in seine mächtigen Hände genommen und nach seinem Gutdünken zurechtgeknetet hat, breitet er seine Arme über die Gesellschaft als Ganzes aus; er bedeckt ihre Oberfläche mit einem Netz verwickelter, äußerst genauer und einheitlicher kleiner Vorschriften, die die ursprünglichsten Geister und kräftigsten Seelen nicht zu durchbrechen vermögen, um sich über die Menge hinauszuschwingen, er bricht ihren Willen nicht, aber er weicht ihn auf und beugt und lenkt ihn, er zwingt selten zu einem Tun, aber er wendet sich fortwährend dagegen, daß man etwas tue; er zerstört nicht, er hindert, daß etwas entstehe; er tyrannisiert nicht, er hemmt, er drückt nieder, er zermürbt, er löscht aus, er stumpft ab, und schließlich bringt er jedes Volk soweit herunter, daß es nur noch eine Herde ängstlicher und arbeitsamer Tiere bildet, deren Hirte die Regierung ist."[74]

Wer sich in einer solchen "Herde ängstlicher und arbeitsamer Tiere" als anonymes, identitäts- und charakterloses Geschöpf wiederfindet und mit dieser Situation nicht wirklich glücklich ist, kann die für die amtlich bestellten Stallwärter verschwendete Arbeits- und Lebensenergie auch besser nutzen, die eigene Angst abzubauen und mit der Selbstfindung zu beginnen.

Selbstfindung — die lustvolle Eigenverantwortung

Den bei der Selbstfindung und Selbstbefreiung durch Entschluss- und Ratlosigkeit sowie den Mangel an Mut entstehenden Zwiespalt, die vermeintliche Komfortzone zu verlassen, beschrieb Bertrand Russell 1925 treffend mit den Worten: "Wir alle haben eine Tendenz zu denken, dass die Welt unseren Vorurteilen entsprechen muss. Die gegenteilige Herangehensweise beinhaltet eine gewisse Anstrengung des Denkens, und die meisten Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es."[75] Wie zutreffend diese Feststellung ist, sieht man an Russells Büchlein selbst: Alle nach seinem Tode erschienenen Auflagen, selbst solche die sich als "Klassikausgabe" bezeichnen, sind von diesen anstrengenden und gefährlichen Wahrheiten konsequent bereinigt worden.

Es gibt Wahrheiten, die sind gefährlich für die demokratisch legitimierten Despoten und ihre amtlich bestellten Stallwärter. Die Nützlichkeit, ja vielmehr die Notwendigkeit einer atomisierten und entmündigten Gesellschaft zum Erhalt ihrer Herrschaft ist eine solche Wahrheit: "Der Despotismus, der seinem Wesen nach furchtsam ist, sieht in der Vereinzelung der Menschen das sicherste Unterpfand seiner Dauer, und er bemüht sich gewöhnlich sehr sorgfältig, sie voneinander abzusondern. Kein Laster des menschlichen Herzens sagt ihm so sehr zu wie die Selbstsucht: Ein Gewaltherrscher verzeiht den Regierten gern, daß sie ihn nicht lieben, sofern sie sich gegenseitig nicht lieben. Er fordert zur Lenkung des Staates von ihnen keine Hilfe; es genügt, daß sie nicht beanspruchen, sich selbst zu lenken. Er nennt unruhige Störenfriede solche, die ihre Anstrengungen vereinigen wollen, um das Wohlergehen der Allgemeinheit zu sichern, und mit einer Verdrehung des natürlichen Wortsinnes nennt er diejenigen gute Bürger, die sich selbst fest voreinander in sich selbst verschließen",[76] schrieb Tocqueville.

Darum fördert der geistige Despotismus der Demokratie jede Form von Unmündigkeit, Egoismus, dekadenter Ablenkung und Entfremdung der Menschen von sich selbst und voneinander, in der die subtil unterdrückte "Herde ängstlicher und arbeitsamer Tiere" den benötigten Druckausgleich in ihrer anonymen Vereinzelung mit psychisch und physisch wirkenden Medikamenten und Drogen, Unterhaltung und Sex, Arbeit und Alkohol oder ähnlichem herbeiführen und sich selbst betäuben kann. Neben der nach einer kranken Gesellschaftsnorm allseits und unentrinnbar konsumatorisch beworbenen materiellen Selbstbefriedigung als dominierender Lebensinhalt einsamer Egoisten und Narzissten sind sogar groteske und irreführende Empfehlungen systemgefällig, Sex und Masturbation als explizite Mittel zur Selbstfindung und Selbstbefreiung zu nutzen: Die vereinsamende Selbstbefriedigung in jeglicher Form gilt als die perfekte Methode, das vereinzelte und verkümmerte Selbst der ängstlichen und von sich selbst und voneinander entfremdeten "Tiere" scheinbar zufriedenzustellen, aber tatsächlich in Abhängigkeiten zu treiben und "vorsorglich, mild" und verlässlich im despotischen System gefangen zu halten. Das gehört zur Psychologie der Täuschung und Selbsttäuschung. Eine gefährliche und kostbare Wahrheit ist hingegen, dass die wahre Selbstfindung, "im Ich und im Andern zu sein",[77] lustvoller und beglückender, befreiender und erfüllender ist als jeder Selbstbetrug mit Drogen, Sex oder materiellen Gütern — und überdies die Macht des geistigen Despotismus bricht.

Wer sich bei der Suche nach einem Weg zur Befreiung von seiner Angst bis hierher nicht hat entmutigen lassen, dem sei gesagt: Wahrheit und Weisheit zu erwerben erscheint nur auf den ersten Blick als ein ausschliesslich schmerzlicher und mühevoller Prozess. Es ist zwar eine Erschwernis, dass bei der überwältigenden Flut an "Informationen", die heute in Büchern, Zeitungen und Zeitschriften sowie im Fernsehen und Internet verbreitet werden, die Perlen an nützlichem Wissen in einem Ozean von Lügen, Propaganda und Schund gesucht werden müssen. Gleichzeitig ist dieser Umstand ein Glücksfall für all jene, denen die Gunst des Schicksals die Befähigung zum eigenen Denken gegeben hat, denn zu kaum einer Zeit konnte hiervon so unentwegt und vortrefflich Gebrauch gemacht, musste das eigene Denkorgan so intensiv trainiert und zwingend alles hinterfragt werden. Diese Gelegenheit bestand zuletzt wohl zu jener Zeit, als die moderne Wissenschaft ihren Anfang nahm, indem große Männer und Frauen mit akribischen Untersuchungen und scharfsinnigen Analysen begannen, die Welt um sich herum zu erschließen und zu verstehen. Während Entdecker und Wahrheitssucher damals Gefahr liefen, auf ehrbare Weise Opfer der Naturkräfte zu werden, besteht bei der Wahrheitssuche heute das Risiko, seinen Tod in unehrenhafter Verblödung und Verdummung zu finden. Tatsächlich ist der solchermaßen heute wieder hart erarbeitete Gewinn von Weisheit, von Wahrheit und realitätsgerechtem Denken, der Erwerb eines realistischen Bildes von sich und der Welt auch ein zutiefst lustvolles und beglückendes Geschehen: Je zutreffender das Abbild von der Wirklichkeit ist, das ein Mensch besitzt, und je besser er sich kennt, um so geringer sind die schmerzhaften und Kräfte zehrenden Kollisionen mit der Realität, die diesen Menschen beschädigen oder gar zerstören und ihn an seinem Erfolg und Lebensglück hindern. In seinem Almanach des Jahres 1750 schrieb Benjamin Franklin: "Es gibt drei extrem harte Dinge: Stahl, einen Diamanten und sich selbst zu kennen."[78]

Wer in dieser Weise seinen Blick für die Wahrheit geschärft und sich selbst kennen gelernt hat, wird bestens vorbereitet sein, falls das Schicksal ihn teilhaben lässt zu erleben, wie die verrückte Gesellschaft der Gegenwart in Zukunft vom Kopf wieder auf die Füße gestellt werden wird. Der französische Politiker Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord, der schon lange Zeit vor den deutschen Umbrüchen als Musterbeispiel für einen politischen Wendehals und für diplomatische Anpassungsfähigkeit in die Geschichte eingegangen ist, notierte für sich am 16.05.1832 "ein großartiges Wort eines großen Mannes: 'Ich fürchte eher eine Armee von hundert Schafen, die von einem Löwen befehligt werden, als eine Armee von hundert Löwen, die von einem Schaf geführt werden.'"[79]

Die Ängstlichen und die Schafe sind eine natürliche Mehrheit. "Die einen bemerken in der Gleichheit nur die ihr entspringenden anarchischen Neigungen. Sie fürchten ihren freien Willen; sie haben Angst vor sich selbst",[80] beobachtete Alexis de Tocqueville. "Die andern, kleiner an Zahl, aber gebildeter, sehen die Dinge anders. Neben der Strasse, die von der Gleichheit zur Anarchie führt, haben sie endlich den Weg entdeckt, der die Menschen unwiderstehlich der Knechtschaft zuzuleiten scheint. Sie unterwerfen sich im voraus dieser notwendigen Knechtschaft; und da sie die Hoffnung aufgeben, frei zu bleiben, beten sie im Grund ihres Herzens bereits den Herrn an, der bald kommen muss. Die ersten geben die Freiheit auf, weil sie ihnen gefährlich erscheint; die zweiten, weil sie sie für unmöglich halten."[81]

Den meisten Menschen fällt es sehr viel leichter, sich der Mehrheit anzuschließen, als den eigenen Verstand zu gebrauchen und für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen. Viele sind darunter auch Opfer ihrer frühen Prägung durch eine naturwidrige gesellschaftliche Entwicklung, die ihnen die die benötigte Liebe zum Wachsen ihres Selbst in einer festen und verläßlichen inneren Bindung in der Familie vorenthalten und sie stattdessen in ihren ersten Lebensjahren in der äußeren Gemeinschaft einem Anpassungs- und Gleich­schaltungs­druck unterworfen hat, der sie lebenslang nach fremdbestimmter Sicherheit und Bestätigung suchen läßt. Ihre Staatsgläubigkeit und Autoritätshörigkeit bilden die gefährlichste aller Religionen; ihre Obrigkeitsangst und ihr Untertanengeist bereiten den Nährboden für Despotismus und Diktatur. "In der Tat ist es schwer," bemerkte Tocqueville, "sich auszudenken, wie es Menschen, die auf die Gewohnheit eigener Lenkung völlig verzichtet haben, gelingen könnte, diejenigen richtig auszuwählen, die sie führen sollen; und man wird uns nicht glauben machen, dass eine freiheitliche, tatkräftige und weise Regierung jemals aus den Wahlen eines Volkes von Knechten hervorgehen kann."[82]

Die Wahl — freier Mensch oder fremdgesteuerter Zombie

Die Ängstlichen und die Schafe verwirklichen ihre Gleichheit und verwirken ihre Freiheit somit schlimmstenfalls in ihrer Wahl, einem noch dümmeren und ängstlicheren Schaf zum Schlachthof zu folgen. Bestenfalls dürfen sie hoffen, dass sich ein Löwe findet, der die eigene Mutlosigkeit zu überwinden hilft. Da dies eher selten und überdies kaum uneigennützig geschieht, weil Löwen naturgemäß wenig Mitgefühl mit denkfaulen Schafen empfinden, ist es ein ebenso natürliches Geschehen, dass Millionen Menschen in der von außen induzierten Angst aufwachsen, ihr Leben als Untertanen in Angst verbringen, und in Stress, den sich selbst zu schaffen, sie gedankenlos gelernt haben, um schließlich irgendwann erschöpft in den Armen der ihnen vertrauten Angst zu sterben.

Wen das Schicksal zwischen solchen Schafen hat aufwachsen lassen, ist ihm trotzdem nicht unrettbar ausgeliefert. Jede Frau und jeder Mann hat immer die Wahl, eine eigene Entscheidung zu treffen. "Zwei Straßen gingen ab im Wald, und da — | Wählt' ich jene, die nicht oft beschritten, | Und das hat allen Unterschied gemacht", dichtete der amerikanische Poet Robert Frost.[83]  So ist Arthur Schopenhauer zuzustimmen, der feststellte: "Was [...] die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche", wogegen er "die kluge Überlegung" empfahl.[84]  "Nächst der Klugheit aber ist Mut eine für unser Glück sehr wesentliche Eigenschaft", erläuterte Schopenhauer weiter. "Freilich kann man weder die eine noch die andere sich geben [...]: jedoch läßt sich durch Vorsatz und Übung dem davon Vorhandenen nachhelfen."[85]

Der Mensch, der den Mut und die Entschlusskraft aufgebracht hat, sich selbst zu erkennen und sich selbst zu verwirklichen, wird sein Glück, frei von der kranken und frei von der von den Mächtigen geschürten Angst zu sein, auch in der stürmischen Zeit der vor uns liegenden epochalen Umwälzungen genießen, wohl wissend, zu den Wenigen zu gehören, "denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun".[86]

Man muss kein Löwe sein oder werden wollen, um ein angstfreies und selbstbestimmtes Leben führen zu können. Der Weg in die Freiheit beginnt mit der Überwindung der Köter-Konditionierung und strikter Gedankenhygiene gegenüber jeglicher Propaganda. In der ABARIS Angstambulanz ist willkommen, wer willens und entschlossen ist, das mündige Denken zu bevorzugen, die Anstrengung des eigenen Geistes nicht zu scheuen, sich in "kluger Überlegung" zu üben und für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen. Eine glasklare kognitive Therapie (cognoscere, lat.: erkennen) und das Schwert der Wahrheit sind die scharfen Werkzeuge, die wir gegen das Dickicht der Lügen und Selbsttäuschungen auf dem Weg der Erkenntnis anbieten. Liegen bereits Erfahrungen mit dem eigenen Denken vor, so verbessert dies die Voraussetzungen und die Prognose ganz erheblich.


Ergänzende Informationen I

Die Volksbedrohung: Das praktische Beispiel Heidenau

Meinungsfreiheit — das gefährliche Virus von Heidenau

Fast jeder hat von dem kleinen deutschen Städtchen Heidenau gehört. Doch was von dem Gehörten ist wirklich wahr? Dort in Sachsen, zehn Kilometer elbaufwärts von Dresden, wo man sich noch sehr gut erinnert, wie die Briten vor 70 Jahren in der historischen Altstadt mit ihren Brand- und Phosphor­bomben planvoll eine Viertelmillion vor dem Krieg geflüchtete deutsche Frauen und Kinder abfackelten, fand am 21. August 2015 ein Virusausbruch statt, dessen Bilder um die Welt gingen.

Infiziert mit der Illusion vom "Recht auf Meinungsfreiheit" und ohne Angst vor der Obrigkeit und den neuen Besatzern machten die Bürger in Heidenau von ihrem vermeintlichen Recht auf "freie Meinungsäußerung" Gebrauch.

Sie protestierten gegen die Unterbringung von 600 mutmaßlichen Asylbetrügern in einem Heim, die sie mit klarem Blick als neue Bedrohung für deutsche Frauen und Kinder erkannten, und forderten bei ihrem Bürgerprotest in ihrer Heimatstadt am 21.08.2015 auf einem Transparent [Bild unten] "Asylflut stoppen" und "Nein zum Heim". Sie schrieben: "Auf 'tragische Einzelfälle' und 'kulturelle Bereicherung' durch 'Fachkräfte' können wir hier gern verzichten!!"
Protest gegen die Unterbringung mutmaßlicher Asylbetrüger in Heidenau
Auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos hatte der deutsche Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) zuvor im Januar 2015 bereits beklagt, dass die Umsetzung seiner globalistischen Agenda "in Deutschland manchmal schwieriger ist", weil Deutschland ein Land sei, "das reich und hysterisch ist. Diese Kombination ist mitunter beschwerlich", betonte Gabriel mit der Bitte um Diskretion gegenüber der Presse.[87]

Angesichts seiner Schwierigkeiten mit der wohl auch als Hysterie empfundenen kultur­erhalten­den Forderung der Bürger von Heidenau platzte dem Vize-Kanzler bei seinem Besuch in Heidenau am 24.08.2015 im Schutze seiner zahlreichen Bodygards dann der Kragen. Dem Fernsehsender N24 sagte Sigmar Gabriel: "Das ist wirklich Pack und Mob! Und was man da machen muss? Man muss sie einsperren." Das ist ein markantes Beispiel für das zivilisatorische Niveau im heutigen Deutschland.[88]

Zu welcher Erkenntnis führt dieses Beispiel?

Als gelebte Meinungsfreiheit gilt derzeit in Deutschland, wenn die geschützte Politiker-Kaste ungestraft dem Volk ihre Meinung diktiert und die Regierung die Bürger ausbeutet, einsperrt oder austauscht. Am 31. August 2015 setzte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem widerborstigen "Pack"  ihre Meinung entgegen: "Wir schaffen das. Und wo uns etwas im Weg steht, muss es überwunden werden", sagte sie und gab vier Tage später gesetzwidrig den Befehl, die Grenzen zu öffnen zum Start der vermutlich finalen Phase der Umvolkung — dem Austausch und der Abschaffung des unbotmäßigen deutschen "Packs".

Als akute Biogefährdung gilt hingegen, wenn das "Pack" der deutschen Staatsbürger sich der Unbotmäßigkeit einer eigenen Meinung schuldig macht, das Verhetzungs­verbrechen[89] begeht, seine Meinung auch noch zu äußern oder gar "hysterisch" gegen seine eigene Abschaffung protestiert — denn hieraus könnte eine Epidemie der freien Selbstbestimmung entstehen, eine virale Volksbewegung, die die Rechtsillusion in der Präambel des Grundgesetzes von der "Freiheit Deutschlands" ganz knapp vor der Abschaffung des deutschen Volkes doch noch zur Wirklichkeit werden ließe. Bei hartnäckigen freiheitlichen Infektionen rückt deshalb in goldener Morgenstunde zuweilen das Säuberungs­einsatz­kommando mit dem Reichsbürger-Detektor[90] aus, um die epidemische Ausbreitung der Freiheit zu verhindern.

Diese Putztruppen im Auftrag der "angelsächsischen Rasse",[91] die die Pflege der angelsächsischen Weltkriegsglorie auf deutschem Boden fortführen, illustrieren lehrbuchmäßig, dass im praktischen Leben die Macht der Gewehrläufe die Kraft der Rechtsartikel bricht. Wer glaubt, sich bloß bequem auf das von Immanuel Kant postulierte einzige "angeborene Recht" berufen zu können, nämlich auf seine Freiheit als "Unabhängigkeit von eines andern nötigender Willkür",[92] der verliert im "nicht untergegangen[en]" und besetzten Deutschen Reich[93] nicht nur, sofern vorhanden, seine Waffen, sondern die Freiheit gleich mit dazu. Der Lebenspraktiker Johann Wolfgang von Goethe hatte in seinem tiefgehenden Verständnis der Zusammenhänge in Natur, Leben und Gesellschaft seinem Faust die universale Weisheit in den Mund gelegt — als die besondere Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren: "Das ist der Weisheit letzter Schluß: | Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, | Der täglich sie erobern muß".[94]

Darum Vorsicht!

Das ist die gegenwärtige Rechtspraxis im nicht souveränen Deutschland. Vor einer unbedachten Infektion wird deshalb gewarnt. Der akuten Gefahr, zum Objekt einer nachhaltigen Desinfektion zu werden, sollte man sich bewußt sein, bevor man sich entschließt, das Coaching der ABARIS Angstambulanz in Anspruch zu nehmen und seine Angst abzulegen, frei zu atmen, frei zu denken und sich frei zu äußern.

Nachstehend und abschließend folgt ein Blick in die gängige Rechtstheorie.[95]


Ergänzende Informationen II

Meinungsfreiheit: Beispielhafte Beschlüsse und Urteile
§

Vereinte Nationen (UNO) — Resolution der Generalversammlung

"Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten."
Artikel 19, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte v. 10.12.1948 (A/RES/217 A (III), S.4)

Deutschland — Urteile vom Bundesverfassungsgericht

"Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ist als unmittelbarster Ausdruck der menschlichen Persönlichkeit in der Gesellschaft eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt (un des droits les plus precieux de l'homme nach Artikel 11 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789). Für eine freiheitlich-demokratische Staatsordnung ist es schlechthin konstituierend, denn es ermöglicht erst die ständige geistige Auseinandersetzung, den Kampf der Meinungen, der ihr Lebenselement ist [...]. Es ist in gewissem Sinn die Grundlage jeder Freiheit überhaupt, 'the matrix, the indispensable condition of nearly every other form of freedom' (Cardozo)."
BVerfG 1 BvR 400/51 v. 15.09.1958 (BVerfGE 7, 198)

"Das Grundrecht der Meinungsfreiheit will nicht nur der Ermittlung der Wahrheit dienen; es will auch gewährleisten, daß jeder frei sagen kann, was er denkt, auch wenn er keine nachprüfbaren Gründe für sein Urteil angibt oder angeben kann."
BVerfG 1 BvR 163/72 v. 11.05.1976 (BVerfGE 42, 163)

"Indem Art. 5 Abs. 1 GG Meinungsäußerungs-, Meinungsverbreitungs- und Informationsfreiheit als Menschenrechte gewährleistet, sucht er zugleich diesen Prozeß verfassungsrechtlich zu schützen. Er begründet insoweit subjektive Rechte; im Zusammenhang damit normiert er die Meinungsfreiheit als objektives Prinzip der Gesamtrechtsordnung".
BVerfG 1 BvL 89/78 v. 16.06.1981 (BVerfGE 57, 295)

"Bei der Auslegung und Anwendung strafrechtlicher Vorschriften haben die Gerichte dem eingeschränkten Grundrecht Schutz der Meinungsfreiheit Rechnung zu tragen, damit dessen wertsetzende Bedeutung auch auf der Rechtsanwendungsebene gewahrt bleibt [...] In öffentlichen Angelegenheiten gilt die Vermutung zugunsten der freien Rede [...] Die Bürger sind rechtlich nicht gehalten, die Wertsetzungen der Verfassung persönlich zu teilen. Das Grundgesetz baut zwar auf der Erwartung auf, dass die Bürger die allgemeinen Werte der Verfassung akzeptieren und verwirklichen, erzwingt die Werteloyalität aber nicht. Die Bürger sind grundsätzlich auch frei, grundlegende Wertungen der Verfassung in Frage zu stellen oder die Änderung tragender Prinzipien zu fordern. Die plurale Demokratie des Grundgesetzes vertraut auf die Fähigkeit der Gesamtheit der Bürger, sich mit Kritik an der Verfassung auseinander zu setzen und sie dadurch abzuwehren."
BVerfG 1 BvR 1565/05 v. 15.09.2008 (bverfg.de)

"Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG gewährleistet jedermann das Recht, seine Meinung frei zu äußern und zu verbreiten. Meinungen sind durch die subjektive Beziehung des Einzelnen zum Inhalt seiner Aussage geprägt [...]. Für sie ist das Element der Stellungnahme und des Dafürhaltens kennzeichnend [...]. Insofern lassen sie sich auch nicht als wahr oder unwahr erweisen. Sie genießen den Schutz des Grundrechts, ohne dass es darauf ankommt, ob die Äußerung begründet oder grundlos, emotional oder rational ist, als wertvoll oder wertlos, gefährlich oder harmlos eingeschätzt wird [...]. Geschützt sind damit von Art. 5 Abs. 1 GG auch Meinungen, die auf eine grundlegende Änderung der politischen Ordnung zielen, unabhängig davon, ob und wie weit sie im Rahmen der grundgesetzlichen Ordnung durchsetzbar sind. Das Grundgesetz vertraut auf die Kraft der freien Auseinandersetzung als wirksamste Waffe auch gegen die Verbreitung totalitärer und menschenverachtender Ideologien."
BVerfG 1 BvR 2150/08 v. 04.11.2009 (bverfg.de)

"Zu beachten ist hierbei indes, dass Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG nicht nur sachlich-differenzierte Äußerungen schützt, sondern gerade Kritik auch pointiert, polemisch und überspitzt erfolgen darf; insoweit liegt die Grenze zulässiger Meinungsäußerungen nicht schon da, wo eine polemische Zuspitzung für die Äußerung sachlicher Kritik nicht erforderlich ist".
BVerfG 1 BvR 2973/14 v. 08.02.2017 (bverfg.de)

Vereinigte Staaten von Amerika — Oberster Gerichtshof der USA

"Die Freiheit, anonym zu veröffentlichen, wird durch den ersten Verfassungszusatz geschützt und [...] geht über das literarische Reich hinaus bis zur Befürwortung politischer Positionen. [...] Anonymität ist ein Schild vor der Tyrannei der Mehrheit. Sie veranschaulicht damit den Zweck hinter der Bill of Rights und dem ersten Verfassungszusatz im Besonderen: missliebige Menschen — und deren Vorstellungen von Unterdrückung — vor Vergeltungsmaßnahmen durch die Hand einer intoleranten Gesellschaft zu schützen."
U. S. Supreme Court No. 93-986 v. 19.04.1995 (514 U.S. 334 [1995]).


Quellen

1 
 DiCaprio, Leonardo, in "Inception", einem Spielfilm von Christopher Nolan mit Leonardo DiCaprio, Marion Cotillard, Ellen Page aus dem Studio Warner Bros Warner Bros. Pictures in Zusammenarbeit mit Legendary Pictures. Der Film startete in den USA am 16.07.2010 und gewann 2011 vier Oscars.

2 
 Kant, Immanuel: "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" In: Berlinische Monatsschrift 4 (1784), S. 481-494.  [Im Original auf S. 481: "Sapere aude! Habe Muth dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."]

3 
 Montesquieu, Charles Louis de Secondat, Baron de: "De l'Esprit des Lois." Tome Premier [Band 1]. Geneve: Chez Barrillot & Fils., 1748, S. 520.  [Im Original: "De-même dans un Gouvernement Despotique il est également pernicieux qu'on raisonne bien ou mal; il sufit qu'on raisonne pour que le principe du Gouvernement soit choqué."]

4 
 Kant S. 484  ↦ [2].  [Im Original: "Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stükken öffentlichen Gebrauch zu machen."]

5 
 Mills, Charles Wright: "The Power Elite." New York: Oxford University Press, 1956, S. 356.  [Im Original: "These men have replaced mind with platitude, and the dogmas by which they are legitimated are so widely accepted that no counter-balance of mind prevails against them. Such men as these are crackpot realists: in the name of realism they have constructed a paranoid reality all their own".]

6 
 Ebd.  ↦ [5].  [Im Original: "They have replaced the responsible interpretation of events with the disguise of events by a maze of public relations; respect for public debate with unshrewd notions of psychological warfare; intellectual ability with agility of the sound, mediocre judgment; the capacity to elaborate alternatives and gauge their consequences with the executive stance."]

7 
 Mausfeld, Rainer: "Die Angst der Machteliten vor dem Volk. Demokratie-Management durch Soft Power-Techniken." Vortrag für die Vereinigung International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW), 02.11.2016, Rudolf-Steiner-Haus Hamburg, Manuskript S. 6.

8 
 Ebd. S. 7  ↦ [7].

9 
 Müller-Lüdenscheidt: Kommentar. In: DIE WELT, 12.07.2017. Maeck, Stefanie: "Depression und Co. - Wenn die Psychotherapie alles schlimmer macht."

10 
 Mey, Reinhard: "... und so geht´s weiter. Über 100 Stücke aus zwei Jahrzehnten." Bonn: Voggenreiter Verlag, 2001, S. 175ff.  [Im Text: "Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen. | All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen, | Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen: | Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: | Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm! | Sei wachsam, | Präg’ dir die Worte ein! | Sei wachsam, | Fall nicht auf sie rein! Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt, | Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!"]

11 
 FOCUS Magazin, 05.11.2001 (45/2001). Bettermann, Stella: "'Wir sind auch nur Menschen' ... und manchmal 'ganz abscheuliche': Die Berliner Psychotherapeutin Eva Jaeggi erforscht Macken und Probleme ihrer Kollegen."  [Prof. Dr. Eva Jaeggi im Interview: "Wichtig erscheint mir, sich weniger am Priester als am Schauspieler zu orientieren. Der Schauspieler darf sich, im Rahmen seiner Rolle, einfühlen – aber er muss nicht mitleiden."]

12 
 Jaeggi, Eva: "Die Angst des Therapeuten vor sich selbst." Psychotherapie 8 (2003) 194-198.  [S. 195 und weiter ebd.: "Meine eigene Untersuchung [...] mit Therapeuten verschiedener Schulen ergab [...] ging es um Kollegen, dann nahm man oft kein Blatt vor den Mund. Diese wurden oft als narzisstisch, eitel, verlogen geschildert".]

13 
 Tucholsky, Kurt: Brief an Herbert Ihering vom 10. August 1922. In: Tucholsky, Kurt: "Gesamtausgabe Texte und Briefe. Band 17. Briefe 1919 - 1924." [Hrsg. v. Links, Roland; Links, Elfriede]. Hamburg: Rowohlt, 2006.

14 
 Voltaire, François Marie Arouet: "Le Siècle de Louis XIV. Nouvelle Édition. Tome Second." [Band 2]. Dresden: George Conrad Walther, 1753, S. 404.  [Im unveränderten Original: "Les matiéres délicates ausquelles on touche dans ce livre lui attirérent des persécutions sourdes ausquelles il eut le bonheur d'échaper. Il vit combien il est dangereux d'avoir raison dans des choses où des hommes accrédités ont tort."]

15 
 U. S. Supreme Court No. 93-986 vom 19.04.1995 (514 U.S. 334 [1995]).  [Im Original auf S. 357: "Anonymity is a shield from the tyranny of the majority. [...] It thus exemplifies the purpose behind the Bill of Rights, and of the First Amendment in particular: to protect unpopular individuals from retaliation — and their ideas from suppression — at the hand of an intolerant society."]

16 
 Frankfurter Rundschau, 22.03.2015. Schimmeck, Tom: "Furchtbares Comeback."

17 
 Ebd.  ↦ [16].

18 
 Mausfeld S. 10  ↦ [7].

19 
 FOCUS TV, 12.10.2001. Kreyssig, Sabine: Interview mit Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Dietmar Luchmann. Hier ist das lesenswerte Interview mit dem vollständigen Text.

20 
 Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 100-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das durch Artikel 1 des Gesetzes vom 13. Juli 2017 (BGBl. I S. 2347) geändert worden ist.

21 
 Schmid, Carlo: Berichte über die dem Parlamentarischen Rat gestellte Aufgabe. Dokumente Nr. 2. S. 23. In: "Der Parlamentarische Rat 1948-1949. Akten und Protokolle. Band 9: Plenum." [Bearbeitet v. Werner, Wolfram]. München: Harald Boldt Verlag im R. Oldenbourg Verlag, 1996, 20-45.  [Vollständiger Text: "Was aber das Gebilde von echter demokratisch legitimierter Staatlichkeit unterscheidet, ist, daß es im Grunde nichts anderes ist als die Organisationsform einer Modalität der Fremdherrschaft; denn die trotz mangelnder Freiheit erfolgende Selbstorganisation setzt die Anerkennung der fremden Gewalt als übergeordneter und legitimierter Gewalt voraus."]

22 
 Am 20.02.2015 hatte die deutsche Bundesregierung laut Drucksache 18/4076 des Deutschen Bundestages unter Bezugnahme auf das Urteil des Bundes­verfassungs­gerichts vom 31.07.1973 mit dem Aktenzeichen 2 BvF 1/73 auf eine parlamentarische Anfrage wie folgt geantwortet: "Das Bundesverfassungsgericht hat in ständiger Rechtsprechung festgestellt, dass das Völkerrechtssubjekt 'Deutsches Reich' nicht untergegangen und die Bundesrepublik Deutschland nicht sein Rechtsnachfolger, sondern mit ihm als Völkerrechtssubjekt identisch ist (BVerfGE 36, S. 1, 16; vgl. auch BVerfGE 77, S. 137,155)." In: "Deutscher Bundestag, Drucksache 18/4076." [Antwort der Bundesregierung vom 20.02.2015 an den Deutschen Bundestag, 18. Wahlperiode, auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Gesine Lötzsch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE (Drucksache 18/3967). Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 18. Februar 2015 übermittelt.] Köln: Bundesanzeiger Verlag, 2015, S. 10.

23 
 BRD = Bundesrepublik Deutschland = Deutsches Reich?  Diese Frage beantwortet die ständige Rechtsprechung des Bundes­verfassungs­gerichts unter Bezugnahme auf sein Urteil vom 31.07.1973 mit dem Aktenzeichen 2 BvF 1/73, an dem der Senat festhält: Das Deutsche Reich existiert fort (BVerfGE 2, 266 [277]; 3, 288 [319 f.]; 5, 85 [126]; 6, 309 [336, 363]), besitzt sogar nach wie vor Rechtsfähigkeit, ist allerdings als Gesamtstaat mangels Organisation, insbesondere mangels institutionalisierter Organe selbst nicht handlungsfähig. Verantwortung für "Deutschland als Ganzes" tragen insofern auch die vier Mächte (BVerfGE 1, 351 [362 f., 367]). Mit der Errichtung der Bundesrepublik Deutschland wurde folglich nicht ein neuer westdeutscher Staat gegründet, sondern ein Teil Deutschlands neu organisiert, wie Carlo Schmid in der 6. Sitzung des Parlamentarischen Rates am 08.09.1948 darlegte. Die "Bundesrepublik Deutschland" ist also nicht "Rechtsnachfolger" des Deutschen Reiches, sondern als Staat identisch mit dem Staat "Deutsches Reich", allerdings nur "teilidentisch" bezüglich seiner räumlichen Ausdehnung.

24 
 DIE WELT, 08.12.2011. Lachmann, Günther: "Die öffentliche und die verborgene Seite der Krise".  [Wolfgang Schäuble (CDU), geboren am 18.09.1942 in Freiburg i.Br., muss es wissen, wenn er sagt, dass Deutschland "seit dem 8. Mai 1945", dem Tag der bedingungslosen Kapitulation des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht, "zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen" ist. Schäuble ist seit 1972 Mitglied des Bundestages und damit der dienstälteste Bundestags­abgeordnete in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1984 ist er in unterschiedlichen Funktionen in Regierungs­verantwortung, von 1984 bis 1989 als Bundes­minister für besondere Aufgaben und Chef des Bundes­kanzler­amtes, von 1989 bis 1991 und von 2005 bis 2009 als Bundes­minister des Innern. Seit 2009 ist er Bundes­minister der Finanzen.]

25 
 Schmid, Carlo: Bericht über die in Herrenchiemsee erfolgte Abgrenzung des Stoffes. S. 10. In: "Der Parlamentarische Rat 1948-1949. Akten und Protokolle. Band 5/1: Ausschuß für Grundsatzfragen." [Bearbeitet v. Pikart, Eberhard; Werner, Wolfram]. Boppard am Rhein: Harald Boldt Verlag, 1993, 3-14.

26 
 Ebd. S. 11  ↦ [25].

27 
 Der Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Deutschen Bundestag und Rechtsanwalt Gregor Gysi erklärte am 08.08.2013 in einem Live-Interview im ARD-Sender PHOENIX: "Ich muss ihnen mal ganz ernsthaft sagen, dass das Besatzungsstatut immer noch gilt. Wir haben nicht das Jahr 1945, wir haben das Jahr 2013. Könnte man nicht das mal aufheben und die Besatzung Deutschlands beenden?" Im Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" am 13.08.2013 bekräftigte Gysi diese Forderung: "Das Besatzungsstatut muss endlich aufgehoben werden." In einer Sitzung des Deutschen Bundestages am 18.11.2013 beantwortete Gysi daraufhin die "Frage [...], wie das alles überhaupt rechtlich läuft. Ich habe mich ein bisschen damit beschäftigt. Es gab die Pariser Verträge, die 1955 in Kraft getreten sind. Das hat Adenauer gemacht, um der Bevölkerung sagen zu können: Das Besatzungsstatut ist aufgehoben worden. — Das Problem war bloß, dass die Amis sagten, sie würden gerne ihre alten Rechte behalten. Deshalb sind Geheimverträge abgeschlossen worden. Ich hatte naiverweise erwartet, dass diese Verträge im Zuge der Zwei-plus-Vier-Gespräche aufgehoben wurden. Sie wurden aber nicht aufgehoben, weil nämlich nur Abkommen mit allen vier Mächten aufgehoben wurden, nicht aber Abkommen mit drei Mächten, mit zwei Mächten oder mit einer Macht. Da war zwar alles, was mit den Russen und den anderen drei Mächten gemeinsam vereinbart war, heraus, aber der Rest blieb." In: "Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 18/2." [Stenografischer Bericht der 2. Sitzung der 18. Wahlperiode in Berlin am 18.11.2013.] Berlin: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft, 2013, S. 49.

28 
 DIE ZEIT, 14.05.2009 (21/2009). Bahr, Egon: "Mein Deutschland (Teil 9): Drei Briefe und ein Staatsgeheimnis."  [Egon Bahr war von 1972 bis 1976 Bundesminister für besondere Aufgaben in der von der Regierung unter Willy Brandt ab 1969 eingeleiteten Ost- und Deutschlandpolitik. Die "Souveränitätseinschränkungen", die "unter den Teppich gekehrt" werden, bezeichnete Egon Bahr als "Lebenslüge". In dem Artikel schreibt Bahr mit Hinsicht auf den "Unterwerfungsbrief": "Damit sollte er [=Bundeskanzler] zustimmend bestätigen, was die Militärgouverneure in ihrem Genehmigungsschreiben zum Grundgesetz vom 12. Mai 1949 an verbindlichen Vorbehalten gemacht hatten. Als Inhaber der unkündbaren Siegerrechte für Deutschland als Ganzes und Berlin hatten sie diejenigen Artikel des Grundgesetzes suspendiert, also außer Kraft gesetzt, die sie als Einschränkung ihrer Verfügungshoheit verstanden. Das galt sogar für den Artikel 146, der nach der deutschen Einheit eine Verfassung anstelle des Grundgesetzes vorsah. [...] Dass aus den Militärgouverneuren inzwischen Hohe Kommissare geworden waren und nach dem sogenannten Deutschlandvertrag nebst Beitritt zur Nato 1955 die deutsche Souveränität verkündet worden war, änderte daran nichts. [...] Es bedurfte keiner besonderen Absprache: Die beteiligten Deutschen wie die Alliierten hatten das gleiche Interesse, diese Manifestierung der begrenzten deutschen Souveränität nicht öffentlich werden zu lassen."]

29 
 Docherty, Gerry; Macgregor, Jim: "Hidden History: The Secret Origins of the First World War." Edinburgh, UK: Mainstream Publishing Company, 2013.  [Im Original S. 14: "The members of this Secret Elite were only too well aware that Germany was rapidly beginning to overtake Britain in all areas of technology, science, industry and commerce. They also considered Germany to be a cuckoo in the Empire's African nest and were concerned about its growing influence in Turkey, the Balkans and the Middle East. They set out to ditch the cuckoo."] Deutsche Ausgabe: "Verborgene Geschichte: Wie eine geheime Elite die Menschheit in den Ersten Weltkrieg stürzte." Rottenburg am Neckar: Kopp Verlag, 2014. [Im Text S. 12: "Es schmerzte die Mitglieder der Geheimen mitanzusehen, wie Deutschland dabei war, rasch an Großbritannien vorbeizuziehen, wenn es um Technik, Forschung, Industrie und Handel ging. Deutschland war aus ihrer Sicht der Kuckuck im afrikanischen Nest des Empire, und der wachsende Einfluss, den Berlin in der Türkei, auf dem Balkan und im Nahen Osten genoss, bereitete ihnen Sorgen. Nun sollte der Kuckuck aus seinem Nest geworfen werden."]

30 
 Ста́риков, Никола́й Ви́кторович [Starikov, Nikolay Viktorovich]: "Кто заставил Гитлера напасть на Сталина." Санкт-Петербург: Питер, 2008, S. 30.  [Im Original: "Дело было проверчено так ловко, что немецкий народ удалось провести, как простодушного обывателя при игре в наперстки."] Englische Ausgabe: "Who set Hitler against Stalin?" St. Petersburg: Piter, 2015.

31 
 Ebd. S. 147  ↦ [30].  [Im Original: "Автор далек от мысли обелять нацистских агрессоров. И уж совсем у меня нет желания выгораживать тех, кто убил десятки миллионов моих соотечественников, и представлять их жертвами обстоятельств. Но крайне важно понять ту цепь различных событий, что в итоге привела нашу страну к самой страшной в ее истории ночи – ночи с 21 на 22 июня 1941 года. А потому будем говорить правду, даже если она кому-то может и не понравиться.
Не Германия, а Польша и Англия нарушали заключенные договоры! Польша нарушила германо-польский договор, объявив мобилизацию, и нарушила его еще раз, приняв английские гарантии своей безопасности. Договор Польши и Германии исключал конфликт между двумя странами, а после подписания договора с англичанами поляки были обязаны воевать против немцев в случае начала англо-германской войны."]


32 
 Ebd. S. 204  ↦ [30].  [Im Original: "Раз Гитлер решился атаковать СССР, значит, Англия его на этот поход благословила. Иначе быть не может. Именно Великобритания планомерно натравливала гитлеровскую Германию на Россию, и в конце концов англичанам удалось заставить фюрера напасть на нашу страну. Англофилия Гитлера сыграла с ним злую шутку. Глава Германии поступил вопреки здравому смыслу потому, что очень любил своего британского врага, и потому, что ему был обещан английский нейтралитет."]

33 
 Ebd. S. 55  ↦ [30].  [Im Original: "А у Гитлера денег нет. Он все их вложил в очередной предвыборный марафон. Вложил и проиграл: [...] Кто же спонсирует политических аутсайдеров? Только те, кому они очень нужны. И вот уже 3–4 августа 1929 года в Нюрнберге проходит самый грандиозный съезд в истории нацистов. В тридцати специально заказанных поездах доставлены 200 тыс. партийцев. Перед фюрером маршируют 60 тысяч штурмовиков. И это делает политическая организация, которая летом 1928 года не имела на съезд денег, а потом проиграла выборы? Что же за добрая фея помогает нацистам? Имя волшебника – разведки Великобритании, США, Франции. Почти вся будущая 'анти-гитлеровская коалиция', которая потом начнет вгонять в гроб ею же вскормленного страшного зверя."]

34 
 Ebd.  ↦ [33].

35 
 Ebd.  ↦ [33].

36 
 Ebd. S. 56  ↦ [30].  [Im Original: "Пора сказать правду: не Сталин создал Гитлера, не германские промышленники, а извечные геополитические соперники России. Именно они готовили Вторую мировую войну для исправления ошибки, допущенной в 1917 году. Для этого и нужен был Адольф Гитлер. Поэтому его никто и не смог остановить."]

37 
 Buchanan, Patrick Joseph: "Churchill, Hitler, and 'The Unnecessary War': How Britain Lost Its Empire and the West Lost the World." New York: Crown Publishers, 2008, S. 282.  [Im Original: "The British guarantee to Poland that solidified Polish determination to fight Nazi Germany in suicidal defiance, in anticipation of British military assistance Neville Chamberlain knew would never come, was the most cynical act in British history."]  Deutsche Ausgabe: "Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte." Selent: Pour le Mérite – Verlag für Militärgeschichte, 2008.  [Warum all diese unstrittigen Tatsachen in Deutschland nicht benannt oder gar gelehrt werden, erklärte Michael Hudson, emeritierter Professor of Economics der University of Missouri, Kansas City, in einem Gespräch mit dem Fernsehsender "Russia Today" am 15.01.2014, 22:30 Uhr: "You can't teach German history in Germany without being fired. [...] All of a sudden the Germans have been given a false history if you look at their textbooks and the propaganda that the banks are pushing month after month and year after year."]

38 
 The Saturday Review, 24.08.1895 (No. 2078, Vol. 80), S. 228. "Our True Foreign Policy".  [Im Original: "First of all, we English have always made war hitherto upon our rivals in trade and commerce; and our chief rival in trade and commerce to-day is not France but Germany. In case of a war with Germany, we should stand to win much and lose nothing; whereas, in case of a war with France, no matter what the issue might be, we are sure to lose heavily."]

39 
 The Saturday Review, 01.02.1896 (No. 2101, Vol. 82), S. 118-120. "A Biological View of Our Foreign Policy".  [Im Original auf S. 119: "Were every German to be wiped out tomorrow, there is no English trade, no English pursuit that would not immediately expand. Were every Englishman to be wiped out to-morrow, the Germans would gain in proportion. Here is the first great racial struggle of the future: here are two growing nations pressing against each other, man to man all over the world. One or the other has to go; one or the other will go." Auf S. 120: "The biological view of foreign policy is plain. First, federate our colonies and prevent geographical isolation turning the Anglo-Saxon race against itself. Second, be ready to fight Germany, as Germania es delenda [...]."]

40 
 Charmley, John: "Churchill, The End of Glory. A Political Biography." New York: Harcourt Brace, 1993, S. 410.  [Im Original: "Churchill [in 1940] said to the Cabinet: 'Germany ... would give no quarter: they would be reduced to the status of vassals and slaves for ever.'"]

41 
 The Saturday Review, 11.09.1897 (No. 2185, Vol. 84), S. 278-279. "England and Germany".  [Im Original auf S. 279: "Our work over, we need not even be at the pains to alter Bismarck's words to Ferry, and to say to France and Russia 'Seek some compensation. Take inside Germany whatever you like: you can have it.'"]

42 
 The Saturday Review, 01.02.1896, S. 120  ↦ [39].

43 
 DIE WELT, 28.02.2017. "Deutsche dürfen ungestraft 'Köterrasse' genannt werden".  [Ein ehemaliges Vorstandsmitglied des Türkischen Elternbunds Hamburg hatte die Deutschen pauschal in einem Facebook-Beitrag auf türkisch als "Köterrasse" beschimpft. Im Zeitungstext: "Die Hamburger Staatsanwaltschaft sieht jedoch weder in einzelnen noch in sämtlichen Aussagen nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Die Begründung: 'Es muss sich um eine Gruppe handeln, die sich durch irgendein festes äußeres oder inneres Unterscheidungsmerkmal als äußerlich erkennbare Einheit heraushebt.' Für die Bezeichnung 'Deutsche' treffe das nicht zu, da diese sich nicht 'als unterscheidbarer Teil der Gesamtheit der Bevölkerung abgrenzen lässt'. Und weiter: 'Bei allen Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft handelt es sich um die Bevölkerungsmehrheit und daher nicht um einen Teil der Bevölkerung'. Weil es sich also nicht 'um einen verhältnismäßig kleinen, hinsichtlich der Individualität seiner Mitglieder fassbaren Kreis von Menschen handelt', könne das Kollektiv der Deutschen nicht beleidigt werden, heißt es in den Ausführungen der Staatsanwaltschaft, die der 'Welt' vorliegen. Somit bleibt die Aussage straffrei und ist weiter erlaubt."]

44 
 Ста́риков [Starikov] S. 55  ↦ [33].

45 
 The Saturday Review, 01.02.1896, S. 120  ↦ [39].  Das in "The Saturday Review" am 01.02.1896 dargelegte Ziel der "angelsächsischen Rasse", "Deutschland muss vernichtet werden", setzte der 68er-Wahnsinn mit seinem Slogan "Schlagt die Germanistik tot, macht die blaue Blume rot" als Teil der psychologischen Kriegsführung (PSYOP) der Feinde Deutschlands perfekt um.

46 
 Schöne, Albrecht: "Vom Betreten des Rasens. Siebzehn Reden über Literatur." [Hrsg. v. Joost, Ulrich; Stenzel, Jürgen; Wieckenberg, Ernst-Peter.] München: C. H. Beck, 2005, S. 132.  [Kapitel VIII. "Über Goethes Wolkenlehre." Dieser Vortrag war vorgesehen für die Tagung des Deutschen Germanistenverbandes im Oktober 1968 in Berlin-West, wo er vom 68er-Terror verhindert wurde. Er wurde am 22.11.1968 in einer öffentlichen Sitzung der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen gehalten.]

47 
 Washington, George: Letter to James Madison, 2 March 1788. In: Abbot, William Wright (Hrsg.): "The Papers of George Washington: Confederation Series 6. January-September 1788". [Band 6 der Confederation Series]. Charlottesville: University Press of Virginia, 1997, S. 136-137.  [Im Original: "Liberty, when it begins to take root, is a plant of rapid growth. The checks he endeavors to give it, however warrantable by ancient usage, will, more than probably, kindle a flame which may not easily be extinguished; tho’ for a while it may be smothered by the Armies at his command, & the Nobility in his interest. When the people are oppressed with Taxes, & have cause to suspect that there has been a misapplication of their money, the language of despotizm is but illy brooked."]

48 
 Jefferson, Thomas: Letter to Colonel William Stephens Smith, 13 November 1787. In: Randolph, Thomas Jefferson (Hrsg.): "Memoirs, Correspondence, and Private Papers of Thomas Jefferson." Vol. II. [Band 2]. London: Henry Colburn and Richard Bentley, 1829, S. 267-269.  [Im Original auf S. 269: "The tree of liberty must be refreshed from time to time, with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure."]

49 
 World Health Organization (WHO): "International statistical classification of diseases and related health problems". 10th revision. ICD-10. Volume 1: Tabular list. Genf: WHO Press, 2016.

50 
 Spinoza, Benedictus de: "Tractatus Politicus." In: "Opera quae supersunt omnia. Volumen posterius." [Band 2]. Hrsg. v. Paulus, Henr. Eberh. Gottlob. Jenae: In Bibliopolio Academico, 1803, S. 330.  [Im Original: "Illa praeterea Civitas, cujus pax a subditorum inertia pendet, qui scilicet veluti pecora ducuntur, ut tantum servire discant, rectius Solitudo, quam Civitas dici potest."]

51 
 Goethe, Johann Wolfgang von: "Die Wahlverwandtschaften. Zweyter Theil." [Band 2 von 2.] Tübingen: J. G. Cottaische Buchhandlung, 1809, S. 102.  [Im Original: "Niemand ist mehr Sklave als der sich für frey hält ohne es zu seyn."]

52 
 Pietrasanta, Sébastien; Fenech, Georges: "Rapport de la commission d'enquête relative aux moyens mis en œuvre par l'État pour lutter contre le terrorisme depuis le 7 janvier 2015. Tome 2: Comptes rendus des auditions." [Rapport N° 3922. Enregistré à la Présidence de l'Assemblée nationale le 5 juillet 2016.] Paris: Assemblée Nationale, 2016, S. 357.  [Im Original: "M. T. P.  Les collègues se sont installés derrière le camion de pompiers, et je me suis positionné en appui feu au niveau du bloc moteur essieux du car de police – la seule zone qui assure une protection. J'avais un bon appui pour le fusil à pompe. Nous avons alors essuyé une troisième salve de tirs. L'individu a tiré sur l'angle du boulevard Voltaire puis, constatant que nous n'y étions plus, il a visé le camion de police et le camion de pompier. Une balle a traversé le véhicule de pompier de part en part pour ressortir pas loin de la tête d'A.D.. J'étais à nouveau dans l'incapacité de riposter, car le civil s'était relevé."]

53 
 Ebd. S. 358  ↦ [52].  [Im Original: "M. T. P.  Les militaires de Vigipirate nous ont alors rejoints. Ils étaient équipés d'armes de guerre, donc plus à même que nous de riposter aux tirs. J'ai sollicité sur les ondes l'autorisation de les engager, mais on m'a répondu: 'Négatif, vous n'engagez pas les militaires, on n'est pas en zone de guerre.'"]

54 
 Ebd. S. 362  ↦ [52].  [Im Original: "M. le président Georges Fenech. Je crois que certaines choses n'ont jamais été dites. Je pense que l'on pourrait peut-être, à ce stade, éclaircir les choses. M. T. P.  Des corps n'ont pas été présentés aux familles parce qu'il y a eu des gens décapités, des gens égorgés, des gens qui ont été éviscérés. Il y a des femmes qui ont pris des coups de couteau au niveau des appareils génitaux."]

55 
 Ebd. S. 363  ↦ [52].  [Im Original: "M. T. P.  Il y a eu des personnes décapitées, égorgées, éviscérées. Il y a eu des mimiques d'actes sexuels sur des femmes et des coups de couteau au niveau des appareils génitaux. Si je ne me trompe pas, les yeux de certaines personnes ont été arrachés."]

56 
 Taki's Magazine, 14.05.2016. McInnes, Gavin: "Surrendering to Death." Interview mit Jesse Hughes.  [Im Original: "Takimag: It's hard to talk about the attack without sounding like you're blaming the victims, but it's impossible to deny fear of Islamophobia and fear of guns led to a lot of deaths that night.  |  Jesse Hughes: I saw fear fall like a blanket on the whole crowd and they fell like wheat in the wind — the way you would before a god. I was totally alert from the very beginning. The first thing I needed to do was find my girl. Fear took a backseat and 'where's my girl?' took over. I could smell gunpowder in the backstage area and I knew someone fired a round back there. I saw a guy with an FAL and when he turned to face me his eyes looked like marbles. He was stoned out of his mind, and we now know they were on Xanax and cocaine. I recognized him. I'd seen him earlier in the day and noticed him staring at us. [...]  |  Do you think political correctness is killing our natural instincts and making us vulnerable?   |  Definitely. There were two girls who were involved. They were at the venue and vanished before the shooting, and these women were in traditional Muslim garb. They knew people wouldn't check them because of the way they were dressed. They got caught a few days later.  |  The fear of offending Muslims is a terrorist's greatest weapon.  |  Look at the guys who bombed Brussels. They were wearing black gloves on one hand. Their luggage was too heavy to lift, but they didn't want anyone helping them with it. Nobody brought any of this up until after the bombs went off.  |  We'd rather die than be called a bigot.  |  How is a faith being associated with racism? Just take out the word 'Islam' and replace it with 'communism'. It's an ideology. The same way the Rosenbergs could sell nuclear secrets from within America is the same way Muslim terrorists can attack us from within. It's okay to be discerning when it comes to Muslims in this day and age. [...]  |  I've heard you say you credit your childhood with your survival. You had a real dad who stuck around and taught you about guns.  |  I knew what gunfire was. I was able to think through it. I was also able to remember practical lessons of my life because I had to be in fights as a kid. My mom didn't go sue anyone. I didn't have playdates. I had some practical upbringing growing up in the desert where you got to get yourself out of your problems. Also, the reason I've done well with this healing process is everything I was raised to believe was affirmed that night. In a way, that's a blessing of God. When the first bullets started being fired, people looked at me. I remember that. It pissed me off because I knew right then and there it was going to be bad. I knew these kids had no idea what was coming. None. They'd never heard a gunshot in real life and it hit them so hard.  |  Political correctness kills.  |  Davey [bassist Dave Catching] was in the middle of the stage and when the lights went on, he saw shit he'd never seen before in his life, awful stuff. It has no parallel. It's not just death. It's the most unsuspecting, innocent victims you can imagine — people who are gripped in terror and can't move as a result of it.  |  Is it fair to say the liberal mentality created this need to surrender?  |  I will lay the blame right in its lap. When you tell people they can't help themselves and that they're children, you weaken them to a point where three feet away is life and they can't see it because they're too scared.  |  In a way we're unarmed twofold. We're literally unarmed and we're also mentally unarmed.  |  It's like the bleating sheep from Animal Farm. You suggest anything that strays from the narrative and this chorus of bleats comes to drown you out. This attack didn't happen by accident. [...]  |  Parisians think everyone is innocent, but the cops don't. [...]  |  [...] We had eight police officers in our audience that night. They all had the same conversation with their wives, which was 'Should I bring my gun or not?' All of them said no. When we went back and played Paris again they stood in the same places they stood at the original show and they opened their jackets and showed me their guns as if to say, 'Not tonight, motherfucker'. It was beautiful.  |  Islam is crying wolf about Islamophobia in order to anesthetize us and make us easier prey.  |  They know there's a whole group of white kids out there who are stupid and blind. You have these affluent white kids who have grown up in a liberal curriculum from the time they were in kindergarten, inundated with these lofty notions that are just hot air. Look at where it's getting them."]

57 
 Kant S. 481  ↦ [2].

58 
 Ebd. S. 481f.  ↦ [2].

59 
 Ebd. S. 482f.  ↦ [2].

60 
 Bernays, Edward L.: "Propaganda." New York: Horace Liveright, 1928, S. 9f.  [Im Original: "Whatever attitude one chooses to take toward this condition, it remains a fact that in almost every act of our daily lives, whether in the sphere of politics or business, in our social conduct or our ethical thinking, we are dominated by the relatively small number of persons—a trifling fraction of our hundred and twenty million—who understand the mental processes and social patterns of the masses. It is they who pull the wires which control the public mind, who harness old social forces and contrive new ways to bind and guide the world." Deutsche Ausgabe: "Propaganda – Die Kunst der Public Relations". Berlin: orange press, 2007.]

61 
 Russell, Bertrand: "The ABC of Relativity." New York: Harper & Brothers, 1925, S. 167.  [Im Original: "There is no law of nature to the effect that what is taught at school must be true."]

62 
 Deutschlandfunk, Forum Politik, 20.01.2016, 19.15 Uhr. "Das Bundesverfassungsgericht in der Krise Europas."  [Stephan Detjen, Deutschlandradio, und Michaela Kolster, phoenix tv, im Gespräch mit Andreas Voßkuhle.]

63 
 Bernays S. 35  ↦ [60].  [Im Original: "In some departments of our daily life, in which we imagine ourselves free agents, we are ruled by dictators exercising great power."]

64 
 Evans, Richard J.: "Rethinking German History: Nineteenth-Century Germany and the Origins of the Third Reich." London: HarperCollins Publishers, 1987.  [Im Original: "One of the aspects of the 'German mentality' most frequently commented on is the so-called 'spirit of submission' or Untertanengeist."]

65 
 Russell, Bertrand: "In Praise of Idleness and Other Essays." London: George Allen & Unwin, 1935, S. 204.  [Im Original: "The submissive lose initiative, both in thought and action; moreover, the anger generated by the feeling of beeing thwarted tends to find an outlet in bullying those who are weaker."]

66 
 Lord, Everett W. In: The Capital Times [Madison, Wisconsin], 01.11.1923, S. 12.  [Im Original: "It is for young men and women to make themselves realize that they have a great responsibility. A man after 50 has no new ideas. Sometimes you may believe he is thinking and changing his opinion, but in truth he is merely rearranging his prejudices."]

67 
 Tocqueville, Alexis de: "De la démocratie en Amérique". Tome deuxième. Bruxelles: Meline, Cans et Compagnie, 1840 [a], S. 120.  Im Text: "Die Vereinigungsfreiheit ist in unserer Zeit zu einer notwendigen Garantie gegen die Tyrannei der Mehrheit geworden. In den Vereinigten Staaten geht die gesamte Staatsmacht, sobald eine Partei dominant geworden ist, in ihre Hände über; ihre jeweiligen Freunde besetzen alle Arbeitsplätze und verfügen über alle organisierten Kräfte. Da die vornehmsten Männer der Gegenpartei die Barriere, die sie von der Macht trennt, nicht überschreiten konnten, mußten sie sich außerhalb etablieren können; die Minderheit mußte ihre ganze moralische Kraft der sie unterdrückenden materiellen Macht widersetzen."  [Im Original: "De notre temps, la liberté d'association est devenue une garantie nécessaire contre la tyrannie de la majorité. Aux États-Unis, quand une fois un parti est devenu dominant, toute la puissance publique passe dans ses mains; ses amis particuliers occupent tous les emplois et disposent de toutes les forces organisées. Les hommes les plus distingués du parti contraire ne pouvant franchir la barrière qui les sépare du pouvoir , il faut bien qu'ils puissent s'établir en dehors; il faut que la minorité oppose sa force morale tout entière à la puissance matérielle qui l'opprime."]

68 
 Tocqueville, Alexis de: "De la démocratie en Amérique". Tome troisième. Paris: Librairie de Charles Gosselin, 1840 [b], S. 187.  [Im Original: "Le goût que les hommes ont pour la liberté, et celui qu'ils ressentent pour l'égalité, sont, en effet, deux choses distinctes, et je ne crains pas d'ajouter que, chez les peuples démocratiques, ce sont deux choses inégales."]

69 
 Ebd. S. 192  ↦ [68].  [Im Original: "Je pense que les peuples démocratiques ont un goût naturel pour la liberté; livrés à eux-mêmes, ils la cherchent, ils l'aiment, et ils ne voient qu'avec douleur qu'on les en écarte. Mais ils ont pour l'égalité une passion ardente, insatiable, éternelle, invincible; ils veulent l'égalité dans la liberté, et, s'ils ne peuvent l'obtenir, ils la veulent encore dans l'esclavage. Ils souffriront la pauvreté, l'asservissement, la barbarie, mais ils ne souffriront pas l'aristocratie."]

70 
 Ebd. S. 189f.  ↦ [68].  [Im Original: "Que la liberté politique puisse, dans ses excès, compromettre la tranquillité, le patrimoine, la vie des particuliers, on ne rencontre point d'hommes si bornés et si légers qui ne le découvrent. Il n'y a, au contraire, que les gens attentifs et clairvoyants qui aperçoivent les périls dont l'égalité nous menace, et d'ordinaire ils évitent de les signaler. Ils savent que les misères qu'ils redoutent sont éloignées, et ils se flattent qu'elles n'atteindront que les générations à venir, dont la génération présente ne s'inquiète guère. Les maux que la liberté amène quelquefois sont immédiats; ils sont visibles pour tous, et tous, plus ou moins, les ressentent. Les maux que l'extrême égalité peut produire ne se manifestent que peu à peu; ils s'insinuent graduellement dans le corps social; on ne les voit que de loin en loin, et, au moment où ils deviennent les plus violents, l'habitude a déjà fait qu'on ne les sent plus."]

71 
 Tocqueville, Alexis de: "De la démocratie en Amérique". Tome cinquième. Bruxelles: Meline, Cans et Compagnie, 1840 [c], S. 248f.  [Im Original: "Je pense donc que l'espèce d'oppression dont les peuples démocratiques sont menacés ne ressemblera à rien de ce qui l'a précédée dans le monde; nos contemporains ne sauraient en trouver l'image dans leurs souvenirs. [...] Je veux imaginer sous quels traits nouveaux le despotisme pourrait se produire dans le monde: je vois une foule innombrable d'hommes semblables et égaux, qui tournent sans repos sur eux-mêmes pour se procurer de petits et vulgaires plaisirs, dont ils remplissent leur âme. Chacun d'eux, retiré à l'écart, est comme étranger à la destinée de tous les autres, ses enfants et ses amis particuliers forment pour lui toute l'espèce humaine; quant au demeurant de ses concitoyens, il est à côté d'eux; mais il ne les voit pas; il les touche et ne les sent point; il n'existe qu'en lui-même et pour lui seul, et s'il lui reste encore une famille, on peut dire du moins qu'il n'a plus de patrie."]

72 
 Ebd. S. 249  ↦ [71].  [Im Original: "Au-dessus de ceux-là, s'élève un pouvoir immense et tutélaire, qui se charge seul d'assurer leurs jouissances, et de veiller sur leur sort. Il est absolu, détaillé, régulier, prévoyant et doux. Il ressemblerait à la puissance paternelle, si, comme elle, il avait pour objet de préparer les hommes à l'âge viril; mais il ne cherche, au contraire, qu'à les fixer irrévocablement dans l'enfance; il aime que les citoyens se réjouissent, pourvu qu'ils ne songent qu'à se réjouir. Il travaille volontiers à leur bonheur; mais il veut en être l'unique agent et le seul arbitre; il pourvoit à leur sécurité, prévoit et assure leurs besoins, facilite leurs plaisirs, conduit leurs principales affaires, dirige leur industrie, règle leurs successions, divise leurs héritages: que ne peut-il leur ôter entièrement le trouble de penser et la peine de vivre !"]

73 
 Ebd. S. 250  ↦ [71].  [Im Original: "C'est ainsi que tous les jours il rend moins utile et plus rare l'emploi du libre arbitre; qu'il renferme l'action de la volonté dans un plus petit espace, et dérobe peu à peu à chaque citoyen jusqu'à l'usage de lui-même. L'égalité a préparé les hommes à toutes ces choses; elle les a disposés à les souffrir et souvent même à les regarder comme un bienfait."]

74 
 Ebd. S. 250  ↦ [71].  [Im Original: "Après avoir pris ainsi tour à tour dans ses puissantes mains chaque individu, et l'avoir pétri à sa guise, le souverain étend ses bras sur la société tout entière; il en couvre la surface d'un réseau de petites règles compliquées, minutieuses et uniformes, à travers lesquelles les esprits les plus originaux et les âmes les plus vigoureuses ne sauraient se faire jour pour dépasser la foule; il ne brise pas les volontés, mais il les amollit, les plie et les dirige; il force rarement d'agir, mais il s'oppose sans cesse à ce qu'on agisse; il ne détruit point, il empêche de naître; il ne tyrannise point, il gêne, il comprime, il énerve, il éteint, il hébète, et il réduit enfin chaque nation à n'être plus qu'un troupeau d'animaux timides et industrieux, dont le gouvernement est le berger."]

75 
 Russell 1925 S. 166  ↦ [61].  [Im Original: "We all have a tendency to think that the world must conform to our prejudices. The opposite view involves some effort of thought, and most people would die sooner than think - in fact, they do so."]

76 
 Tocqueville 1840 [b] S. 205f.  ↦ [68].  [Im Original: "Le despotisme, qui, de sa nature, est craintif, voit dans l'isolement des hommes le gage le plus certain de sa propre durée, et il met d'ordinaire tous ses soins à les isoler. Il n'est pas de vice du cœur humain qui lui agrée autant que l'égoïsme: un despote pardonne aisément aux gouvernés de ne point l'aimer, pourvu qu'ils ne s'aiment pas entre eux. Il ne leur demande pas de l'aider à conduire l'État; c'est assez qu'ils ne prétendent point à le diriger eux-mêmes. Il appelle esprits turbulents et inquiets ceux qui prétendent unir leurs efforts pour créer la prospérité commune, et changeant le sens naturel des mots, il nomme bons citoyens ceux qui se renferment étroitement en eux-mêmes."]

77 
 Reiff, R.: "Ueber das Verhältniß von Philosophie und Religion, mit der Beurtheilung der hauptsächlichsten gegenwärtigen Formen desselben." In: "Tübinger Zeitschrift für Theologie", Band 11, Heft 4 (1839), S. 47-180.  [Im Original auf S. 161: "im Ich und im Andern zu seyn".]

78 
 Franklin, Benjamin; Hall, David: "Poor Richard improved: Being an Almanack and Ephemeris […] for the Year of our Lord 1750". [By Richard Saunders, Philom.] Philadelphia: Printed and Sold by B. Franklin, and D. Hall, 1750.  [Im Original auf dem ersten Blatt "January": "There are three Things extremely hard, Steel, a Diamond and to know one's self."]

79 
 Talleyrand-Périgord, Charles Maurice de: "Mémoires, lettres inédites et papiers secrets" [accompagnés de notes explicatives par Jean Gorsas]. Paris: Albert Savine, 1891, S. 203.  [Im Original: "Un grand mot d'un grand homme est celuici: 'Je crains plus une armée de cent moutons commandée par un lion, qu'une armée de cent lions commandée par un mouton.'"]

80 
 Tocqueville 1840 [c] S. 267f.  ↦ [71].  [Im Original: "Les uns n'aperçoivent dans l'égalité que les tendances anarchiques qu'elles fait naître. Ils redoutent leur libre arbitre; ils ont peur d'eux-mêmes."]

81 
 Ebd. S. 268  ↦ [71].  [Im Original: "Les autres, en plus petit nombre, mais mieux éclairés, ont une autre vue. A côté de la route qui, partant de l'égalité, conduit à l'anarchie, ils ont enfin découvert le chemin qui semble mener invinciblement les hommes vers la servitude. Ils plient d'avance leur âme à cette servitude nécessaire; et, désespérant de rester libres, ils adorent déjà au fond de leur cœur le maître qui doit bientôt venir. Les premiers abandonnent la liberté, parce qu'ils l'estiment dangereuse; les seconds parce qu'ils la jugent impossible."]

82 
 Ebd. S. 254  ↦ [71].  [Im Original: "Il est, en effet, difficile de concevoir comment des hommes qui ont entièrement renoncé à l'habitude de se diriger eux-mêmes pourraient réussir à bien choisir ceux qui doivent les conduire; et l'on ne fera point croire qu'un gouvernement libéral, énergique et sage, puisse jamais sortir des suffrages d'un peuple de serviteurs."]

83 
 Frost, Robert: "Mountain Interval". New York: Henry Holt, 1916, S. 9.  [Aus dem Gedicht "The Road Not Taken". Im Original: "Two roads diverged in a yellow wood, | And sorry I could not travel both | And be one traveler, long I stood | And looked down one as far as I could | To where it bent in the undergrowth; | Then took the other, as just as fair, | And having perhaps the better claim, | Because it was grassy and wanted wear; | Though as for that the passing there | Had worn them really about the same, | And both that morning equally lay | In leaves no step had trodden black. | Oh, I kept the first for another day! | Yet knowing how way leads on to way, | I doubted if I should ever come back. | I shall be telling this with a sigh | Somewhere ages and ages hence: | Two roads diverged in a wood, and I— | I took the one less traveled by, | And that has made all the difference."]

84 
 Schopenhauer, Arthur: "Parerga und Paralipomena: kleine philosophische Schriften. Erster Band." Berlin: Verlag von A. W. Hahn, 1851, S. 446.  [Im Original: "Was aber die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche. Man kann daher nicht genugsam die schöne Stelle im Homer (Il. XXIII, 313 sqq.) beherzigen, wo er die μητις, d. i. die kluge Überlegung, empfiehlt."]

85 
 Ebd. S. 447  ↦ [84].  [Im Original: "Nächst der Klugheit aber ist Muth eine für unser Glück sehr wesentliche Eigenschaft. Freilich kann man weder die eine noch die andere sich geben, sondern ererbt jene von der Mutter und diesen vom Vater: jedoch läßt sich durch Vorsatz und Uebung dem davon Vorhandenen nachhelfen."]

86 
 Kant S. 483  ↦ [2].

87 
 Gabriel, Sigmar: Redebeitrag des deutschen Vize-Kanzlers Sigmar Gabriel (SPD) auf dem "World Economic Forum Annual Meeting 21-24 January 2015" in Davos-Klosters, Switzerland: "Maybe, maybe in Germany sometimes it is more difficult because we are a country which is rich and hysteric. This combination is sometimes difficult. [Nach kurzem Innehalten die Bitte, seine Bemerkungen nicht in der Presse zu bringen:] Please don't bring it to the newspapers."

88 
 Dieses Geschehen offenbart sehr illustrativ den Entwicklungsstand der Zivilisation, den jeweils das deutsche Staatsvolk, das legitim gegen seine Abschaffung protestiert, und dessen eingesetzte Regierungsstatthalter besitzen. "Derjenige, welcher dem Feinde statt des Pfeiles ein Schimpfwort entgegenschleuderte, war der Begründer der Civilisation", schrieben die beiden österreichischen Ärzte und Psychoanalytiker Josef Breuer und Sigmund Freud am 29.01.1893 [S. 165 in: Breuer, Josef; Freud, Sigmund: "Über den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene". Wiener Medizinische Presse 34 (1893) 165-167]. Jener Teil des deutschen Volkes, der in der ehemaligen russisch besetzten Zone von Deutschland lebt(e), vermochte im Jahr 1989, seine unfähige und selbstsüchtige Gefängnisaufsicht bewundernswert zivilisiert zu stürzen. Als Voraussetzung hierzu hatten die Russen nach insgesamt fast 50-jähriger Besatzung zuvor ihrem Teil des deutschen Volkes großmütig die Freiheit gegeben, das dadurch allerdings in die Vormundschaft der fortbestehenden Besatzung durch die "angelsächsische Rasse" fiel, wie Gregor Gysi am 18.11.2013 im Deutschen Bundestag erläuterte  ↦ [27].  Während der Wechsel 1989 trotz des vorgängigen Unrechts, das viele Ostdeutsche erlebt hatten, überaus friedlich und zivilisiert verlief, berichten unsere Psychotherapeuten heute, von ihren Klienten immer öfter Fantasien zu hören, wie patriotische Deutsche die verhassten deutschen Statthalter der übrig gebliebenen Besatzungsmächte auf allen Ebenen des Staates mit einem "Dankesorden des deutschen Volkes mit der Laterne am Halsband" ausstatten möchten. Deutschland geht, so ist unser Eindruck, extremen Zeiten entgegen, die mit der absehbaren Verschärfung von Strafrecht und Polizeigesetzen voraussichtlich weiter eskalieren werden. Als Psychotherapeuten können wir nur individuell helfen, sich nicht in die Abgründe von Hass, Gewalt und Irrationalität ziehen zu lassen, und haben deshalb eingangs empfohlen, "sich selbst und seine Familie vor dem um sich greifenden Wahnsinn und dessen Folgen zu bewahren".

89 
 Als "Verhetzung" werden in Österreich durch den zum 01.01.2016 verschärften § 283 Strafgesetzbuch (StGB) und analog als "Volksverhetzung" in Deutschland durch den zuletzt zum 21.01.2015 verschärften § 130 StGB Äußerungen bezeichnet, die auf die Herbeiführung von Gewalt oder Hass gegen durch ihre nationale, rassische, religiöse oder ethnische Herkunft bestimmte Personen und Personengruppen abzielen oder die Menschenwürde dieser Personengruppen angreifen, indem diese beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden. Der § 130 StGB sanktioniert in Deutschland, was "geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören". Als der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der ARD-Sendung "Hart aber fair" am 31.08.2015 erklärte, "Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger", traf ihn sogar für dieses Lob die Rassistenkeule, denn schließlich sei "Neger", so meinten gutmenschlich Verwirrte, eine abwertende und rassistische Bezeichnung für Schwarze. Daran ist erkennbar: Für die Strafbarkeit ist es nicht Voraussetzung, dass die adressierte Gruppe tatsächlich verächtlich gemacht wird. Die Tat muss nur ihrer Art und den konkreten Umständen nach potentiell geeignet sein, die Gruppe verächtlich zu machen, was bei der heutzutage bestehenden "hysterischen" Überempfindlichkeit gegenüber der Meinung anderer dazu führt, dass man letztlich ungefährdet seine ungeschminkte Meinung nur über eine einzige Gruppe artikulieren darf, die abzulehnen, zu beschimpfen oder verächtlich zu machen nicht justiziabel ist: die "Köterrasse" der Deutschen. Alles andere wäre bei der höchstrichterlich erklärten "weiten Auslegung" des Rechts grundsätzlich geeignet, "den öffentlichen Frieden zu stören". Der bayerische Innenminister ruderte deshalb rasch zurück und erklärte wahrhaftig: "Ich verwende dieses Wort selbst sonst nie!" Dass die Bürger von Heidenau die Versorgungs­suchenden auf ihrem Transparent als "Fachkräfte" bezeichneten, obwohl allgemein bekannt ist, dass viele der so bezeichneten nicht einmal einen Schulabschluss haben, stellt sich aus dieser verrückten juristischen Perspektive so dar, dass sie für ihr bildungsarmes Schicksal auch noch verhöhnt und verächtlich gemacht wurden. Die deutsche Bundestags­vizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Grüne) hatte diese Entwicklung des Strafrechts besser verinnerlicht: Sie pflegte den öffentlichen Frieden 2015 durch ihre Teilnahme an Demonstrationen mit Parolen wie "Deutschland verrecke" oder "Deutschland, du mieses Stück Scheiße".

90 
 Die Tatsache des heute noch fortbestehenden Deutschen Reiches steht für die besondere politische Schizophrenie, in der Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg lebt und die inzwischen bizarre Erscheinungs­formen annimmt. Das deutsche Bundes­verfassungs­gericht  ↦ [23]  und die deutsche Bundes­regierung  ↦ [22]  bestätigen, dass das Deutsche Reich fortbesteht, andererseits verfolgt die Bundes­regierung auf groteske Weise Deutsche, die dies ebenfalls sagen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière erklärte in der Haushalts­debatte des Deutschen Bundestages am 22.11.2016, "dass ab sofort auch die 'Reichsbürger' in ganz Deutschland Sammel­beobachtungs­objekt des Bundesamtes für Verfassungsschutz und der Länder werden". In: "Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 18/201." [Stenografischer Bericht der 201. Sitzung der 18. Wahlperiode in Berlin am 22.11.2016.] Köln: Bundesanzeiger Verlag, 2016, S. 20100. Ist das Paranoia der Regierenden? Ist das die Panik der falschen "Eliten" vor dem Durchbruch der Wahrheit? Den gesunden Menschenverstand schüttelt es bei dieser seltsamen Regierungslogik. Nach der Rechtslogik des Bundes­verfassungs­gerichtes besteht das Deutsche Reich auf dem Territorium des heutigen Deutschlands fort. Mithin sind, so ist zu folgern, auf diesem Territorium rechtmäßig lebende Deutsche zwangsläufig und unwillentlich – auch – Bürger des Deutschen Reiches. Als "Reichsbürger" werden diese gleichwohl von der deutschen Bundesregierung – der in den Worten von Carlo Schmid regierungsamtlichen "Organisationsform einer Modalität der Fremdherrschaft" – künftig als "Sammel­beobachtungs­objekt des Bundesamtes für Verfassungs­schutzes" betrachtet, obwohl Deutschland aktuell gar keine Verfassung im Wortsinne hat. Wer oder was, welche verborgene Wahrheit soll hier wovor geschützt werden? Die deutsche Politik mutiert auf offener Bühne zu einer bösen psychiatrischen Posse, nach deren Sinn zu fragen ist. Der Bürger darf sich tatsächlich als bedrängt empfinden, behauptet er korrekt, das Deutsche Reich existiere noch immer – ein klassischer Fall, dass nicht jeder paranoid ist, der sich verfolgt fühlt. Um sich in diesem Tollhaus bei der Beurteilung der Wirklichkeit nicht irre machen zu lassen, ist es hilfreich, sich immer wieder die belegten Tatsachen in Erinnerung zu rufen.

91 
 The Saturday Review, 01.02.1896, S. 120  ↦ [39].

92 
 Kant, Immanuel: "Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Zweyte mit einem Anhange erläuternder Bemerkungen und Zusätze vermehrte Auflage." Königsberg: Friedrich Nicolovius, 1798, S. XLV [S. 45].  [Im Original: "Das angebohrne Recht ist nur ein einziges. Freyheit, (Unabhängigkeit von eines andern nöthigender Willkühr), sofern sie mit jedes anderen Freyheit nach einem allgemeinen Gesetz zusammen bestehen kann, ist dieses einzige, ursprüngliche, jedem Menschen, kraft seiner Menschheit, zustehendes Recht."]

93 
 Drucksache 18/4076 des Deutschen Bundestages, 20.02.2015, S. 10  ↦ [22]. Siehe auch [21], [23] bis [28] und [95] sowie zur speziellen politischen Schizophrenie in Deutschland [90].

94 
 Goethe, Johann Wolfgang von: "Faust. Der Tragödie zweyter Theil in fünf Acten." In: Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Band 41. [Goethe's nachgelassene Werke. Erster Band.] Tübingen: J.G. Cotta'sche Buchhandlung, 1833, S. 298.  [Im Original: "Da rase draußen Fluth bis auf zum Rand, | Und wie sie nascht gewaltsam einzuschießen, | Gemeindrang eilt die Lücke zu verschließen. | Ja ! diesem Sinne bin ich ganz ergeben, | Das ist der Weisheit letzter Schluß: | Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, | Der täglich sie erobern muß. | Und so verbringt, umrungen von Gefahr, | Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr. | Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn, | Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn."]

95 
 Mit Hinsicht auf das bisweilen als unerträglich empfundene extreme Spannungsverhältnis zwischen der erlebbaren Rechtspraxis und der wünschenswerten Rechtstheorie sei an die Feststellung von Niklas Luhmann erinnert: "An der juristischen Argumentation selbst, so wie man sie faktisch vorfindet, gleiten solche Theorien ab, ohne Eindruck zu machen." [Luhmann, Niklas: "Das Recht der Gesellschaft." Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1993, S. 345]. Mit anderen Worten: Die praktisch erlebbare Ausgestaltung der Rechtsillusion wird durch die Interessen, Macht und Politik der wirklich Herrschenden diktiert. Der bayerische Minister­präsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hatte im Gespräch mit Erwin Pelzig in der ARD-Sendung "Pelzig unterhält sich" am 20.05.2010 die Grundregel in der "seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän"[en]  ↦ [24]  deutschen Politik offenbart: "Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden." Auf die Frage in einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" am 09.02.2016, ob Bayern die Bundeskanzlerin wegen der grundgesetz­widrigen Grenzöffnung für Versorgungssuchende verklagen wolle, antwortete Horst Seehofer folglich korrekt: "Wir haben im Moment keinen Zustand von Recht und Ordnung. Es ist eine Herrschaft des Unrechts." Denn die Mächte, die Deutschland politisch und wirtschaftlich "am Boden halten" und die Deutschen zu ewigen Tributsklaven machen wollen, betreiben als aktuelle Nieder­haltungs­maßnahme die systematische Zerstörung der bürgerlichen Gesellschaft Deutschlands. Deshalb konnte Seehofer im Interview mit der "Welt am Sonntag" am 23.07.2017 auch leicht vorhersagen: "Die Migrationswelle wird weitergehen". In Frankreich hieß es im Zusammenhang mit dem vom Europäischen Rat am 07.02.1992 unterzeichneten Vertrag von Maastricht und der Aufgabe der D-Mark zugunsten des Euro: "Deutschland wird zahlen, sagte man in den zwanziger Jahren. Heute zahlt es. Maastricht, das ist der Versailler Vertrag ohne Krieg." [Franz-Olivier Giesbert, von 1988 bis 2000 dessen Chefredakteur, jubelte am 18.09.1992 in einem Editorial des "Le Figaro": "Maastricht, c'est le traité de Versailles sans la guerre."] Der Euro hat Deutschland nicht nieder­gerungen. Aber ein Sozialstaat mit einer grenzenlosen Einwanderung von Sozialleistungsbeziehern ist nicht finanzierbar. Rund 100 Jahre nach dem am 28.06.1919 unterzeichneten Schuld-Diktat von Versailles ist die Herbei­führung eines Bürgerkrieges zwischen der deutschen Kulturnation und Zivil­gesellschaft auf der einen Seite und eingewanderten archaischen Stammes­gesellschaften auf der anderen Seite ein weiterer taktischer Kunstgriff der Feinde Deutschlands, das deutsche Leistungs­potential zu schwächen und den Deutschen den "Geist Schillers" auszutreiben. Das strategische Ziel dieser Mächte kleidete der spätere NATO-Generalsekretär der Jahre 1952 bis 1957, der britische Lord Hastings Lionel Ismay, vor konservativen britischen Parlamentariern im Jahr 1951 in die Machtformel: "Keep the Americans in, the Russians out and the Germans down." Das ist die Realität, deren korrekte Wahrnehmung den Deutschen durch das inzwischen über 70 Jahre laufende Illusionstheater deutscher Regierungen und ihrer Büttel vorenthalten werden soll.


Zuletzt aktualisiert am 24.07.2017.
Zitiervorschlag:
ABARIS Angstambulanz: "Risiken und Nebenwirkungen der erfolgreichen Angstbehandlung — ein Warnhinweis der ABARIS Angstambulanz." Cambridge, Massachusetts: The Coaching Institute LLC, 2017 [Ausgabe 24. Juli 2017].
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